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Städtisches Gewerbliches BBZ I Würzburg

Jahresbericht 1995 / 96


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Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96


Fachgruppe Elektro- / Kommunikationstechnik




Lehreraustausch auf internationalem Parkett

Im Rahmen des europäischen Förderprogramms "Sokrates" nahm die Fachgruppe 5.7 an einem internationalen Lehreraustausch mit den Schulen in Santiago de Compostella (Spanien) und Bath in England teil.

Das Ziel dieses Programms ist die Förderung der Zusammenarbeit in allen Bereichen der Schulbildung und die Verbesserung der Kenntnisse über Kulturen und Sprachen der europäischen Staaten. Darüber hinaus soll das Bewußtsein für die gemeinsamen Elemente des europäischen Gedanken- und Kulturguts gefördert werden.

"Sokrates" unterscheidet sich von früheren Initiativen der Europäischen Gemeinschaft dadurch, daß die Schulpartnerschaft aus einer Gruppe von Schulen mit mindestens drei Mitgliedsstaaten bestehen muß. Innerhalb dieses Lehreraustauschprogramms werden die vorbereitenden Arbeiten für den sich anschließenden Schüleraustausch erledigt.

Die eingangs formulierten Ziele sollen anhand eines gemeinsamen Bildungsprojektes umgesetzt werden. Als fachbezogenes Projektthema wurde die Entwicklung einer Wetterstation ausgewählt.

Mit Sensoren werden die Meßwerte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck erfaßt, digitalisiert und über einen Eingabekanal in ein Mikrocomputersystem eingelesen. Über eine serielle Schnittstelle erfolgt die Übertragung der Daten zu einem PC, der die Visualisierung der Meßwerte vornimmt.

Besuch der Kollegen aus Bath und Santiago in Würzburg

Vom 16.04. bis 20.04.96 hatten wir drei Kollegen aus Bath und Santiago in Würzburg zu Gast.Von der fachlichen Seite ging es darum, das Projekt zu entwickeln, zu modularisieren und an die Ausstattungssituation der jeweiligen Schule anzupassen. Letzteres ist wohl die schwierigste Aufgabe gewesen, denn die Ausstattungsverhältnisse in den drei Schulen sind doch sehr unterschiedlich. So arbeitet der Kollege in Bath mit dem Motorola-Prozessor 68000, in Santiago wird die Prozessortechnik mit einer Simulationssoftware aufbereitet, und in Würzburg kommt der Intel-Prozessor SAB 8085 zum Einsatz. Trotz dieser Schwierigkeiten war eine Absprache und eine Aufgabenverteilung schnell vorgenommen, so daß noch genügend Zeit blieb, sich der kulturellen und geselligen Seite des Austauschprogramms zu widmen.Verständigungsprobleme traten kaum auf, nicht zuletzt durch die kompetente Sprachbetreuung von Frau Brendle und Herrn Towara.

Erwähnenswert ist, daß bei der Vorbereitung und der Durchführung eines solchen Austauschprogramms umfassende und zeitintensive Arbeiten zur Erledigung anstehen. Dann ist man froh, wenn man auf die Unterstützung einer Fachgruppe bauen kann, die mit viel persönlichem Engagement ein solches Projekt mitträgt.

Gegenbesuch in Santiago de Compostella

Am 08. Mai dieses Jahres traten der Schulleiter Herr Sauerwein, Frau Brendle und der Fachgruppenbetreuer der FG. 5.7 den Gegenbesuch in Santiago an. Die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, die uns während des ganzen Aufenthaltes entgegengebracht wurde, kann man nicht mit Worten beschreiben - das muß man selbst erlebt haben.

Gruppenfoto

Gruppenfoto nach dem Besuch einer hauswirtschaftlichen Berufsschule in der Nähe von Santiago.


Die gastgebende Schule "Instituto Politécnico de Formación de Profesional" vermittelt erst seit wenigen Jahren berufliche Bildung. Demzufolge ist die technische Ausstattung noch nicht auf dem neuesten Stand. Trotzdem konnte die Projektarbeit mit etwas Improvisationsgeschick fortgesetzt und die Vorbereitungen für das nächste Treffen in Bath abgeschlossen werden.

Ein duales Ausbildungssystem kennt man in Spanien nicht; hier ist der Staat der alleinige Träger der Ausbildung. Die Schule ist jedoch gehalten, für ihre Schüler Praktikastellen in der Industrie zu organisieren und zu vermitteln. Der Leiter eines solchen Bildungszentrums wie das "Instituto Politécnico" wird auf drei Jahre von Schülern, Kollegen und Elternschaft gewählt, ein durchaus diskutierwürdiges Demokratiemodell.

Galizien umgibt seine Sehenswürdigkeiten mit dem Reiz der Natur. Davon wurden wir bei einer Rundfahrt der Küste entlang in beeindruckender Weise überzeugt. Von mancher Felsenklippe aus genossen wir einen phantastischen Panoramablick auf die Meeresbuchten der "Rias Baixas".

Das Besuchs-Programm hatte viele Höhepunkte:

U. a. den Besuch eines meteorologischen Instituts in A Coruña, die Besichtigung einer Zuchtanstalt für Meerestiere auf der Insel "Arousa" und den Besuch einer Messe im Dom von Santiago, in dem ein gigantisches Weihrauchfaß im Hauptschiff der Kathedrale in Schwingungen versetzt wurde.

Als wir Abschied nahmen, taten wir es in der Vorfreude auf ein Wiedersehen in Bath und in der Überzeugung, daß wir für das Zusammenwachsen Europas einen ganz kleinen Beitrag geleistet hatten.


Wolfgang Fäth





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geändert am 06. Dezember 1996 durch U. Tutschku