
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
Themen:
Schlaglichter eines Schuljahres
Von Burn-out-Symptomen keine Spur
Bundesverdienstkreuz für Lorenz Heilmann
Verabschiedungen
Den Höhepunkt in der Jahresabschlußkonferenz 1994/95 bildete die Verabschiedung unserer Kollegen Edgar Hofman und Hans Zeitler. Beide unterrichteten, aufbauend auf einer soliden praktischen Ausbildung, über 35 Jahre an beruflichen Schulen. Fachkompetenz in Verbindung mit pädagogischem Geschick ließen ,,Metzger Hofmann" und ,,Kfz-Zeitler" zu ebenso beliebten, wie anerkannten Lehrern werden. In der Schule bekleideten sie die Funktionen der Fachbetreuer für ihre Berufsfelder.
Zum Dank und zur Erinnerung wurde Ihnen das traditionelle Fotoalbum der Schule und wertvolle Buchgeschenke überreicht. Die beiden rüstigen ,,Jungpensionäre" bestätigten in ihren Abschiedsreden, daß ihnen die Unterrichtstätigkeit in den langen Jahren viel Freude bereitet habe und sie bedankten sich für die Wertschätzung und Unterstützung, die sie an unserer Schule erfuhren.
Ein Satz von Hans Zeitler ließ aufhorchen. ,,Ich habe gar nicht gewußt, daß ich so gut war. Eigentlich schade, daß man das immer erst zur Verabschiedung gesagt bekommt."
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Sommerfest 95
Die Jahresabschlußkonferenz ging nahtlos in das traditionelle Sommerfest über, das die beiden Gewerblichen Berufsbildungszentren gemeinsam feierten. Diesmal fand es bei strahlendem Sonnenschein an unserer Schule auf der Wiese hinter dem Konferenzraum statt.
Unsere Jungpensionäre (Edgar Hofmann, Hans Zeitler, ihnen schloß sich Hubert Zenglein an, der erst Ende September 95 in den Ruhestand gehen konnte) zeigten sich besonders spendabel: Sie übernahmen die Kosten für die ,,Speisung" des Kollegiums. Lag es daran, daß die Schlange vor der Grillstation nicht enden wollte oder lag es an dem hervorragenden Essen, das unsere Köche wieder zubereitet hatten?
Am späten Nachmittag kündigte sich eine Überraschung an: Die ,,Black Velvet Band" bereitete ihren Auftritt vor. Das Duo interpretierte in lockerer Reihenfolge ins Ohr gehende irische Volkslieder. Viel Beifall war der Dank für die künstlerische Leistung und die engagierte Darbietung.
Unter der großen Schar der Kolleginnen und Kollegen mit ihren Angehörigen war wieder eine stattliche Anzahl unserer Ruheständler vertreten. Ihre Anwesenheit zeigt ihre Verbundenheit zu unserer Schule und ist immer eine Bereicherung unseres geselligen Beisammenseins.
Je später der Abend, desto...? Am gleichen Nachmittag fand die Abschlußfeier der Berufsfachschule für Maschinenbau statt. Nach deren Ende kamen Stadtschulrat Hartenstein und Stadtrat Felgenhauer noch zu unserem Fest. Beide konnten gerade noch verköstigt werden, denn die große Schlacht am Buffett war schon vorbei. Der stimmungsvolle Platz und der wunderbare Sommerabend führte wohl dazu, daß, entgegen sonstigen Gepflogenheiten, sich die Festgesellschaft nur langsam auflöste.
Einer der letzten Gäste war Stadtrat Felgenhauer. Ob er damals bereits über seine Kandidatur für den Oberbürgermeister nachdachte?
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Das Schuljahr beginnt
In den letzten Jahren hat die Anzahl der Klassen an unserer Schule abgenommen. Deshalb konnte Schulleiter, OStD Sauerwein in der Eröffnungskonferenz des Schuljahres 95/96 keine neue Kolleginnen bzw. Kollegen begrüßen, obwohl 3 Kollegen in den Ruhestand getreten waren.
Nochmals Verabschiedung
Ende September 95 konnte Kollege Hubert Zenglein in den wohlverdienten Ruhestand treten, da er im selben Monat seinen 62. Geburtstag feierte. Eine Besonderheit, denn bisher entließ die Stadt Würzburg ihre Lehrkräfte entweder zur Schuljahreshälfte oder am -ende in den Ruhestand.
Kollege Zenglein gehörte zu jenen Lehrern, die ihren Weg zu den beruflichen Schulen über die Volksschule fanden. Im Laufe der über 35 Dienstjahre wurde er in den Klassen erst der BAS und dann auch der BOS heimisch. Generationen von Schülern wurden nicht nur von seinem Physikunterricht geprägt, sondern auch von seiner Persönlichkeit. Unser ,,BAS-Zenglein ein echtes ,,pädagogisches Urgestein" hatte klare Unterrichtsprinzipien und war fest überzeugt von der Nützlichkeit einer beruflichen Ausbildung. In der Schule bekleidete er die Funktion des Beratungslehrers. Die nutzte er, um junge Menschen davon zu überzeugen, daß die eine Berufsausbildung keine Sackgasse darstellt, sondern viele Optionen auf die Zukunft offen hält.
Kollege Zenglein freute sich über das obligatorische Fotoalbum der Schule und über einen Präsentkorb, dessen Inhalt einige seine persönlichen Neigungen widerspiegeln sollte. In seinen Abschiedsworten betonte er besonders, daß er sich an unserer Schule sehr wohl gefühlt hatte.
Seine Kolleginnen und Kollegen der BAS und BOS überraschten ihn mit einem Rundflug über das Maindreieck als Abschiedsgeschenk. Der Flug wurde bei herrlichem Wetter kurze Zeit später von unserem Kollegen Gräf durchgeführt
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Betriebsausflug 95
Um die Mittagszeit desselben Tages, also am 28. September 1995, führte uns der Betriebsausflug bei kühlem, aber trockenem Wetter in das liebliche Taubertal. Nach einem guten Mittagessen in den ,,Deutschherren Stuben' am Marktplatz in Weikersheim, ging es zu einer geführten Besichtigung des dortigen Schlosses. Der Stammsitz des Hauses Hohenlohe wurde zum ersten Male, als Herrschaft auf der Wasserburg Wighartesheim, im Jahre 1156 schriftlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Veränderungen vorgenommen, bis er 1760, in der Barockzeit, die heutige Gestalt erlangte. Beeindruckend waren nicht nur die prächtig ausgestalteten Räumlichkeiten, sondern auch die vollständige Einrichtung der Wohnräume.
Ein besonderer Genuß war am Ende der Führung ein Gang durch den neu restaurierten herrlichen Barockgarten. Im Eingangsbereich des Schlosses ist die staatliche Wein- und Sektkellerei untergebracht. Zur Überraschung des Kollegiums, denn in der Einladung war davon nichts erwähnt, gab es eine kleine Sektprobe. Kein Wunder, daß es nicht nur einer freundlichen Aufforderung bedurfte, ehe wir unser nächstes Ziel, Röttingen, anfahren konnten. Dort wurde eine Gruppe auf einem Rundwanderweg durch den Ort und eine andere auf dem Sonnenuhrenweg geführt. Über 20 verschiedenartigste Sonnenuhren aus verschiedenen Zeiten gab es da zu sehen.
Nach einem Einführungsvortrag über die Funktionsweise von Sonnenuhren kamen wir auf einem Rundweg an 8 Uhren vorbei, deren Technik uns erläutert wurde. Aber leider ließ sich an diesem Spätnachmittag die Sonne nicht mehr blicken.
Zum gemütlichen Ausklang trafen wir uns in einer Heckenwirtschaft. In der als Gastraum umfunktionierten Scheune war es anfänglich recht kühl. Aber die deftige Brotzeit und der gute Schoppen ließ das Wohlbefinden schnell ansteigen. Und als der Wirt zum Akkordeon griff, man kann es fast nicht glauben, sangen die meisten Kolleginnen und Kollegen aus voller Brust mit.
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Wieder einmal im Knauf-Museum
Mitte Oktober besuchten wir wieder einmal mit einer Gruppe von ca. 30 Lehrkräften eine der mittlerweile berühmten Ausstellungen im Knauf-Museum in Iphofen.
Diesmal gab es da fast 500 faszinierende Funde zu bestaunen, die uns einen Einblick in das Leben und die Kunstfertigkeit der Völker der ,,Neuen Welt" vermittelten. Gerade die fehlende Schrift macht die Kunst der Azteken, Mayas und Inkas, die sich unabhängig von der übrigen Welt entwickelte, so ausdrucksstark und vielseitig. Erst durch die archäologische Arbeit in unserem Jahrhundert kam die schweigende Vergangenheit gleich Mosaiksteinen wieder ans Licht.
Die interessante, an Geschichten reiche Führung vermittelte uns anhand der Exponate einen tiefen Einblick in das Leben, die Kultur und die Geschichte dieser Gesellschaften. Zum gemütlichen Ausklang traten wir uns in einem Iphöfer Weinlokal.
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Weihnachtsfeier 95
Im Anschluß an die Jahresabschlußkonferenz fand am 20. Dezember unsere traditionelle Weihnachtsfeier statt. Über 110 Kolleginnen, Kollegen und Ruheständler füllten die weihnachtlich geschmückte Mensa.
Unter der Leitung unserer Relgionslehrer wurde wieder ein einstündiges Programm zusammengestellt: Die Bläsergruppe, nun ein Kollegen-Quintett (zu Kimmel, Schmucker, Uebler, Wunram gesellte sich unser Jungruheständler Zenglein) spielt diesmal neben Weihnachtsliedern auch ein konzertantes Stück; Kollege Blaß trug ein Weihnachtsgedicht vor und sang mit Kollegen AIoe im Duett; Kollege Joachim Schmitt, als Heiliger Nikolaus, berichtet aus dem Schulleben (getextet und gereimt von Kollegen. Götz), dabei wurde diesmal der Schulleiter ausschließlich gelobt (verdächtig !?).
Der zweite Höhepunkt war wieder das hervorragende Essen, das unsere Küchenchefs (Kollegen Behr, Kutzenberger, Sturm unter Mithilfe von Kollegen Schulte) präsentierten.
Daneben waren noch eine ganze Reihe von Kollegen tätig, z.B. an der Geschirrspülmaschine; die Fußballer organisierten den Getränkeverkauf und die Kasse usw. Ein herzliches Dankeschön allen Mitwirkenden und Helfern. Kollege Götz referierte in der Jahresabschlußkonferenz über die Aktion ,,Schule gestalten. Auch die Schulleitung teilt die Auffassung, daß es kaum ein besseres Beispiel hierfür geben kann, als unsere Weihnachtsfeier, die ausschließlich von Kolleginnen und Kollegen unserer Schule gestaltet wird.
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Skiwochenende
Vom 23.-25. Februar 1996 verbrachten 12 Kolleginnen und Kollegen ein Skiwochenende im Grödnertal/Dolomiten. Um es vorweg zu nehmen, es wurde eine gelungene Veranstaltung. Die Unterkunft war sehr gut, das Wetter phantastisch, die Pisten ordentlich präpariert und deshalb natürlich die Stimmung recht zünftig. Zum Ende des ersten Skitages mußte man, um zur Talstation zu kommen, eine eisige Piste befahren. Bis auf wenige Ausnahmen konnte der Hang nur auf dem ,,Allerwertesten" bewältigt werden. Damit war für den gemütlichen Teil des Abends für Gesprächsstoff gesorgt. Am Ende waren sich alle einig, solch ein Skiwochenende werden wir auch im nächsten Jahr miteinander verbringen Herzlichen Dank an Kollegen Stumpf für die Organisation.
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Tiepolo-Ausstellung
,,Der Himmel auf Erden"
Die Bayerische Seen- und Schlösserverwaltung organisierte anläßlich des 300. Geburtstages von Tiepolo eine große internationale Ausstellung in der Würzburger Residenz.
Am 14. März hatten wir dem Kollegium eine Führung angeboten. Die Resonanz war sensationell: rund 120 Lehrkräfte unserer Schule, teilweise mit Angehörigen, nahmen teil. Notwendigerweise wurden drei Gruppen gebildet, die in kurzen Abständen durch die Ausstellung geführt wurden.
Höhepunkte der Präsentation waren die weltberühmten Fresken, die Giovanni Battista Tiepolo im Treppenhaus und im Kaisersaal zwischen 1750 und 1753 geschaffen hat.
Als wir langsam die Treppe hinaufgingen, konnten wir dabei die verschiedenen Darstellungen des gewaltigen Freskenzyklus' an der Decke nacheinander überblicken.
Zuerst fiel der Blick auf die Darstellung Amerikas, nach damaliger Vorstellung der Kontinent mit der niedrigsten Kulturstufe. Im Weitergehen eröffnete sich langsam der Himmel, in dem nun Apoll, der Sonnengott erschien.
Beim Weiterschreiten glitten rechts und links die Erdteile Afrika und Asien in das Blickfeld. Sie bildeten die nächste Stufe der Entwicklung der Menschheit. Wendete man sich auf halber Höhe um, fiel der Blick nun auf den Erdteil Europa. Er ist von allen Erdteilen der am höchsten entwickelte, weshalb dort auch die Künste zu Hause sind und festgebaute Architektur errichtet ist. Über allem schwebt das Medaillon des Fürstbischofs Greiffenklau.
Wir wurden weitergeführt in den Weißen Saal und erlebten zunächst durch die Farblosigkeit der Raumgestaltung eine Zäsur. Dadurch wirkte aber der nächste Raum, der Kaisersaal, um so prächtiger. ,,Wer hier eintritt, erlebt einen der prachtvollsten Räume, die das Zeitalter des Spätbarock in Europa geschaffen hat", war im Ausstellungsführer nachzulesen. Anders als im Treppenhaus überblickte man von einem Standpunkt aus das Deckenfresko und die beiden Wandfresken. Im Süden sahen wir die Hochzeit Kaiser Barbarossas mit Beatrix von Burgund, im Norden die Belehnung des Würzburger Bischofs mit dem Herzogtum Franken durch Kaiser Barbarossa. Auf diesen beiden Ereignissen basierte die Macht der Würzburger Fürstbischöfe bis Greiffenklaus Zeit.
Im weiteren Verlauf der Führung sahen wir eine ganze Reihe von Entwürfen Tiepolos für seine Fresken und Ölbilder seiner beiden Söhne, Domenico und Lorenzo, die ihrem Vater in Würzburg halfen.
Selbst uns Würzburgern, die schon öfter die Residenz besichtigt haben, sind erst durch die informative und anschauliche Führung die gewaltigen Ausmaße und die künstlerische Qualität der Tiepolo-Arbeiten bewußt geworden.
Kein Wunder, daß die Ausstellung ein riesiger Erfolg war und auch viele ausländische Besucher anzog. Das ,,Tiepolo-Fieber" trieb aber gleichzeitig so manch merkwürdige Blüte. In der Würzburger Gastronomie beispielsweise kann man seitdem ,Tiepolo-Eis, Tiepolo-Torte, Tiepolo-Pizza bestellen.
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Glückwünsche
Zum 50. Geburtstag:
Dotzler, Karl-Heinz
Mader, Raimund
Zum 60. Geburtstag:
Grammel, Hannelore
Erk, Winfried
Mayer, Rudolf
Seubert, Manfred
Rott, Friedrich
Zum 65. Geburtstag
Bürger, Lothar
Ott, Johann
Zum 70. Geburtstag
Labus, Karlheinz
Zum 80. Geburtstag
Stang, Eduard
Zum 90. Geburtstag
Pixis, Elisabeth
Zum 25jährigen Betriebsjubiläum:
Liepold, Wolfgang
Todesfälle:
Dallner, Willy, April 1996
Karl-Heinz Dotzler/RainerZänglein
Nachdem der Besuch der Jugenjustizvollzugsanstalt Ebrach im April 1884 einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte und viele interessierte Kollegen damas nicht daran teilnehmen konnten, bot die Personalvertretung im Mai eine Exkursion zur JVA Erlangen, Sozialtherapeutischer Dienst, an.
Zu dieser Maßnahme, die einzige in Bayern, werden nur "resozialisierfähige" Gefangene, nach eingehender Prüfung der Umstände, zugelassen. Sie können sich aus allen JVA`s in Bayern bewerben, wenn ihre Reststrafe maximal 2-2,5 Jahre bis zur regulären Entlassung beträgt.
Es können aus Platzgründen nur 42 Gefangene aufgenommen werden. Wir hatten die Möglichkeit mit zwei Gefangenen intensiv zu diskutieren. So gewannen wir einen Einblick in das tägliche Leben eines in diese Maßnahme eingebundenen Probanden.
Die Arbeit, die dort vor Ort von Sozial- und Psychotherapeuten geleistet wird, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Zum Schluß wünschten wir den Beteiligten viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und eine erfolgreiche Eingliederung in die "normale" Gesellschaft.
Für die Organisation der gelungenen Veranstaltung gilt unser Dank dem Kollegen Hans Uebler.
Rainer Zänglein
Es sollte eigentlich nur ein kurzer Fototermin werden mit den drei jüngsten Sechzigern unseres Kollegiums, dann aber kam man miteinander ins Gespräch, hatte ein Thema erwischt, das in diesem Alter einfach keinen kalt läßt und ging erst auseinander als das Klingelzeichen dem Plausch abrupt ein Ende bereitete und alle in die Klassen mußten. Wie fühlt man sich - so die "Problemstellung" - nun mit einer 6 vornedran? Wie ist die Kondition und was ist noch zu schaffen? Friedrich Rott, Bergsportler aus Passion, hatte mit einem seiner Viertausender das Stichwort geliefert: Mit den Jungen noch immer mithalten könne er und wer den drahtigen Schwaben kennt, ist durchaus geneigt, ihm das abzunehmen. Ganz so zünftig treiben es Winfried Erk und Rudolf Mayer nicht in ihrer Freizeit, wenngleich der Bergsport zumindest bei Kollegen Erk einen gewissen Stellenwert hat und auch er von etlichen Touren zu berichten weiß. Immerhin: Fit fühlen sie sich alle drei, daran ließen sie keinen Zweifel.
In der Tat, keinem der drei will man die Sechzig so recht abnehmen, alle drei sind sie mit beneidenswerter Frische und geistiger Beweglichkeit Beweis dafür, daß die Arbeit mit jungen Menschen offenbar doch ein probates Mittel gegen das Einrosten ist. Burn-out-Symtome sind bei ihnen jedenfalls nicht feststellbar, und deshalb sollten sie sich bei der bayerischen Staatsregierung besser nicht blickenlassen; dort nämlich könnte man dann auf die Idee verfallen, die Ruhestandsgrenze noch ein wenig hochzuschrauben.
Der Dienstälteste in diesem honorigen Zirkel ist Rudolf Mayer. Er stammt aus Friedrichshafen am Bodensee, vollendete die sechzig am 25. April. Bereits 1963 war er nach der Berufsschullehrerausbildung am Münchner BPI an die Franz-Oberthür-Schule gekommen, die damals wegen ihrer Modernität Schlagzeilen machte. Als gelernter Werkzeugmacher und Maschinenbauingenieur führte Mayer jahrelang die Fachklassen für Gas- und Wasserinstallateure in unserem Hause, arbeitete bei der Meisterausbildung mit und verschrieb sich später der Chemie, die er als Oberstudienrat seit geraumer Zeit in unseren Technikerklassen unterrichtet. Noch immer besucht er - seine Chemie-Lehrbefähigung hatte er längst in der Tasche - in schöner Regelmäßigkeit universitäre Vorlesungen. Seinen Narren gefressen hat er an der Chemikaliensammlung unserer Schule; dort verbringt er so manche Stunde über das Soll hinaus. Und auf die Frage nach seinem liebsten Hobby antwortet er lapidar: "Die Chemie" fügt aber hinzu "oder Angeln im Bodensee, wo es besonders schmackhafte Hechte gibt".
Nur wenig später als Rudolf Mayer, nämlich 1965, kam Winfried Erk als Fachlehrer an die Franz-Oberthür-Schule. Erk ist Hesse, stammt aus Büdingen und feierte den Sechzigsten am 31. Juli, am letzten Schultag also. Als Kfz-Meister brachte er damals nicht nur die erforderliche Fachkompetenz mit, sondern auch eine gehörige Portion an pädagogischer Erfahrung, denn vor 1965 war er als Leiter einer namhaften Mercedes-Werkstatt jahrelang nebenbei mit der Lehrlingsausbildung und dem Prüfungswesen befaßt.
Über einen gewissen Zeitraum seiner Tätigkeit an unserer Schule mußte er ein hohes Maß an Improvisationsvermögen beweisen; die Umgestaltung der Kfz-Werkstätten - diese waren nach zwanzig Jahren natürlich nicht mehr auf dem neuesten Stand - ließ nämlich immer wieder auf sich warten. Als es dann gegen Ende der 80 er Jahre mit der Neueinrichtung soweit war, legte Erk sich mit ganzer Kraft ins Zeug, und heute kann man ohne Übertreibung sagen: die Kfz-Räume unserer Schule sind nicht nur wieder auf dem aktuellen Niveau, sie tragen auch unverkennbar Erks Handschrift.
Der Dienstjüngste unter den dreien also ist Friedrich Rott, der gebürtige Schwabe, unser Gipfelstürmer, der am 12. Juni seinen sechzigsten Geburtstag feierte. Rott hatte seine Lehrerlaufbahn als eine Art Spätberufener erst im Schuljahr 75/76 an der Franz-Oberthür-Schule begonnen. Vor seinem Lehrerstudium an der TU München war Rott lange Jahre als Diplomingenieur in der Industrie tätig, genauer gesagt in der Forschung und Entwicklung im Fernschreiberbau. Heute unterrichtet er als Oberstudienrat u. a. die Technikerklassen in den Fachgebieten Maschinenelemente. Werkstoffkunde, Menschenführung und Arbeitssicherheit. In der Berufsschule betreut er die Fachklassen für Technische Zeichner und Metallbauer.
Winfried Erk, Rudolf Mayer und Friedrich Rott sind Lehrkräfte vom alten Schrot und Korn, gehören mit ihrer langen Berufserfahrung, ihrem hohen pädagogischen Ethos und ihrer anerkannten fachlichen und menschlichen Fähigkeiten zum etablierten Stamm des Kollegiums. Gedanken an den Ruhestand? "Natürlich kommen die mit sechzig mal auf", sagt Rudolf Mayer, "wenngleich es dafür noch ein bißchen früh ist". Verdrängen aber wolle er sie nicht unbedingt. Ähnlich sehen auch Winfried Erk und Friedrich Rott die Sache, wobei alle drei keinen Zweifel daran lassen, daß sie sich auf "die Zeit danach" freuen.
Wie Personalrat Rainer Zänglein auf unserem Foto - die offiziellen Gratulationen hatten an den Geburtstagen stattgefunden - wünschen Schulleitung und Kollegium den drei rüstigen Sechzigern auf diesem Wege nochmals viel Freude und Erfolg in den vor ihnen liegenden Dienstjahren sowie die Erhaltung ihrer Vitalität bis zum Erreichen des Ruhestands und natürlich auch darüber hinaus, damit sie ihren dritten Lebensabschnitt so gestalten können, wie sie sich das heute vorstellen.

Fototermmin für die Sechziger mit Personalrat Rainer Zänglein
(links). Daneben Rudolf Mayer, Winfried Erk und Friedrich Rott. Die offizielle
Geburtstagsgratulation durch Schulleitung und Personalvertretung hatten einzeln
stattgefunden.
pth.
Am 27. November 1995 erhielt Monsignore Lorenz Heilmann aus der Hand von Kultusminister Hans Zehetmair das Bundesverdienstkreuz am Bande. Lorenz Heilmann war viele Jahre Religionslehrer an der Franz-Oberthür-Schule und kam auch im letzten Schuljahr noch für einige Stunden ins Haus. Der Geehrte hat einen solchen Bekanntheitsgrad, daß sich weitere Angaben zu seiner Person an dieser Stelle erübrigen.
Mit Freude aber drucken wir hier die Laudatio von Kultusminister Zehetmair auf Lorenz Heilmann ab:
"Monsignore Heilmann !
Sie haben sich durch ihr jahrzehntelanges erfolgreiches Wirken als Priester und Lehrer besondere Verdienste erworben. 1957 wurden Sie zum Priester geweiht und waren von 1964 bis 1993 als Religionslehrer an beruflichen Schulen bei der Stadt Würzburg tätig. Die zahlreichen Wandlungen im schulischen Bereich während der letzten Jahrzehnte, die Auseinandersetzungen um den schulischen Religionsunterricht gerade an den berufsbildenden Schulen und die zeitgemäße Glaubensvermittlung an die Zielgruppe der Berufsschüler meisterten Sie in hervorragender Weise. Zur Aufgabe als Fachbetreuer an der eigenen Schule kamen bald überdiözesane Aufgaben als Mitglied der Lehrplankommission und als Mitarbeiter am dreibändigen Lehrbuch "Entscheidungen" für den Religionsunterricht an Berufsschulen. Mit großem persönlichen Einsatz waren Sie vielen angehenden Religionspädagogen, die sich als Referendare auf ihre praktische Tätigkeit im Schuldienst vorbereiteten, ein geduldiger, verständnisvoller und ermutigender Seminarlehrer.
Als Gründungsvorsitzender des Arbeitskreises Religionsunterricht im Verband der Lehrer an beruflichen Schulen verliehen Sie Ihrem Schulfach auch auf Berufsverbandsebene ein deutliches Profil. Neben Ihrem Bemühen um die Persönlichkeitsbildung junger Erwachsener sind Sie als Seelsorger im Alten- und Pflegeheim Hueberspflege in Würzburg für ältere Menschen und deren Angehörige bereits seit über dreißig Jahren unermütlich tätig. Sie haben sich durch Ihre beispielhaften Leistungen um das Gemeinwohl verdient gemacht.
Für Ihre Verdienste hat Ihnen der Herr Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Ich freue mich sehr, Ihnen diese hohe Auszeichnung aushändigen zu dürfen."
Schulleitung und Kollegium der Franz-Oberthür-Schule gratulieren Lorenz Heilmann an dieser Stelle nochmals zu dieser hohen Auszeichnung.
Mitte des Schuljahres ging Frau Hannelore Grammel in den Ruhestand. Frau Grammel war seit 1981 an unserer Schule und hatte vorher schon an einigen anderen Stationen der Stadt Würzburg Verwaltungserfahrung gesammelt.
Die Mozartschule war darunter, wo se schon einmal Schulluft schnuppern konnte, das Tiefbauamt, das Stadtarchiv, die Stadtbücherei oder das Straßenverkehrsamt. Flexibilität war gefragt bei all der Vielfalt, wobei ihrer die kaufmännische Ausbildung zugute kam.
An der Franz-Oberthür-Schule, einer Dienststelle, an der aufgrund der verschiedenen Schularten und der vielen Berufsfelder immer "etwas los ist", fühlte sie sich sehr wohl, sonst hätte sie keine 15 Jahre da ausgeharrt.
Ein großer Teil der Arbeiten, die in der Schulverwaltung so anfällt, ging in all den Jahren mit über ihren Schreibtisch, Heimunterbringung der Blockschüler, Schriftverkehr für BAS und BOS, ein umfangreiches Entschuldigungswesen oder das Meldewesen für Unfälle sind nur einige Beispiele aus dem Spektrum ihrer Tätigkeiten an der Franz-Oberthür-Schule. Nicht übersehen dürfen wir den Einsatz an der Telefonvermittlung der Schule, ein Amt, das an einer so lebhaften Dienststelle Fingerspitzengefühl, Umsicht, Kontaktfähigkeit, vor allem aber Charme und Freundlichkeit verlangt.
Und eben mit dieser Freundlichkeit trug sie entscheidend zum guten Klima in unserer Verwaltung bei. Seit Februar kommt sie uns sporadisch besuchen, und manchmal hat man den Eindruck, als sei ihr der Abschied von Franz Oberthür schwer gefallen als sie sich das selbst eingestehen möchte.
Wir wünschen Frau Grammel einen sportlichen Ruhestand, den Sportlerin war sie ihr Leben lang. Wir wünschen ihr Gesundheit und Wohlergehen, noch viele schöne Stunden im Kreise ihrer Angehörigen. Uns aber wünschen wir, daß sie weiterhin einmal reinschauen möge in unsere Verwaltung und uns ein wenig teilhaben läßt an ihrer fast immer heiteren Stimmung.
Ende März - inmitten der Osterferien 1996 - verstarb kurz vor Vollendung seines 85. Lebensjahres unser ehemalige Kollege Wilhelm Friedrich Dallner.
Dallner war von 1959 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1976 als Fachlehrer an unserer Schule tätig.
1911 in Würzburg geboren, absolvierte er in seiner Heimatstadt eine Schlosserlehre und legte 1939 die Meisterprüfung als Schlosser ab.
Nach dem zweiten Weltkrieg - er war nach Polen, Frankreich und Rußland abkommandiert gewesen - machte er sich in Würzburg selbständig. 1959 entschied er sich dann für die Fachlehrertätigkeit an der Franz-Oberthür-Schule; die Schule war übrigens noch im Bau.
In unserem inzwischen sehr verjüngten Kollegium ist Wilhelm Dallner, von den meisten Willi genannt, doch noch eine feste Größe. Immerhin versäumte der Ruheständler zusammen mit seiner Ehefrau kaum eine Festlichkeit an unserer Schule. Für seine Verdienste um die Jugend/Beruf erhielt Dallner unmittelbar nach seiner Ruhestandsversetzung das Bundesverdienstkreuz.
Lange Jahre seines Ruhestandes verlebte Wilhelm Dallner in bester Gesundheit und Wohlergehen im Kreise seiner Familie, bestehend aus 3 Kindern und 6 Enkeln. Der Kontakt zur Schulleitung und seiner früheren Wirkungsstätte riß - wie gesagt - nie ab.
Das Kollegium der Franz-Oberthür-Schule werden dem Verstorbenen ein ehrendes Gedenken bewahren.
Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 1995 /96
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geändert am 06. Dezember 1996 durch U. Tutschku