
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
Europa-Woche in der Franz-Oberthür-Schule
Auch im Schuljahr 1995/96 wurden alle Schulen Bayerns aufgefordert, den Gedanken der europäischen Integration vor Ort weiter voranzutreiben und zu vertiefen.
Aus diesem Anlaß organisierte die Fachbetreuung Sozialkunde in Zusammenarbeit mit der Schulleitung im Rahmen der Europawoche eine zentrale Informations- und Diskussionsveranstaltung in der Aula der Franz-Oberthür-Schule, an der außer den Lehrkräften die Schüler der Berufsoberschule, der Berufsaufbauschule, der Technikerschule und der Berufsschule teilnahmen.
von links nach rechts
Oberstudiendirektor H. Sauerwein, Präsident der IHK und Chef der Städt. Sparkasse Dr. Erwin Kohorst, Abteilungsdirektor Jürgen Röhling, Studiendirektor Wolfgang Stumpf und Ltd. Regierungsschuldirektor a. D. Winfried Teige.
Natürlich lag es nahe, sich eines Themas anzunehmen, das die Gemüter in der aktuellen Diskussion derzeit wohl am stärksten erregt, nämlich die geplante Einführung des Euro und der damit verbundenen Installation der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.
Zunächst waren Sachverstand und Expertenwissen gefragt. Dr. Erwin Kohorst, Direktor der Städtischen Sparkasse Würzburg und Präsident der IHK Würzburg/Schweinfurt stellte sich dankenswerter Weise als Referent zur Verfügung.
Um es gleich vorwegzunehmen: Sowohl als Chef der Städtischen Sparkasse, als auch als IHK-Präsident und ebenso als Privatperson setzte sich Dr. Kohorst unmißverständlich für die Einführung des Euros ein. "Ohne eine gemeinsame europäische Währung werden wir in Europa bald schwere wirtschaftliche Turbulenzen bekommen. Wir sollten deshalb für den Euro kämpfen, forderte Dr. Erwin Kohorst unter Hinweis auf die Währungsturbulenzen im EWS in der jüngsten Vergangenheit und die damit verbunden Exportprobleme".
Der Präsident der IHK sah angesichts von über 2/3 der Deutschen, die gegen den Euro sind, großen Aufklärungsbedarf. Er wies eindringlich darauf hin, daß eine Währungsunion nichts mit einer Währungsreform zu tun habe und widersprach auch dem Vorurteil, daß Deutschland noch mehr zum Zahlmeister Europas werden könnte.
Ein aus der Europaabteilung der bayerischen Staatskanzlei zugesagter Co-Referent war leider nicht erschienen. Kritische und hinterfragende Wortmeldungen kamen aber dennoch nicht zu kurz und wurden zahlreich aus den Reihen des aufmerksamen Plenums vorgebracht, in dem sich auch Stadträte, Vertreter der Regierung und ehemalige Schulleute aufhielten.
Nach Beendigung der Fragerunde hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit, das Thema bei einem kleinen Stehempfang weiter zu vertiefen.
Wolfgang Stumpf
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
![]()
geändert am 06. Dezember 1996 durch U. Tutschku