
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
Aufgabe zur Vorbereitung auf die Technikerausbildung
"In's Schwarze" getroffen haben wir mit unserem kostenlosen Service zur Vorbereitung auf den Besuch der Technikerschule an der Franz-Oberthür-Schule.
Die Idee eine solche Vorbereitung anzubieten entstand, weil zahlreiche SchülerInnen unserer Fachschule für Techniker zu Beginn des Schulbesuchs sehr viel Zeit aufwenden müssen, um sich die früher in der Berufsschule erworbenen Grundfertigkeiten erneut einzuüben. Insbesondere im Rechnen (Mathematik) und in der Physik.
Dies liegt daran, daß in der Zeit zwischen dem Ende der Berufsschule und dem Eintritt in die Technikerschule eine Übungsmöglichkeit fehlt. Das in der Berufsschule erworbene Wissen und die angeeigneten Fähigkeiten und Fertigkeiten werden einfach vergessen.
Dem wollen wir mit Übungsaufgaben entgegenwirken. Im März haben wir das erste Aufgabenblatt (siehe unten) erstellt und an die InteressentenInnen versandt. Die Teilnahme ist freiwillig.
Wird ein Lösungsversuch termingerecht zurückgeschickt, erhält der/die TeilnehmerIn die Arbeit korrigiert zurück, ferner eine Musterlösung (siehe unten) und einen neuen Aufgabensatz. Bei Rücksendung nach dem vorgegebenen Termin versenden wir nur die entsprechende Musterlösung und den neuen Aufgabensatz. Schickt ein/e TeilnehmerIn keinen Lösungsversuch ein, fällt sie/er aus der Vorbereitungsmaßnahme heraus.
Zu unserer großen Überraschung war die erste Einsendung bereits vier Tage nach dem Aufgabenversandt bei uns eingegangen. Fast alle angeschriebenen InteressentenInnen haben termingerecht einen Lösungsversuch eingesandt.
Nun sind wir gespannt, ob den TeilnehmernInnen an dieser Vorbereitungsmaßnahme der Einstieg in die Technikerausbildung leichter fällt und sie die Probezeit streßfreier überstehen. Wir werden zu gegebener Zeit darüber berichten.
Manfred Eyrich
Franz-Oberthür-Schule
Städt. Gewerbl. Berufsbildungszentrum I, Würzburg
- Fachschule für Techniker - 14.03.1996
Rücksendetermin: 10. Mai 1996
Lieber Interessent,
mit diesem Blatt beginnen wir unseren Modellversuch zur Vorbereitung auf die Technikerausbildung an unserer Fachschule.
Diese Maßnahme soll Ihnen den Einstieg in die Fachschule erleichtern. Außerdem garantiert Ihnen die Franz-Oberthür-Schule, daß Sie nach regelmäßiger Teilnahme an dieser Vorbereitung bei der Anmeldung zur Technikerausbildung gegenüber anderen Bewerbern bevorzugt werden.
1. Ihr Lösungsvorschlag sollte auf DIN-A4-Papier geschrieben und die jeweilige Lösung mit der entsprechenden Aufgabennummer versehen sein.
2. Auf dem Lösungsblatt muß unbedingt Ihr Name und Wohnort mit PLZ stehen sowie das Kennzeichen des Übungsblattes (siehe Kasten oben rechts)
Sehen Sie sich das beiliegende Muster an, dann ist alles klar.
3. Bearbeiten Sie die Aufgaben möglichst in der gegebenen Reihenfolge. Wenn Sie eine Aufgabe nicht lösen können, lassen Sie diese weg und nehmen die nächste.
4. Senden Sie die Lösung an:
Franz-Oberthür-Schule
Fachschule für Techniker
Zwerchgraben 2
97074 Würzburg
oder per Fax an: 0931/74989
5. Wenn Ihre Lösung bis zum angegebenen Rücksendetermin bei uns eingegangen ist, erhalten Sie diese korrigiert und mit Musterlösung versehen zurück. Gleichzeitig erhalten Sie auch das nächste Übungsblatt.
Versäumen Sie das rechtzeitige Rücksenden, erhalten Sie nur die Musterlösung und das aktuelle Übungsblatt.
Wenn Sie keine Lösung einsenden erhalten Sie auch keine neuen Aufgaben.
Sollten Sie noch Fragen haben, dann schreiben Sie uns oder rufen an, wir helfen Ihnen gerne.
So, nun geht's an die ersten Aufgaben!
Wir fangen einfach an und steigern die Anforderungen langsam.
Das Rechnen mit Größen
Als Größe (physikalische Größe) gilt alles, was sich als Produkt aus Zahlenwert und Einheit
nebeneinander schreiben läßt. Jede Größe wird mit einem Formelzeichen angegeben.
Es gilt die allgemeine Größengleichung:
Grösse=Zahlenwert x Einheit
Beispiele:
Größe Formel-z Einheit Einheit eichen* (Zeichen) (Name) Länge l m Meter Zeit t s Sekunde Temperatur T K Kelvin Masse m kg Kilogramm Volumen V m³ Kubikmeter oder Meter hoch drei Elektrische I A Ampere Stromstärke Elektrische U V Volt Spannung
* Formelzeichen werden kursiv gedruckt.
Die Einheiten werden mit verschiedenen Vorsätzen verwendet :
| Vorsätze zu Einheiten, Vorsatzzeichen, Faktor | |||||||||||||
| Exa | Peta | Tera | Giga | Mega | Kilo | Dezi | Zenti | Milli | Mikro | Nano | Piko | Femo | Alto |
| E | P | T | G | M | k | d | c | m | µ | n | p | f | a |
| 1018 | 1015 | 1012 | 109 | 106 | 103 | 10-1 | 10-2 | 10-5 | 10-6 | 10-9 | 10-12 | 10-15 | 10-18 |
Benutzen Sie zur Lösung Ihr Tabellenbuch oder Ihre Formelsammlung aus der Berufsschule!
1. Aufgabe
Es ist zu addieren und das Ergebnis als Größengleichung anzugeben:
a) 530g und 1,754 kg und 0,382 kg und 15000 mg;
b) 23,740 km und 1528 m und 0,390 km;
c) 580 10 ³ m und 4399 m und 56 km;
d) 220 kV und 110 000 V und 0,06 MV;
e) 56,375 s und 10,018 s und 723 ms;
2. Aufgabe
Geben Sie die folgenden Größen mit der gewünschten Einheit an !
a) Geschwindigkeit v = 30 in m/s;
b) Drehzahl n = 2 in 1/min;
c) Arbeit W = 600 Ws in Wh;
d) Elektrizitätsmenge Q = 36000 mAs in Ah;
e) Leistung P = 7000 mW in W;
3.Aufgabe
Berechnen Sie die Fläche A eines Rechtecks mit der Länge l = 0,12 km und die Breite b = 80 m. Das Ergebnis ist in Hektar (ha) anzugeben !
4. Aufgabe
Welche Durchschnittsgeschwindigkeit v in km/h hatte ein Skirennläufer, wenn er in 1 Minute,
3 Sekunden und 231 Tausendstel die Strecke l = 1628 m durchfahren hat ? (Ansatz: v = )
5. Aufgabe
Ein Elektroauto muß eine Reibungskraft von 400 N überwinden und soll eine Geschwindigkeit von 60 km/h erreichen.
Berechnen Sie die erforderliche Antriebsleistung in kW!
Viel Spaß beim Lösen der Aufgaben wünscht Ihnen
Manfred Eyrich
Diesmal hatten wir die Arbeit, aber auch......
Im Rahmen des Schulversuchs "Schule gestalten" wurde die Idee geboren, einmal eine Klassenfahrt mit Betriebsbesichtigungen von den Schülern selbst durchführen zu lassen.
Unter fachkundiger Anleitung von Herrn Geiger und Herrn Hey übernahmen wir, die Klasse TS-Ma 1, dann auch engagiert die Planung und den Schriftverkehr für das mittlerweile zum Projekt gewordene gemeinsame Vorhaben.
Unsere Zielsetzung war es, am Vormittag in Gerolzhofen bei der Firma EFESIS die Herstellung von Schleifscheiben zu sehen, und am Nachmittag deren Einsatz in der Fertigung bei der Firma STAR in Volkach.
Nachdem die Firmen ihr OK gegeben hatten und ein Termin feststand, mußten wir uns nur noch um ein Busunternehmen kümmern. Bei dem günstigsten buchten wir, und der Klassenfahrt stand nun nichts mehr im Wege.
Am 12.03.1996 war es soweit. Pünktlich um 7.30 Uhr fuhren wir los, begleitet von unserem Werkstoffkundelehrer Herrn Hey und dem Deutschlehrer Herrn Geiger. Die Busfahrt verlief wegen der allgemeinen Morgenmüdigkeit eher still. Während der Fahrt wurden nach einem kurzen Abriß des Tagesverlaufs von Herrn Geiger noch die vorbereiteten Notizblätter für die Betriebsrundgänge verteilt. Auf diesen sollte jeder Schüler Fragen und Notizen über die einzelnen Firmen aufschreiben und später in die Diskussion einbringen. Wir kamen pünktlich bei der Firma EFESIS in Gerolzhofen an. Dort hatten wir das Gefühl, sehr willkommen zu sein: In der Kantine, wo man uns begrüßte und in zwei Gruppen aufteilte, waren Getränke für uns bereitgestellt worden. Nachdem man uns einen kurzen geschichtlichen Rückblick über den Werdegang der Firma und über ihre Produktpalette gegeben hatte, ging es dann endlich richtig los.
Als sich das Tor der Werkshalle für uns öffnete, schlug uns ein strenger beißender Geruch entgegen. Wir hofften, dies würde sich im Laufe der Führung ändern, doch es roch in jeder Abteilung etwas anders und noch etwas strenger. Für uns taten sich sehr viele Fragen auf, welche jedoch von unseren freundlichen und kompetenten Führern alle nacheinander sehr ausführlich beantwortet wurden. Es entstand der Eindruck, daß man sich gut auf uns vorbereitet hatte. Wir waren alle über die Vielzahl der erforderlichen Zutaten für die Schleifkörper erstaunt. Die Entstehung einer Schleifscheibe ist ähnlich der eines Kuchens.Also fanden wir uns im Prinzip in einer riesigen "Bäckerei" wieder. Nach sorgfältigem Abwiegen der Zutaten werden diese zunächst gut durchgemischt. Dann kommen sie in eine Form. Bei der Form muß unter anderem berücksichtigt werden, daß sich die Größe des gepreßten Rohlings während des späteren "Backens" und dem anschließenden Abkühlen noch verändert. Von dem großen Durchlaufbrennofen, der seit 10 Jahren ununterbrochen eingeschaltet ist, waren wir alle sehr beeindruckt. Nachdem wir die einzelnen Abteilungen besichtigt hatten, trafen sich die beiden Gruppen wieder in der Kantine.
Dort war dann wegen unseres Terminplans nur noch wenig Zeit für die Diskussion. Aber alle hatten den Eindruck, an einem anschaulichen Produktionsrundgang mit vielen neuen Erkenntnissen teilgenommen zu haben. Sicherlich werden wir in unserem späteren Berufsleben nicht mehr so schnell Einblick in die Schleifscheibenfertigung nehmen können.
Der Aufbruch nach Volkach verlief dann in gewohntem Tempo von Herrn Hey, jedoch nicht ohne ein paar verbindliche Worte des Dankes und der Übergabe einer kleinen typisch fränkischen Anerkennung.
In Volkach machten wir Mittagspause. Frisch gestärkt liefen wir dann von unserer Gaststätte zur Firma STAR. Der Empfang dort sah so aus, daß alle zuerst ihre Fotoapparate bei den bodygebildeten Herren der Werkssicherheit abgeben mußten. Dann erschien der Betriebsleiter. Nach seiner kurzen Begrüßung führte er uns in einen großen Schulungsraum, in dem bereits die Produktionspalette der Firma ausgestellt war. Gewohnt fix ergriff Herr Hey die Gelegenheit beim Schopf und ergatterte ein Demonstrationsobjekt, das der Betriebsleiter vorgezeigt hatte. Auch hier bekamen wir erst noch einen kurzen Überblick über die Firma. Wieder wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und anschließend durch das Werk geführt. Auch hier gab es viel Interessantes zu sehen. Unsere Fragen wurden wieder an Ort und Stelle ausführlich und erschöpfend beantwortet.
Der Kugelgewindetrieb - eine modulare Komponente des modernen Maschinenbaus.
Bildnachweis: Deutsche STAR GmbH Schweinfurt
Insbesondere hat uns hier die Vielfalt der modernen Fertigungsverfahren sehr beeindruckt.
Die für Kugelgewindetriebe erforderliche Präzision prägt das Bild der Firma STAR: Es waren fast ausschließlich CNC-Maschinen zu sehen. Wir konnten hier auch Maschinen bestaunen, von denen die meisten von uns bis jetzt nur in der Berufsschule gehört hatten (Induktionshärtemaschinen, Erodiermaschinen...). Die Spindeln für den Kugelgewindetrieb werden meist gerollt, teilweise werden sie jedoch auch gewirbelt. Anschließend werden sie im Induktionshärteverfahren gehärtet. Zuletzt folgt noch ein präziser Schleifprozeß, der ihnen die geforderte hohe Qualität verleiht.
Trotz der interessanten Maschinen und Verfahren waren die meisten von uns froh, als wir die Besichtigung beendet hatten, denn als Schüler sind wir anscheinend das viele Stehen nicht mehr gewohnt.
Der Rundgang endete schließlich mit einer Diskussionsrunde in der Werkskantine. Hier wurden auch die letzten Fragen noch bereitwillig beantwortet.
Mit vielen neugewonnenen Eindrücken und beladen mit neuem Wissen traten wir gegen 16.15 Uhr erschöpft von einem anstrengenden Tag die Heimreise an.
Heidi Staub / Andreas Grabosch
TS-MA 1
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
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geändert am 06. Dezember 1996 durch U. Tutschku