Verstreutes
Der Birkhahn vom Himmeldunk 
4/2009
Na schaut mal her - da bin ich wieder. Habt ihr mich vermisst?
Ich kann euch sagen: das war ein Jahr! Da hab´ ich doch gehört, dass Birkhähne und Birkhühner aus Schweden
hier einwandern sollen!
In unsere schöne Rhön sollen Schweden kommen! Wohl zwischen Schwedenwall und Schwedenschanze?
Das hat doch schon mal Probleme gegeben - ist zwar schon lange her, aber darüber müsste
ich mich doch mal genauer informieren.
Also: auf gen Norden. Zur besten Jahreszeit hab´ ich mich auf den langen Weg gemacht. Und was soll ich euch erzählen?
Das Birkwild hat es dort im Norden wirklich gut. Weite Landschaften und es wird fast nicht dunkel. Da kann man den lieben
langen Tag in der Sonne sitzen und von den Menschen ist auch nicht viel zu sehen.
Einige von den Ältesten haben zwar erzählt, dass der Winter sehr hart sein kann. Aber das kann doch einen
Rhöner nicht erschrecken!
Also ich an deren Stelle würde lieber dort bleiben wo ich hingehöre, denn ob die sich hier wirklich einleben
und ein fröhliches Leben führen können - da hab´ ich meine Zweifel.
Aber wenn doch ein nettes Birkhühnchen kommt - vielleicht lerne ich dann schwedisch.
1/2009
Habt ihr das gesehen? Das sieht ja lustig aus! Dieses rote Ding, das manchmal am Berg herumfährt.
Da sitzt einer von den Menschen drauf und andere laufen nebenher. Die Menschen haben sogar einen Namen dafür
und nennen es Goldi! Das macht mir Spaß!
Die Menschen fahren mit dem Ding dann in den Wald hinein. Und – was meint ihr – bringen sie heraus? Holz natürlich!
Dicke und dünne Stämme, lange und kurze. Aber das war ja noch gar nichts.
Eines nebeligen Tages waren plötzlich ganz andere Menschen am Berg, die ganz viele Bäume weghauten.
Drei Tage lang waren sie da und haben von früh bis spät mit großen Geräten einen neuen Berg aus
Holzstämmen aufgerichtet. Das sieht ganz schön wüst aus. Da bleib ich lieber weg, denn wenn so ein Berg
in Bewegung kommt, verliere ich bestimmt ein paar Federn.
Dabei habe ich auch immer auf das große grüne Gefährt der Hüttenmenschen gewartet. Das habe ich
lange nicht mehr gesehen. Wo steht das jetzt rum?
Vielleicht bei meinen Verwandten am Heidelstein? Da muss ich mal wieder hinüber fliegen und einen längeren
Besuch machen.
Wir sehen uns wieder!
4/2008
Poesie der Nächte – das habe ich neulich erzählen gehört. Das hat mich neugierig gemacht.
Ganz in der Nähe soll das sein. Der Kreuzberg und auch die Milseburg sollen voller Poesie in den Nächten sein.
Bei uns am Himmeldunk war wirklich ein ganzer Tag bis in die Nacht hinein voller Poesie. So viele Menschen gingen auf
dem Weg zur großen Höhle. Dort war noch eine Zelthöhle gebaut worden und die Menschen schwirrten von der
einen zu anderen Höhle.
Leider konnte ich nicht alles sehen, da es plötzlich nebelig und nieselig war und die Menschen in den Höhlen
zusammen krochen. Aber dann hörte ich besondere Klänge aus den Höhlen.
In der einen saßen noch ein paar Menschen und bliesen in sonderbare Dinge aus denen dann Klänge kamen und in
der anderen sangen die Menschen dazu – schön war das!
Später stellten sie sich dann in eine Reihe vor so einem großen Trog auf, aus dem ein guter Duft zu mir
herüber wehte und holten sich wohl was gegen den Hunger. Darüber bin ich dann eingeschlafen.
Ganz spät in der Nacht habe ich die Menschen dann wieder gesucht und habe sie ganz oben am Berg gefunden.
Weil es so dunkel und ein bisschen kalt war, haben sie wohl das große Feuer gemacht.
Und wenn man zum Himmel geschaut hat, war alles voller Poesie in dieser besonderen Nacht.
3/2008
Auf das Frühlingslüftchen habe ich heuer lange warten müssen. Dieser Spätwinter hat mich geärgert
mit dem Schnee, der mal da war und gleich wieder weg. Ich wusste gar nicht mehr, worauf ich mich einrichten sollte.
Dabei freue ich mich so darauf, wenn ich im Frühling den Himmeldunk besuche. Wenn die Sonne höher am Himmel
steht kommen meine Freunde aus dem langen Winterurlaub zurück. Hoffentlich kommen sie gut über die großen
Berge aus dem Süden zurück. Besonders auf die Kuckucke warte ich gespannt. Sie sollen heuer die Vögel
des Jahres sein. Ob sie wohl gelernt haben, mal eine anderes Liedchen zu zwitschern oder ob es weiterhin beim bekannten
kuckuckkuckuck bleibt? Eine Abwechslung täte meinen Ohren ganz gut.
Es ist ja schon lange her und ich war noch sehr klein als wir Birkhühner auch mal Vögel des Jahres waren.
Das war ganz toll damals. Aber wir werden halt immer weniger. Die meisten Verwandten sind irgendwo ganz weit im Norden.
Viel zu weit für einen kleinen Besuch. Wenn erst die Wiesenpieper wieder brüten und die Lerchen in die Luft
steigen ist die hellste Jahreszeit auch nicht mehr weit.
Wenn es richtig warm ist, kommt vielleicht auch der gelbe Kakadu wieder zu Besuch wie schon einmal.
Mit dem würde ich gerne wieder mal am Himmeldunk umherziehen. Wenn ich nur wüsste, wo der Vogel hingezogen ist.
Nach Kakadunien?
2/2008
Es kommt doch immer etwas anders als man denkt:
Dass ich mich vor den Füchsen in acht nehmen muss, weiß ich schon seit ich aus dem Ei geschlüpft bin.
Bis jetzt habe ich mich auch immer ganz gut verstecken können. Vor den Menschen, die in ihrer Höhle leben,
vor den Schafherden, die im Sommer umherziehen und auch vor den Wildschweinrotten, die den Himmeldunk umgegraben haben.
Aber jetzt schleicht regelmäßig ein Fuchs um die Menschenhöhle herum und macht das Gebiet für
mich unsicher.
Was sucht der denn da! Außer ein paar Mäusen zwischen den großen Holzstößen ist dort
doch nichts zu holen! Die Zeiten, wo er bei den Menschen was stibitzen konnte sind lange vorbei.
Oder sucht er Abwechslung auf seinem Speisezettel? Etwa Hühnerbraten – oder etwas Leckeres vom Birkhuhn?
Also, da bin ich lieber ein schlaues Huhn und mach ´ne Fliege. Ich lass mich doch von so einem Fuchs nicht fangen.
So dumm kann ich gar nicht sein. Da schau ich wieder mal bei meinen Verwandten im Roten Moor vorbei.
Da liegt vielleicht ein bisschen mehr Schnee und wir können gemeinsam das Balzen üben.
1/2008
Jetzt ist es aber ruhig am Berg. Bei Nebel gehört mir der Himmeldunk sowieso allein. Da schleichen nur noch Fuchs
und Hase herum und auch die Eichhörnchen haben schon lange ihren Wintervorrat angelegt und sich versteckt.
Die vielen Schafe kommen auch nicht mehr bis zur Menschenhöhle wie sonst bei Sonne, Wind und Regen.
Denen ist es wohl zu kalt geworden, obwohl sie so ein dickes Fell haben.
Manche tragen ihren Pelz ganz in naturweiß. Manche haben aber schwarze Köpfe. Da hab´ ich bei den Menschen
gehört, das sollen die ganz echten Rhönschafe sein, obwohl doch jeder, der es bei Wind und Wetter hier
aushält, ein echter Rhöner ist.
Da hab´ ich weiter gelauscht, dass die Menschen den Schafen auch Namen gegeben haben. So heißen die ganz echten
Rhöner, also die mit den schwarzen Köpfen, z. B. Rhönhilde. Aber wie heißen sie, wenn sie sich aus
Versehen die Füße nicht gewaschen haben und die Beine ganz schwarz sind? Kann man sie zur Unterscheidung
vielleicht Rhönate rufen und die Schafböcke dann Rhönhard oder Rhönbert nennen?
Da kann ich mir auch einen Namen für mich ausdenken. Heiße ich dann Birkberg oder Birkbund? Oder bleibe
ich lieber der BiHi vom Himmeldunk?
Da muss ich in den langen Nächten ganz gut darüber nachdenken...
4/2007
Der Lärm macht mich noch krank. Entweder heult der Wind oder Donner grollt und der Regen prasselt dazu.
Und wenn dann endlich wieder die Sonne scheint – dann ist es laut an der Menschenhöhle. Die freuen sich so sehr,
denn sie dürfen am Himmeldunk weiter so herumlaufen, wie sie es seit Birkhahngedenken immer getan haben.
Ich kann mir gar nicht denken, wer den Menschen mit ihren großen Füßen das verbieten könnte.
Nun wird in der Höhle freudig herumgegackert und gepfiffen und sie können sich nur schwer beruhigen.
Jetzt bauen sie wieder an ihrer Höhle rum. Erst schmeißen sie Holz herunter – das riecht wirklich schrecklich.
Da habe ich mich schnell versteckt, bevor mir so ein Stück Holz auf den Kopf fällt und mich platt macht.
Dann verbessern die Menschen ihre Höhle von außen. Viele Menschen laufen herum und rufen sich zu,
manchmal schimpfen sie auch – das höre ich gar nicht gern.
Tag für Tag geht das so und obwohl sie während der Jahreszeit mit den langen Tagen da sind,
ist es manchmal so kalt und nebelig wie im November. Hoffentlich sind sie bald fertig und
hoffentlich kommt dann der Sommer wieder zurück.
Habe ich euch schon von den neuen Gästen an der Höhle erzählt? Wenn es dunkel wird schwirren
dann meine Freunde, die Fledermäuse herum. So besonders gut können die ja nicht fliegen – aber doch viel besser
als ich alter Birkhahn. Schade, dass sie nur in der Abenddämmerung da sind, da kann ich ihnen nicht so gut zuschauen,
weil ich schon so müde bin. Bisher habe ich auch nur zwei gesehen. Ach ja, die sind wenigstens zu zweit.
Ich habe immer noch keinen Birkhuhnpartner gefunden. Das ist wirklich sehr schade!
3/2007
Was ist denn das für ein Wetter in diesem Jahr? Der Wind bläst und bläst und ist gar nicht zu bremsen.
Ihr hättet hören und sehen sollen, wie die großen Fichten im Wind hin und her geschaukelt wurden.
Ich wusste gar nicht wo ich mich sicher verstecken konnte, damit mir so ein Baum auch keine Federn krümmt,
die der Wind dann davon bläst.
Birkhahnfedern am Himmeldunk verweht. Oje! Da kommen manche Menschen auf falsche Gedanken!
Ich habe mich mitten im Winter so nach der Sonne gesehnt, damit Regen und Wind endlich nachlassen.
Mit der Sonne kamen dann auch die Menschen in den Wald und waren ganz erschrocken darüber,
wie es nach dem Sturm aussah. Dabei waren sie gar nicht dabei, als der starke Wind die großen Fichten
umknickte und umlegte.
Viele Tage waren die Menschen dann im Wald und haben mit viel Lärm in dem Durcheinander gearbeitet.
Äste und Zweige haben sie von den Baumstämmen abgehauen und dann immer wieder „Achtung”
und „Vorsicht” gerufen, bevor ein umgeknickter Baum gefallen ist. Die Baumstämme lagen dann
kreuz und quer im Wald herum.
Aber dann kam ein großer Traktor und hat den Menschen geholfen, diese Bäume aus dem Wald zu holen.
Nun liegen die schönen Fichtenstämme auf der großen Wiese und sehen ein bisschen traurig aus.
Richtig luftig sieht der Wald jetzt aus. Was geschieht wohl mit den leeren Stellen im Wald?
Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann sollten dort jetzt Birken wachsen.
Es gibt so wenige Birken am Himmeldunk. Ein Birkwald – das wäre was für mich!
2/2007
So einen langweiligen Winter hab‘ ich noch nicht erlebt. Letztes Jahr bin ich im Schnee versunken und dieses Jahr?
Alles ist grau und trüb und die Nächte so lang und dunkel.
Da freu ich mich immer, wenn an der Menschenhöhle wieder was los ist. Wenn die da sind,
ist es in der Nacht immer lange hell in der Höhle. Und aus meinem Versteck kann ich dann ein bisschen lauschen,
worüber sich die Menschen Gedanken machen.
Alles kann ich ja nicht verstehen, aber wenn sie sich über Tiere unterhalten – das verstehe ich dann besser.
Wildschweine, Füchse, Vögel, Schafe und Hunde. Über Hunde haben sie sich lange unterhalten.
Da weiß ich ja bestens Bescheid. Die einen gehen nur spazieren und sind meist an einem langen Band.
Dann die Hunde, die bei den Schafen sind - die haben es wohl am besten, denn sie können hinlaufen
wo und wie sie wollen. Manchmal läuft auch einer davon und dann kriegt er Ärger mit dem Menschen,
der mit den Schafen läuft.
Die Hunde bleiben auch mal in der Nacht da und jaulen dann den Mond an.
Und dann sind da noch die Hunde, die manchmal an der Hütte sind. Die tun mir irgendwie leid.
Sie sitzen draußen am langen Band und warten, dass Kinder kommen und mit ihnen spielen.
Wenn es dann dunkel wird sitzen sie draußen und jaulen, weil sie allein sind und sich wohl fürchten,
denn sie kennen den Berg nicht so gut wie ich. Da hab´ ich doch gehört, dass es sogar mal ein Hund geschafft
hat und ist in die Höhle eingedrungen. Soll wohl schon lange her sein.
Aber die Menschen erzählen wohl gern alte Geschichten, die keiner mehr richtig weiß.
In der Höhle war ein richtiges Gegacker wie bei den Hühnern. Und Hundehaare wollen sie sogar gefunden haben.
Uijuijui-juijui!
Da muss ich wohl in Zukunft auf meine Federn besonders gut aufpassen – wenn die im Wind
fliegen und vielleicht sogar in der Menschenhöhle landen. War dann wirklich ein Birkhahn drinnen?
Jetzt hoffe ich noch auf viel Schnee und dann bau‘ ich mir vielleicht meine eigene Höhle.
1/2007
Da sitz ich nun und muss nachdenken. Bürgerinitiative – noch nie gehört. Was ist ein Bürger? Ich
kenne Vögel, Hasen, Wildschweine, Füchse und die Menschen die hier rumlaufen. Aber Bürgerinitiative
– ob das was schlimmes ist? Da muss ich wieder lauschen, was die Menschen an ihrer Höhle so alles
erzählen. Soso, so ist das also. Es gibt noch mehr Menschen, die den Berg hier mögen. Nicht nur die
aus der Menschenhöhle, die ich nun schon lange kenne. Und nun wollen die Menschen alle zusammen
erreichen, dass sie weiterhin auf ihren Trittspuren laufen dürfen – ja, wo denn sonst? Können sie
ruhig machen: kleine Tiere – kleine Spuren, große Menschen – große Spuren. Plötzlich wurde der Berg
auch immer bunter mit den vielen Schildern, die die Menschen dann aufgestellt haben. Viele von ihnen
kamen dann und haben diese Schilder angeschaut und geschimpft, weil sie nicht mehr auf ihre
Trittspuren gehen sollen. Die standen aber nicht so lange da. Wenn ich nur genau verstanden hätte,
was darauf gezeigt wurde. Dann habe ich noch etwas Neues gehört. Ein Status quo soll erhalten
bleiben. Jetzt wird es immer rätselhafter. Das Wort klingt etwas gefährlich. Ich armer Birkhahn,
woher soll ich wissen was das ist. Brombeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren kenne ich. Auch
Eicheln und Haselnüsse die so rumliegen. Na ja – irgendwie werde ich das schon rausbekommen.
Vielleicht kann ich mal den schlauen Fuchs fragen. Ach ja, nun habe ich auch das herausbekommen.
Also das ist der Status quo! Da ändert sich ja gar nichts! Warum sagen die das nicht gleich! Und
wenn alles so bleiben kann wie es ist – ja dann mag ich auch diesen Status quo. Jetzt geh‘ ich mal
los und suche mein sicheres Winterquartier auf, da kann ich alle Dinge in Ruhe überschlafen.
4/2006
Da komm ich wieder an meinen Lieblingsplatz zurück und was sehe ich? Hat da jemand eine
Landebahn für Birkhühner unterhalb der Menschenhöhle angelegt? Genau bis zu dem kleinen Wald
geht eine seltsame Spur. Sogar lose Erde gibt es an manchen Stellen. Vielleicht reicht das ja
schon, um ein kleines Sandbad zu nehmen. Dazu könnte ich auch ein paar Freunde einladen. Der
Sommer ist ja wieder richtig heiß und über ein wenig Abkühlung und Abwechslung freuen sich alle.
Das muss ich mir gut überlegen und erst mal beobachten, was sich sonst noch verändert hat. Da
seh‘ ich doch, dass auch eine Spur den Berg hinunterführt. Nun will ich doch ganz vorsichtig mal
hinuntertippeln und schauen, wo‘s hingeht. Die Heidelbeersträucher sind ja schon hoch genug und
darin kann ich mich gut verstecken, falls ein Bär oder so ein ähnliches Tier jetzt hier wohnt.
Da haben mir meine Freunde vom Spitzing unglaubliche Dinge erzählt. Naja, so schlimm wird es in
der Rhön nicht sein! Eigentlich seh‘ ich nur die in den Bäumen versteckten Hochsitze der Jäger.
Die gehen den Wildschweinen gewaltig an die Jacke – die armen Schweine haben schlechte Zeiten am
Himmeldunk hinter sich. Ob die noch mal wiederkommen? Jetzt mache ich erst mal ein Päuschen und
setz‘ mich ins Gebüsch. Das Getrampel kommt mir doch bekannt vor! Aha, die Schafe sind an den
Wassertrögen, es muss wohl schon Mittag sein. Und nun? Jetzt fangen die alle zu rennen an,
runter zum kleinen Wald! Das ist ja fast ein Wettrennen um die besten Plätze. Zur Mittagspause
liegen sie schön im Schatten unter den Bäumen. Daher kommen also diese seltsamen Spuren unter-
halb der Menschenhöhle. Bin ich froh, dass ich mir selbst keinen Bären aufgebunden habe. So ein
Glück! Puhh...
3/2006
Eijajeijajei - das war ein Winter! Da hatte es ein Birkhahn ganz schön schwer. Wie habe ich
meine Freunde die Schneehühner beneidet, die sich so gut verstecken konnten. Die sieht man
einfach nicht im Schnee. Und Schnee gab es ja genug in diesem Winter. Alles war weiß - so viele
Tage wie schon lange nicht mehr. Und der Schnee war so leicht und locker - da bin sogar ich mit
meinen kurzen Beinen manchmal bis zum Bauch eingesunken - wie die Menschen, welche ohne diese
langen Hölzer an den Füßen unterwegs zur Menschenhöhle waren. Aber die Menschen sind regelmäßig
zu ihrer Höhle gekommen, obwohl sie sich oft sehr geplagt haben. Dann haben sie viel Holz in
ihre Höhle getragen und es kam viel mehr Rauch als sonst aus der Menschenhöhle. Der viele Schnee
ist davon aber auch nicht geschmolzen. Immer wieder haben die Menschen dann ihre Wasserquelle
gesucht und den Platz, wo die Schafe im Sommer trinken. - Alles war eingeschneit - ich sage euch
- das war ein Spaß für mich. Nun gut. Irgendwann vergeht auch der tiefste Schnee und alles ist
wieder grün. Durch den vielen Regen kriegt man nun Matschfüße und rutscht auf dem Gras aus.
Hoffentlich kommt jetzt bald ein richtiger Frühling! Jetzt muss ich mich wieder nach meinen
Freunden umsehen. Die haben mir erzählt, dass es vielleicht bald ein neues Revier gibt. An der
Osterburg sollen die hohen Bäume gefällt werden, damit man die Reste der Ruine sieht. Das kann
auch ein sehr schöner Balzplatz für uns Birkhühner werden … Ich will doch ein hübsches
Birkhühnchen finden.
2/2006
Das war ein Jahr - so schnell ging die Zeit noch nie vorbei. Da hatte ich mich wieder auf einen
ruhigen Bergsommer am Himmeldunk gefreut und dann dieser Krach an der großen Steinhöhle. Es
waren immer Menschen da, die unentwegt hin und her liefen. Kaum hatte ich mich an das neue Leben
dort oben gewöhnt, kam es noch schlimmer. Große Wägen schoben sich langsam den Berg hinauf und
die Erde vibrierte. Die brachten so seltsame Dinge aus Holz, die dann durch die Luft flogen und
anschließend zusammengebaut wurden. Nur nachts traute ich mich ein bisschen näher an die
Menschenhöhle heran... Mit der Zeit wurde mir es dann doch langweilig und ich besuchte wieder
mal meine Verwandten im Roten Moor. Als ich dann im Herbst zurückkam war ich sehr erstaunt, wie
schön die neue Höhle nun aussah. Und das Holz hat so gut gerochen. Ob die Menschen mir auch so
eine kleine Höhle bauen könnten. Dann müsste ich nicht immer vor dem Fuchs Angst haben oder vor
den Jägern oder manchen Naturschützern. Da habe ich doch gehört, dass nur noch wir Tiere am Berg
sein sollen. Wer beschützt mich dann vor dem Fuchs und den vielen Wildschweinen. Die gehen
nämlich auch den Menschen aus dem Weg. Vielleicht kann ich mich ein bisschen bei den Menschen
dort verstecken – die mögen mich nämlich, haben sie gesagt und wollen mir kein Leid antun. Nun
schau´ ich mal, was dieses Jahr bringen wird. Wenn die Menschen wieder an ihrer Höhle arbeiten,
ha – da hätte ich wieder meinen Spaß. Im Moment plage ich mich mit dem vielen Schnee herum. Wir
haben einen richtigen Winter hier, wie es mir meine Großmutter immer erzählt hat. So, jetzt muss
ich ein bisschen herum- fliegen - vom vielen Nach- denken hab‘ ich nun kalte Füße und vielleicht
finde ich im Frühling doch noch mein Birkhühnchen am Himmeldunk...
Portrait: Margot Kraus 
Erste Vorsitzende
Eine der wenigen Frauen, die einer Alpenvereins-Sektion vorstehen, ist unsere Erste Vorsitzende.
Es war für sie bei der Wahl kein langgehegter Wunsch, dieses Amt zu übernehmen. Vielmehr mangelte es,
damals wie heute, an Bewerbern für diesen „Job” an vorderster Stelle.
Mittlerweile ist sie aber in ihrer Arbeit aufgegangen, füllt das Amt mit allen Facetten aus, muss sich teilweise
aber auch um Bereiche kümmern, die nicht unbedingt von der Frau an der Spitze fast im Alleingang zu erledigen sind.
Es gibt aber momentan auch viel zu tun in unserem Verein: Hüttenumbau, Problematik Naturschutzgebiet am Himmeldunkberg,
Nachwuchs, Hüttenjubiläum 2008...
Eigentlich ist Margot ein „Gewächs” der großen Sektion Würzburg. Erst als sie Ernst im
Rahmen der Jugendarbeit kennengelernt hatte, wechselte sie zum Bergbund. Zwei Töchter entstammen dieser Beziehung
und mittlerweile sind die Enkel quirliger Mittelpunkt des Familienlebens. Die gelernte Verlagskauffrau kümmerte sich
einige Jahre hauptsächlich um dieses, arbeitete dann bis zu ihrem vorzeitigen Unruhestand im Jahr 2007 noch viele
Jahre als Sekretärin.
Zur Zeit ist, wie gesagt, der Bergbund ihr Arbeitgeber, doch das sollte sich in dieser Intensität ändern,
damit auch wieder mehr Touren in den Alpen oder in den Weiten der nordischen Wildnis einen Platz finden können.
Zusammen mit Ehemann Ernst durchstieg sie beispielsweise die Watzmann-Ostwand oder kletterte über den
„Kopftörlgrat” auf die Ellmauer Halt im Kaisergebirge. Auch Finnland im Speziellen hat es ihr angetan.
Die unverbrauchte Weite des Landes und die etwas unkompliziertere Lebensweise ihrer Bewohner sind Margot
sehr sympathisch.
Portrait: Ernst Kraus 
Hüttenwart für die Rhönhütte
Die Krausens getrennt vorzustellen ist eigentlich unmöglich,
doch der Platz wäre für beide zu knapp. Fangen wir mit Ernst an, einem Urgestein im Bergbund,
der sich in seiner Jugend hauptsächlich dem steilen Fels verschrieben hatte:
Beispielsweise anspruchsvolle Dolomitentouren zusammen mit seinen Bergbund-Freunden oder die Watzmann-Ostwand
auf unterschiedlichen „Wegen”.
Mittlerweile läßt er es etwas ruhiger angehen – aber nur im Gebirge.
Der mittlerweile verrentete Elektriker ist fast mehr in der Rhön zuhause als in seinen eigenen vier Wänden.
Der Umbau der Hütte ist eher ein Fulltime-Job als ein nebenher laufendes Ehrenamt. Es gab und gibt Arbeit ohne Ende!
Falls ihn dann doch mal die Hütte in Ruhe läßt, steht die Familie an erster Stelle. Fünf Enkelkinder
fordern den agilen Opa, seine beiden Töchter brauchen ihn auch als Alleskönner bei allerlei Baumaßnahmen
und Ehefrau Margot ist ja schließlich nicht nur unsere Erste Vorsitzende...
Die nordischen Länder sind neben den Alpen seine Leidenschaft. Unzählige Male hat er Skandinavien besucht,
vor allem die lappischen Lande in Finnland und Schweden. Mehrtägige Wanderungen durch unberührte Natur,
Gepräche (er spricht auch Finnisch) mit den relaxten Bewohnern und das Einlassen auf die dortigen
Lebensgewohnheiten schaffen dann einen Ausgleich zur Hektik in unseren Breiten.
Und das ist nicht unwichtig für Ernst angesichts seiner überstandenen Berufskrankheit.
Hoffen wir als Bergbund-Mitglieder, dass er noch möglichst lange aktiv und voller Ideen bleibt.
Unterstützen wir ihn (und damit auch uns) bei der Vereinsarbeit und gönnen ihm noch
„ein Leben danach”.
Portrait: Heinz Schecker 
Referent für Ausbildung / Ski
Heinz ist das Multitalent der Sektion Bergbund. Im Winter liebt er Skihochtouren, meist von der recht harten Art,
im Sommer mountainbikt er vor allem durch den Spessart, klettert an Mittelgebirgsfelsen oder kümmert sich
um die Ausbildung der Sektionskinder in Birkenfeld oder an der Steinwand.
Offiziell ist er sogar zweifacher Fachübungsleiter (Skihochtouren und Mountainbike).
Für beide Bereiche bietet er auch interessierten Mitgliedern Touren und Veranstaltungen an.
Oft ist das Interesse jedoch eher mäßig – nicht nachvollziehbar ob der Möglichkeiten,
die Heinz vermitteln kann. Man sollte die Chancen nutzen... Er und seine Familie leben in Lohr am Main
und eine Fahrt zu einem Treffen in Würzburg ist schon mit viel Aufwand verbunden,
auch wenn man seinen „Brotberuf” im Hinterkopf hat.
Als Chef eines Dachdeckerbetriebes gibt es keinen 8-Stunden-Tag, vor allem nicht im Sommer.
Die Zeit fürs Hobby und die Sektion muss da manchmal regelrecht erkämpft werden.
Heinz ist ein „kleiner Perfektionist”, was man auch bei seinen Kursen spürt.
Da wird mit allen didaktischen Mitteln gearbeitet, gut erklärt und Unterlagen verteilt.
Und wer mit ihm schon einmal unterwegs war, dem fällt auf, dass es hinsichtlich Unterkunft und Essen
schon gewisse Standards zu erfüllen gibt – auch nicht schlecht nach einer anstrengenden Bergtour.
Zum Bergbund stieß er über seine Frau Sabine, die Tochter des umtriebigen Fronleichnam-Tour-Organisators
Gerd Hofmann aus Geroldshausen. Viele Jahre ist Heinz schon Mitglied, die letzten davon auch in der Vorstandschaft.
Und er hat einen Wunsch an die Bergbündler: Nehmt an den Veranstaltungen teil!
Portrait: Rosemarie Rüttinger 
2. Vorsitzende
„Unendlich lange” antwortete Rosemarie auf die Frage, wie lange sie schon beim Bergbund sei.
Genauer gesagt 37 Jahre sind es mittlerweile, und das von Anfang an mit viel Engagement. In der
Vorstandschaft war sie Schriftführerin und momentan ist sie, wie wir alle wissen, die zweite
Vorsitzende und „Mutter der Monatsversammlungen”. Doch auch sie träumt vom langsamen Abschied
aus der Verantwortung an vorderster Stelle für den Verein. Eine Wanderung organisieren oder
einen Vortrag halten, das wäre in Ordnung, aber die vielen anderen Kleinigkeiten müssten nicht
mehr unbedingt sein. Sie wäre gerne bereit, Jüngeren Platz zu machen, auch um sich mehr um ihren
Broterwerb, die Malerei, kümmern zu können. Seit über 25 Jahren lebt sie von dieser
künstlerischen Tätigkeit. Wer die Umgebung der Rhönhütte kennt, dem ist sicherlich schon ihr
Panoramabild aufgefallen.
Überhaupt ist Rosemarie gerne in der Rhön, die letzten Jahre als
Organisatorin der Kinderfreizeiten oder als Koordinatorin der Arbeitseinsätze im Frühjahr und
Herbst. Mittelgebirgslandschaften sind ihr genauso wichtig (z.B. Kultur- und Wanderreisen ins
Elbsandsteingebirge oder in den Harz) wie Wanderungen in den Alpen. Früher standen auch große
Gipfelziele (Großvenediger, Dachstein) auf dem Programm, doch in den letzten Jahren wurden vor
allem Höhenwege zum bevorzugten Betätigungsfeld. Ein weiteres Steckenpferd ist die Fotografie,
die sich vorzüglich mit dem Wandern verbinden lässt und vielen Bergbündlern in Form von
Vorträgen ebenfalls bekannt ist. Wir können im Verein nur hoffen, dass uns Rosemarie mit ihrer
kreativen Energie noch viele Jahre erhalten bleibt!
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