
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
Themen:
Fremdsprachen an der Berufsschule
Theater an der Franz-Oberthür-Schule
Warum braucht die Berufsschule Englischunterricht?
Schlagworte der Politik und Industrie wie "lebensnahes Lernen muß Selbstverständlichkeit werden " oder " Lerninhalte müssen sich an den Erfordernissen der Alltags- und Arbeitswelt ausrichten" unterstützen die Erkenntnis, daß für unsere Auszubildenden berufsbezogene Fremdsprachenkenntnisse Schlüsselqualifikationen der Zukunft sind.
Tatsächlich stehen die beruflichen Schulen vor dem Hintergrund einer sich verändernden, immer stärker international geprägten Arbeitswelt vor der Aufgabe einer gezielten Fremdsprachenförderung.
Was ist berufsbezogener Englischunterricht?
Mit Beginn des Modellversuchs "Fremdsprachen an der Berufsschule - Chancen für den Arbeitgeber in der EG von morgen" des Kultusministeriums im Schuljahr 1990/91 wurden für verschiedene Berufsfelder aufgrund von Bedarfsanalysen Lehrpläne entwickelt, die einen berufsbezogenen und handlungsorientierten Vermittlungsansatz betonen. Berufsbezogener Englischunterricht baut in der Regel auf der Grundlage eines mindestens fünfjährigen allgemeinen Unterrichts auf und unterscheidet sich von diesem darin, daß er den Fremdsprachenbedarf am späteren Arbeitsplatz der Schüler berücksichtigt. Er darf dabei nicht als reine Vermittlung von Fachterminologie verstanden werden, sondern als Fachkommunikation, d. h. Fortführung des allgemeinsprachlichen Unterrichts im beruflichen Kontext. Das Hauptziel des Fremdsprachenunterrichts an der Berufsschule besteht darin, den Schülern die Kompetenz in der Fremdsprache zu vermitteln, die für das Handeln in bestimmten beruflichen Situationen erforderlich ist. Der Unterricht zielt darauf ab, Sprachhemmungen bei den Schülern abzubauen und sie mit Vertrauen in ihre Fremdsprachenfähigkeit zu entlassen. Daneben sollte auch das Bewußtsein für kulturelle Unterschiede geschärft werden, ohne jedoch Vorurteile zu verstärken oder zu schaffen. Wichtig für die Auseinandersetzung mit fremder Kultur und Berufswelt sind Auslandsaufenthalte für Schüler, wie sie an unserer Schule mit verschiedenen Klassen bereits durchgeführt wurden und werden.
Inhalte des Englischunterrichts an der Berufsschule
Grundlage der Unterrichtsarbeit im kommenden Schuljahr sind die überarbeiteten Lehrpläne für den gewerblich-technischen Bereich im Fach Englisch. Demnach muß ein Schüler u. a. Gespräche über beruflich relevante Themen seines Ausbildungsbereichs in der Fremdsprache führen, Arbeitsvorgänge beschreiben, Telefonate führen, Gebrauchsanweisungen lesen und sich bei beruflichen Auslandsaufenthalten ausreichend verständigen können.
Die Umsetzung dieser Lernziele erfordert handlungsorientierte Unterrichtsmethoden wie Rollenspiele und Gruppenarbeit. Auch der Einsatz moderner Unterrichtsmedien wie Computer werden im Fremdsprachenunterricht immer wichtiger.
Fazit
Berufsbezogenes Englisch wird an unserer Schule im Gastgewerbe, bei den technischen Zeichnern, im Druckbereich und in den meisten Elektro- und Metallklassen unterrichtet.
Die Schule möchte den Auszubildenden damit die Fremdsprachenkenntnisse vermitteln, die sie künftig immer mehr als Schlüsselqualifikation im Betrieb und Arbeitswelt benötigen.
Wolfgang Towara
Englischunterricht ganz besonderer Art konnten unsere Schüler und Gäste aus der Jakob-Stoll-Realschule in der Aula der Franz-Oberthür-Schule erleben: Die Aufführung von Orwells "Farm der Tiere" als Theaterstück in englischer Sprache. Orwells Klassiker "Animal Farm" zeigt Ursachen, Antrieb und Versagen einer Revolution und schließlich deren Verkehrung ins Gegenteil am Beispiel des Aufstandes von Tieren eines Bauernhofs gegen den "Ausbeuter Mensch" auf. Auf dem Slogan der nur anfangs gleichberechtigten Tiergesellschaft "Alle Tiere sind gleich" wird am Ende "Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere" ("all animals are equal, but some are more equal than others").
Der Zuschauer gewinnt den Eindruck, daß alle Revolutionen letzten Endes nur eine Verschiebung der Macht herbeiführen, daß die Grundstruktur der Gesellschaft immer die gleiche bleibt.
Die fünf Schauspieler der eingeladenen Theatergruppe "Marsupial Tiger Productions" verkörperten in wechselnden Rollen 25 unterschiedliche Tiere der "Animal Farm". Sie setzen die typischen Eigenschaften des jeweils dargestellten Tieres spielerisch um, indem sie mit Tönen und typischer Gestik und Mimik die Unterschiede in der Tiergesellschaft deutlich hervorgehoben. Auch das Bühnenbild war einfach aber wirkungsvoll: ein Stall diente als Sinnbild für die Farm der Tiere.
Die Spielfreude der hervorragenden Schauspieler, die humorvolle, mit Ironie gespickte Zeichnung der einzelnen Charaktere, die die gesellschaftspolitische Botschaft des Stückes unterhaltsam herüberbrachte und die exakte und verständliche englische Aussprache begeisterten die Zuschauer. Ein Workshop der Theatergruppe, in dem die Schüler unter Anleitung des Regisseurs selbst schauspielern konnten, rundete die Aufführung ab, die wie es ein Schüler formulierte,"Lust auf mehr"; gemacht hat.
Wolfgang Towara
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
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geändert am 06. Dezember 1996 durch U. Tutschku