
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
Themen:
Lehrfahrt der Klasse Foto 12 nach Venedig.
Pädagogischer Austausch der Fachgruppe Drucktechnik und Fotografie
Verfolgt man, soweit zeitlich überhaupt faßbar, die Beiträge in den Fachzeitschriften hinsichtlich des Überlebenskampfes der Druckindustrie, fällt auf, daß fast einem Steppenbrand gleich, alle Beteiligten von den neuen Medien erfaßt werden. Schlagwörter wie Digitaldruck, Multimedia und Internet geistern permanent umher. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig
hat sich wie die Druckindustrie in den letzten Jahren verändert. Die zunehmende Digitalisierung aller Daten verursachte einen tiefgreifenden Wandel für die klassischen Märkte rund um den gedruckten Buchstaben. Das gilt gleichermaßen für Reprobetriebe wie auch für Setzereien. Aber auch in der weiteren Verarbeitung (Druck und Buchbinderei) gab es keinen Stillstand.
Am besten läßt sich die Digitalisierung und ihre Auswirkung in der Druckvorstufe demonstrieren. Heutzutage können von der Aufnahme bis zum Druck alle Daten digital verfügbar gemacht werden. Sind Daten aber erst digital verfügbar, so kann man selbstverständlich mehr daraus machen als sie ,,nur" gedruckt zu Papier zu bringen. Jahrhundertelang war der Druck das einzige Massenmedium. In diesem Jahrhundert wurden Rundfunk und Fernsehen zur Konkurrenz. Die jüngsten Alternativen heißen CD-ROM, Kommunikationsnet; und Online-Datenbanken. Wer überleben will kann sich nicht mehr nur allein auf die Druckprodukte beschränken. Heute spricht man von Medienintegration und meint damit in der Druckvorstufe die Informationsaufbereitung für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke. Bild- und Textverarbeitung, Layout und Umbruch werden heute schon von vielen Kunden der Druckindustrie selbst übernommen.
Die Druckindustrie sieht sich demnach als ein wesentlicher Teil der Multimedia-Gesellschaft.
Entsprechend vielfältig sind auch die Ansprüche, die an die Mitarbeiter und damit auch an die Berufsausbildung gestellt werden.
Derzeit boomt das Seminar- und Workshop-Geschäft. Flexibel und schnell reagieren i.d.R. private Anbieter auf die vorhandenen Bedürfnisse des Marktes. Bei den Preisen herrscht wahre Goldgräberstimmung. Befragt man Teilnehmer oder erhält man einmal Einblick in die dicken Schulungsunterlagen, tritt nicht selten Ernüchterung ein.
Welche Rolle muß in diesem Feld die Berufsschule spielen? Wir müssen, das ist auch eine Hauptforderung des Bundesverbandes Druck, uns diesem Wandel ständig anpassen. Doch reicht dazu ein Angebot des Verbandes zu einer Programmschulung? Viele Icons sind nach ein paar Wochen, in denen man sich anderen pädagogischen Aufgaben widmen muß, teilweise wieder vergessen. Wer mehr Medienkompetenz vermitteln will, muß diese auch selbst besitzen. Dazu ist es notwendig, daß
-jeder betroffene Kollege Zugang zu qualifizierten Fortbildungsveranstaltungen erhält;
-jeder interessierte Kollege den Umgang mit den modernen Medien üben kann;
-die schulinternen Medienkompetenzen ausgetauscht werden;
-moderne Einrichtungen mit der Option auf ständige Erweiterung zur Verfügung gestellt werden;
-mehr Freiraum zum selbständigen Lernen eingeräumt wird.
Der atemberaubende Wandel läßt sich am besten an dem zum 1. August 1995 neu eingeführten Beruf ,,Werbevorlagenhersteller/-in erkennen. Aufgrund der fortschreitenden Verschmelzung von Text-, Bild-, Ton- und Videodaten wird die Berufsbezeichnung bereits zum 1. August 1996 in ,,Werbe- und Medienvorlagenhersteller/-in" mit den Fachrichtungen Gestaltung und Medienoperation umbenannt. Der Bundesverband Druck sieht in dieser Änderung einen wichtigen Beitrag seitens der Druckindustrie zur Initiative ,,Zukunftsberufe". Dieses neue, hochmoderne Berufsbild kann, so hofft der Bundesverband Druck, die Zahl der Ausbildungsplätze stabilisieren. Dies ist auch dringend nötig, denn in den letzten beiden Jahren hat sich die Zahl der Ausbildungsplätze nicht nur in unserer Region glatt halbiert.
Dieser regelrechte Einbruch bei der Zahl der Auszubildenden war auch der Grund dafür, daß seit dem Schuljahr 95/96 die Schriftsetzer und Drucker der Fachstufen I und II aus den Aschaffenburger Ausbildungsbetrieben unsere Schule besuchen.
Ebenfalls mit dem Schuljahr 95/96 wurden die Lehrpläne für die Drucker-Fachklassen zur Erprobung eingeführt. Diese Lehrpläne bauen auf das im Schuljahr 94/ 95 eingeführte Berufsgrundbildungsjahr in kooperativer Form auf. Eine weitere, erfreuliche Neuerung war die Aufnahme von Englisch als Pflichtfach in die Stundentafel bei Blockunterricht.
Wilfried Oeser
Dieser im Alltag häufig anzutreffende Spruch trifft insbesondere auf unsere Drucker zu. Zum dritten Male hintereinander hat einer ,,unserer" Drucker, diesmal Steffen Endres von der Fa. Vogel Verlag und Druck, den Varn-Förderpreis in Höhe von 1000,- DM entgegennehmen dürfen. In einer kleinen Feierstunde freute sich auch der Geschäftsführer von Vogel Druck und Medienservice, Heinz Schornstein, über die hervorragenden Leistungen seines hoffnungsvollen Druckertalents. Wie in den beiden Jahren zuvor erreichte kein Drucker in Hessen, Thüringen und Bayern einen besseren Abschluß in Theorie und Praxis. Für Andreas Wilkes, der im Auftrag seiner Firma den Preis überreichte, wird es schon langsam unheimlich, daß wir Würzburger immer die Nase vorne haben. Sicher spricht diese Auszeichnung in erster Linie für das glückliche Händchen der Verantwortlichen bei der Auswahl der Auszubildenden, sowie für die Qualität der betrieblichen Ausbildung; aber auch die Berufsschule trug, darin waren sich die abgebildeten Personen einig, ihr Scherflein zu diesem Erfolg bei. Jedenfalls wird ein so lernwilliger und leicht zu begeisternder junger Mann wie Steffen Endres, nach Ableistung seines Wehrdienstes im Herbst, keine Arbeitsplatzsorgen haben.
Die Beteiligten stellen sich nach der Preisübergabe dem Fotografen:
Von links Reinhold Alban (Abteilungsleiter Druck), Andreas Wilkes (Fachberater der Fa. Varn), Heinz Schornstein (Geschäftsführer Vogel Druck und Medienservice), Steffen Endres (der Prämierte), Wilfried Oeser (Klassenlehrer), Wilhelm Ott (Ausbilder), Andreas Kohler (Betriebsratsvorsitzender).
Am Samstag, dem 06. Oktober 1995, abends um halb neun Uhr starteten wir, die Klasse Foto 12, zusammen mit Herrn Denninger und Herrn Seydl, zu unserer langersehnten Lehrfahrt nach Venedig. Auf der 12-stündigen Zugfahrt hatten wir genügend Zeit, uns auf die vor uns liegende Woche einzustimmen, indem wir die von Herrn Seydl zusammengestellten Auszüge aus Venedig-Reiseführern studierten. Somit war es uns möglich, uns schon einige Ideen zu den fotografischen Themen (z. B. Menschen in Venedig, Spiegelungen,...) zu machen.
Am Sonntag Morgen gegen 9 Uhr erreichten wir bei wunderbarem Wetter und circa 22° C Temperatur den Bahnhof in Venedig. Obwohl wir von der langen Fahrt im vollbesetzten Zug noch ziemlich müde waren, machte sich sofort Begeisterung beim Anblick dieser herrlichen Stadt breit. Doch zunächst mußten wir erst einmal unser Gepäck loswerden und zu unserer Unterbringung, dem Bungalows auf dem Campingplatz Miramare in der Ortschaft Punta Sabbioni, auf der der Lagune von Venedig vorgelagerten Düne, fahren. Danach hatten wir die Möglichkeit, wieder auf die Hauptinsel zu fahren, um erste Aufnahmen zu machen oder aber die nähere Umgebung fotografisch zu erkunden.
Am nächsten Tag führten uns Herr Denninger und Herr Seydl durch die Stadt, wobei uns Herr Seydl fachkundige Erklärungen und Tips zu den wichtigsten Stellen gab. Mit der Führung war auch eine Besichtigung der Friedhofsinsel San Michele verbunden, deren teilweise wunderschöne und für unsere Augen fremdartige Gräber viele von uns faszinierten.
Eine weitere Möglichkeit an fotografischen Motiven fündig zu werden, boten der Dienstag mit dem Besuch des jüdischen Ghettos sowie der Mittwoch mit Besichtigungen alter Werften, wo wir die Möglichkeit hatten, den Gondelbauern beim Restaurieren und beim Neubau dieses für Venedig typischen Verkehrsmittels über die Schulter zu sehen. Ansonsten mußte man in Venedig nicht lange suchen, um ein würdiges Motiv zu finden. An jeder Ecke, in jedem Kanal, an jedem Gebäude, in jeder Gasse gab es unzählige Möglichkeiten, das in unserer Ausbildung Gelernte in die Praxis umzusetzen.
Der Donnerstag gehörte den drei nördlich von Venedig gelegenen Inseln Murano, Torcello und Burano. Auf Murano teilten wir uns in Kleingruppen auf, um dort in den meist engen Glasbläsereien genügend Platz zu finden und um dort die Glasbläser bei ihrer schweißtreibenden Arbeit fotografieren zu können. Torcello, die "Hemingway"-Insel, fiel uns besonders durch ihre üppige Pflanzenwelt auf, da man das Grün in Venedig-Stadt fast ein bißchen vermißte. Auf Burano war der glücklich, der einen Farbfilm in der Kamera hatte, denn hier war jedes Haus in einer anderen bunten Farbe angestrichen, so daß sich hier besonders viele reizvolle Fotomotive anboten. Zudem war nur noch eine Stunde bis Sonnenuntergang, wodurch das Licht ideal zum Fotografieren wurde.
Abends überraschten wir unsere Lehrer schließlich mit einem großen selbstgemachten Abendessen für alle, mit dem wir uns bei ihnen bedankten. Aber nicht nur Herrn Denninger und Herrn Seydl gebührt Dank, sondern auch unserem Direktor, Herrn Sauerwein, der uns die Fahrt, die für uns alle zu einem unvergeßlichen - und Dank unserer Bilder - auch immer wieder erinnerbaren Erlebnis wurde, möglich machte.
Monika Kunkel / Sybille Kübler (Foto 12)
Aller Anfang ist langwierig ...
Seit mittlerweile eineinhalb Jahren wird zwischen der Franz-Oberthür-Schule und der Mimerskolan, Umea, Schweden, eine Schulpartnerschaft angestrebt. Umea ist die schwedische Partnerstadt Würzburgs und der Kontakt der beiden Schulen kam durch einen an der Universität von Umea lehrenden, aber aus Würzburg stammenden Hochschuldozenten zustande.
Um die Partnerschaft weiter voranzubringen verbrachten zwei schwedische Kollegen, Lars-Ake Stomfelt und Michael Rotberg, im Rahmen des EU-Programmes TEX, Ende April eine Woche in der Fachgruppe Drucktechnik und Fotografie. Die Unterbringung der beiden Schweden, die bereits im vorigen Jahr für mehrere Tage die Möglichkeit hatten, unsere Schule kennenzulernen, wurde von Kollegen Wolfgang Liepold und mir übernommen. Ziel des EU-Programmes TEX ( = Teacher Exchange) ist aber natürlich das gegenseitige Kennen- und Verstehenlernen der unterschiedlichen Schulsysteme und damit verbundener Probleme, Möglichkeiten und Chancen für die Schüler und Jugendlichen. Daneben soll aber auch der persönliche und private Kontakt zwischen den Lehrkräften der beiden Schulen gefördert werden. Also machte ich mich am frühen Morgen des 20. Mai auf die Reise nach Nordschweden zum Gegenbesuch, im Gepäck einige Unterrichtseinheiten zum Thema "Deutsche Fotografen des 20. Jahrhunderts", und - aus aktuellem Anlaß - "Tiepolo in Würzburg", eine große Portion Neugier, auf das, was mich erwarten sollte,... und jede Menge Flugangst ( an dieser Stelle nochmals Dank an die Piloten, die mich sicher wieder nach Frankfurt zurückbrachten).
Dichtgedrängtes Programm
Nach einer herzlichen Begrüßung am Flughafen durch meinen Tauschpartner Lars-Ake Stomfelt bei strahlendem Sonnenschein, ging es gleich ins "Alltagsgeschäft": Besichtigung des Schulgebäudes und der Fachgruppe Video und Fotografie sowie Kennenlernen des engeren Kollegenkreises der Abteilungen "Medien" sowie "Kunst und Design". Am ersten Abend schließlich Kennenlernen der mich beherbergenden Familie von Lars-Ake Stomfelt. Mein Eindruck am ersten Tag: überwältigende Gastfreundschaft, angenehmes schulisches Arbeitsklima, herrliche Landschaft und freundliches Wetter- allerdings bei bitterkalten 4 °C.
Die folgenden beiden Wochen vergingen wie im Flug:
Lehrfahrt auf eine Ostsee-Insel zum Malen, Zeichnen und Fotografieren, fachpraktischer Unterricht mit fachtheoretischen Einschüben ( dazu später ), Besprechung von Fotografien, Aquarellmalereien, - Kaffeepause - Beobachtung von Unterricht und Schülern, Gespräche mit Kollegen, Gespräche mit Schülern - Kaffeepause - Arbeit mit Video-Computer-Programm, Besuch der schwedischen Fernsehanstalt, Besuch von anderen Programmen ( "Musik", "Tanz", "Theater" ) - Kaffeepause - eigener Unterricht, Acrylmalerei, Diskussion mit Schülern, Gespräche über Noten, Treffen mit dem Schulleiter ... und lange Sommerabende ( schließlich bleibt es in diesem Teil Schwedens schon im Mai die ganze Nacht hell ).
Andere Länder - andere Schulsysteme - andere Probleme ...
Genügend Zeit und Information "aus erster Hand" also, sich intensiv mit dem schwedischen Schulsystem, den Hintergründen und resultierenden Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und Vergleiche zum dualen System zu ziehen:
Erste Auffälligkeit: alle Kolleginnen und Kollegen einschließlich Schulleiter und alle Verwaltungsangestellten duzen sich nicht nur untereinander, sondern auch alle Schüler duzen alle Lehrer - ein für mich recht gewöhnungsbedürftiges Verhaltensmuster - das allerdings auch aus der schwedischen Politik der starken Betonung des sozialen Miteinanders über Jahrzehnte geprägt sein dürfte.
Auch eine Folge dieser Politik dürfte sein, daß im Unterrichtsgespräch - das die Kollegen freundlicherweise oft in englischer Sprache hielten - die Belobigung der Schülerarbeiten absolute Priorität besitzt. Dem wird auch in der Notengebung Rechnung getragen. 4 Bewertungsstufen finden Anwendung: unterdurchschnittlich, durchschnittlich, gut und sehr gut.
Ein großes Problem der schwedischen Gesellschaft ist die Jugendarbeitslosigkeit. Sie liegt derzeit bei ca. 22 %. Verschärft wird dies in der Stadt Umea, einer mit ihren 100.000 Einwohnern plus 20.000 Universitätsstudenten mit Würzburg durchaus vergleichbaren Stadt, durch die Insellage in Nordschweden und die durch Verwaltung und Universität geprägte Struktur, wo bis zu den nächst größeren Städten im Norden ( Lulea bzw. Kiruna ) und Süden ( Sundsvall ) jeweils ca. 350 km zurückzulegen sind, bis Stockholm sind es gar 700 km ! Dazwischen gibt es viel Land(wirt)schaft, aber keine Arbeitsplätze, und schon gar nicht im gewerblich-technischen Bereich.
Aus diesem Grunde besuchen ca. 95 % aller Jugendlichen eine von insgesamt 16 Sparten ( "Programme" ) des "Gymnasiums", in das sie im Alter von 16 Jahren aus der "Grundschule" übertreten. Bis zu diesem Zeitpunkt findet keinerlei Differenzierung statt, und mit dem Ende der "Grundschule" sind die Jugendlichen nicht mehr schulpflichtig.
Einige dieser 16 Programme sind vorwiegend theoriebezogen, die anderen, und dazu zählt auch das Programm "Medien", hauptsächlich praxisbezogen. Praxis in diesem Falle heißt allerdings weniger, wie wir es von unserer Fachgruppe kennen, die Beherrschung der fotografischen Technik und erst in zweiter Linie der gestalterische Aspekt, sondern hier steht der künstlerische Teil der Ausbildung absolut im Vordergrund. Daher wird - ich habe es bereits oben erwähnt - der Theorieunterricht dem Praxisunterricht untergeordnet und eine theoretische Unterweisung findet nur zu gegebener Zeit und bei Bedarf in der Fachpraxis statt.
Andere Sparten, die allerdings nicht an der Mimerskolan unterrichtet werden, wären z.B. "Elektrizität", "Bau", "Kfz-Handwerk", "Gastronomie", "Industrielles Programm"(Metall, Holz), um nur einige zu nennen. Die Jugendlichen sind aber in allen Fällen Vollzeitschüler, die das betriebliche Leben nur aus einer bestimmten Zeit von Pflichtpraktika kennen.
Während der 3jährigen Programme wird nur eine sehr geringe Anzahl Schüler das "Gymnasium" verlassen, so daß ca. 90 % aller Jugendlichen diese Schulform im Alter von 19 Jahren abschließen. Mit bestimmten Abstrichen und unter Umständen mit der Verpflichtung zu Zusatzqualifikationen in bestimmten Fächern erwirbt man aber im "Gymnasium" einen allgemeinen Hochschulabschluß, der den Zugang zu allen Universitätsstudiengängen eröffnet. Die schwedische Liberalität und die Offenheit des Schulsystems birgt also große Möglichkeiten für Jugendliche, sich in "ihrem" Fachgebiet, losgelöst von den Sachzwängen des betrieblichen Alltags, zu entfalten, zu engagieren und im Alter von 16 Jahren auf ein ganz konkretes Berufsziel hinzuarbeiten. Daraus ergibt sich im Gegenzug allerdings die Gefahr der Frustration, eben dieses Berufsziel aus irgendwelchen Gründen doch nicht zu erreichen und die äußerst geringe betriebliche Praxis mit allen daraus folgenden Konsequenzen.
Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte ...
Alles in allem - so ließe sich resümierend feststellen - ist das Lehreraustauschprogramm TEX eine einmalige Chance für mich gewesen, ein anderes Schulsystem vor Ort kennenzulernen, Informationen von direkt Beteiligten zu erhalten, auch wenn manche schwierigen Zusammenhänge und abstrakte Themen auf sprachliche Barrieren stießen, die nicht so einfach "mit Händen und Füßen" überwunden werden konnten. Nicht zuletzt möchte ich an dieser Stelle aber auch meiner "Partnerfamilie" Stomfelt und den anderen Kollegen danken, die mich nicht nur hervorragend beherbergt und bewirtet haben, sondern mir insbesondere einen Einblick in schwedisches Alltagsleben und -arbeiten gegeben haben - und das Leben nahe des nördlichen Polarkreises ist ein anderes Leben als wir es gewohnt sind !
P.S.: Wie geht es mit der Schulpartnerschaft weiter ? Diese Frage nahm einen großen Raum in der Abschlußbesprechung mit dem Schulleiter der Mimerskolan, Herrn Daggenberg, ein. Da das EU-Programm TEX in diesem Schuljahr ausläuft, kann nur innerhalb eines anderen Programms, das eine multilaterale Schulpartnerschaft vorsieht, weitergemacht werden. Dazu ist es notwendig, mit mindestens noch einer teilnehmenden Schule in Kontakt zu treten und eine Projektbeschreibung auf den Weg zu bringen. Um diese Zeit nicht untätig verstreichen zu lassen, ist geplant, zu Beginn des kommenden Schuljahres 1996/97 Schülerarbeiten der Mimerskolan in den Schaukästen der Fachgruppe Drucktechnik und Fotografie auszustellen und im Gegenzug sollen Arbeiten unserer Schüler in der Mimerskolan ausgestellt werden.
Thomas Seydl
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
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geändert am 06. Dezember 1996 durch U. Tutschku