Deutscher Amateur-Radio-Club e. V.
Bundesverband für den Amateurfunkdienst in Deutschland

Ortsverband Würzburg
B18

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Unser Nachbar ist die Welt!

INHALT:
Geschichtliches
Kommunikation weltweit
Betriebsarten
Eigenbau
Ausbreitungsbedingungen
Amateurfunkbänder
Amateurfunk empfangen
DARC


Geschichtliches
Seit Beginn des drahtlosen Nachrichtenverkehrs fasziniert die Funktechnik auch interessierte Laien. Die Möglichkeit, elektromagnetische Wellen zur Nachrichtenübermittlung zu nutzen, Signale zu empfangen und auszusenden, führte schon sehr bald dazu, daß sich "Radioamateure" aus Liebhaberei, Neugier und Forschergeist damit beschäftigen.

1923 überbrückten Radioamateure erstmals den Atlantik. Daraufhin setzte ein regelrechter Boom ein: Die Anzahl der Stationen wuchs rapide, lokale Gruppen schlossen sich zu Verbänden zusammen, 1925 gründeten Vertreter aus neun Ländern die Internationale Amateur Radio Union ( IARU). Im selben Jahr veranstalteten die deutschen Funkamateure ihren ersten Deutschen Sendetag.

Insgesamt jedoch vollzog sich in Deutschland die Entwicklung des Amateurfunks sehr zögernd; zum einem, da Sende- und Empfangseinrichtungen nur mit Genehmigung der Reichstelegraphenverwaltung errichtet werden durften, zum anderen, weil die wirtschaftliche und politische Lage die Bedingungen einschränkte.

Eine Veränderung brachte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 14. März 1949 trat eine neues Amateurfunkgesetz, auf demokratischer Basis aufgebaut, in Kraft. Durch die stürmische Entwicklung der Nachrichtentechnik entwickelte sich der Amateurfunk zunehmend vom Spezialisten zu einer breite Schichten der Bevölkerung erfassenden Freizeitbeschäftigung. Dabei ist die Faszination, große Entfernungen zu überbrücken, heute genauso aktuell wie früher.
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Kommunikation weltweit
Funkamateure knüpfen ihre Kontakte über Grenzen, Meere, Rassen- oder Standes-, Geschlechts- oder Altersunterschiede hinweg. Die Telegraphie ermöglicht darüber hinaus auch das Überwinden der sprachlichen Grenzen, da international verständliche Kürzel verwendet werden. Funkamateure verbindet weltweit das Interesse an der Technik und der Reiz, per Funk drahtlos andere Menschen überall in der Welt kennenzulernen, sei es z. B. einen Farmer in einem entlegenen Gebiet der Erde, einen Polarforscher am Südpol oder einen Arbeiter auf einer Ölplattform. Sogar an Bord des amerikanischen Spaceshuttles sowie der sowjetischen Raumstation Mir befinden sich zeitweilig Funkamateure, zu denen dann Funkkontakt möglich ist.

Ermöglicht wird dies unter anderem durch eine internationale Regelung. Amateurfunk ist ein Funkdienst, der anerkannt neben anderen Funkdiensten steht, wie z. B. dem Seefunk oder dem Flugfunk. Den Funkamateuren sind z. T. exklusive Frequenzbereiche zugewiesen, die nur von ihnen benutzt werden dürfen.
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Betriebsarten
Die klassischen Betriebsarten der Funkamateure sind Telegraphie, also Morsen, und Telephonie, also Funkfernsprechen. Darüber hinaus nehmen die Betriebsarten Funkfernschreiben, Fax, Fernsehen, Datenfunk und die Verbindung über eigene Satelliten an Bedeutung zu.
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Eigenbau
Neben der Herstellung zahlreicher interessanter Funkverbindungen ist das Ziel vieler Funkamateure der Erwerb besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Entwicklung, Konstruktion und Erprobung neuer Geräte und Zubehör. Sie dürfen ausdrücklich ihre Funkgeräte selber bauen, industriell gefertigte Geräte ändern, ja sogar ihre eigenen Datenfunknetze mit Knotenrechnern und Mailboxen aufbauen und in Betrieb nehmen. Diese moderne Betriebsart, Paket-Radio genannt, hat in Deutschland bereits über 15.000 Anhänger unter den Funkamateuren, und ihre Zahl wächst ständig.
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Ausbreitungsbedingungen
Ein wesentlicher Reiz des Amateurfunks liegt in den sich ständig ändernden Ausbreitungsbedingungen für Funkwellen. Auf der Kurzwelle, wo dem Amateurfunk insgesamt neun Bänder zugewiesen worden sind, eilen die Funkwellen in großen Sprüngen, an der Ionosphäre und dem Erdboden reflektiert, um die Erde. Senkrecht einfallende Funksignale werden weniger reflektiert als schräg einfallende, Funksignale niederer Frequenz mehr als höherer Frequenz.

Das Reflektionsvermögen einzelner Ionosphärenschichten wechselt in Abhängigkeit von der Tages- und Jahreszeit, weil sich die Stellung der Erde zur Sonne und damit die Sonneneinstrahlung ändert. Am Tage ist das Reflexionsvermögen der Ionosphäre größer und in der Nacht geringer.

Die Ausbreitungseigenschaften der Funkwellen werden außerdem sehr stark durch die Sonnenfleckentätigkeit beeinflußt. Da die Sonnenfleckentätigkeit in einem Zyklus von 11 Jahren stärker oder schwächer wird, kann ihr Einfluß nur für einen verhältnismäßig begrenzten Zeitraum berücksichtigt werden.

Genaue Kenntnisse der Ausbreitungsbedingungen sind daher Grundlage für den Funkverkehr über große Distanzen. Dennoch gelingt es Funkamateuren täglich, interkontinentale Funkverbindungen herzustellen. Und das zum Teil mit Energien, die oft nicht größer sind als jene, die zum Betrieb einer Taschenlampenbirne benötigt werden.
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Amateurfunkbänder
Im Bereich oberhalb von 30 MHz stehen dem Amateurfunkdienst insgesamt 14 Frequenzbereiche zur Verfügung. Insbesondere hier gibt es viel Spielraum für technische Experimente, Satellitenfunk, Mikrowellensender und Erde-Mond-Erde Funkverbindungen (EME), wobei der Mond als Reflektor benutzt wird. Aber auch in die Erdatmosphäre eindringende Meteore, die durch Luftreibung ionisiert werden und damit in einen elektrisch leitfähigen Zustand geraten, werden als Reflektoren genutzt. Da dieser Vorgang in großen Höhen stattfindet, ergeben sich beachtliche Sprungweiten der Signale.

Der Amateurfunk auf dem 2-m- bzw. 70-cm- Band erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei den Funkamateuren. Viele, die keine Ambitionen zu weltweitem Funkverkehr auf Kurzwelle haben bzw. die Morsetelegraphie scheuen, tummeln sich hier auf den oberen Amateurfunkbändern. Seitens der Industrie gibt es eine Menge kleiner tragbarer Sprechfunkgeräte, die, je nach Standort, eine Reichweite von einigen Kilometern bis hin zu einigen hundert Kilometern haben, wenn man sich etwa auf einen Berg damit begibt.

Eine wesentliche Verbesserung der Reichweite im UKW-Amateurfunk läßt sich ebenfalls durch die Verwendung von Relaisstationen, auch Umsetzer genannt, erreichen. Sie bestehen aus einer Sender-Empfänger-Kombination, die ein empfangenes Signal automatisch auf einer anderen Frequenz wieder abstrahlen und zumeist an exponierten Standorten errichtet wurden. Gerade Mobilstationen in Fahrzeugen oder Portabelstationen, zu Fuß oder in der Bahn, nutzen diese Möglichkeit des Sprechfunkverkehrs.

Auch an Bord von Amateurfunksatelliten gibt es solche Umsetzer, die gleich ganze Bandbereiche in einen anderen Frequenzbereich umsetzen und dank ihrer großen Ausleuchtungsbereiche weltweiten Funkverkehr ermöglichen.
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Amateurfunk empfangen
Übrigens, Amateurfunk darf von jedermann gehört werden. Wer jedoch Sendebetrieb durchführen möchte, muß zuvor eine fachliche Prüfung für Funkamateure beim Bundesamt für Post und Telekomunikation (BAPT) abgelegt haben. Nach Bestehen der Prüfung wird ein Rufzeichen erteilt und die Amateurfunklizenz ausgehändigt.
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DARC
Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung bietet der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e. V., Lindenallee 6, 34225 Baunatal, an. Er unterhält 1.100 Ortsverbände. Über 80 Prozent aller in Deutschland lizenzierten Funkamateure gehören ihm als Mitglieder an. Für sie erscheint monatlich, in einer Auflage von 60.000 Exemplaren, die Mitgliederzeitschrift CQ DL. Sie ist die größte deutschsprachige Amateurfunkzeitschrift und bietet neben Gerätetests, Antennnenbeschreibungen, Selbstbauanleitungen und Hintergrundberichten auch Informationen über Ausbreitungsbedingungen, Satellitenbahndaten, Wettbewerbe, Veranstaltungen, Diplome und Computer im Amateurfunk.
(Mehr Informationen zum DARC anzeigen)

Informationen laut Merkblätter des DARC e.V. Baunatal



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