INSS Tschechien 1998
Ein Insider-Bericht
Freitag, 18.9.98
Heute war es endlich so weit! Um 10.00 Uhr haben sich alle Schüler vom Siebold-Gymnasium, die mit nach Tschechien fuhren, getroffen. Wir vom Physik-Seminar waren zu sechst, und die anderen machten den normalen Austausch mit. Nachdem wir noch eine halbe Stunde gewartet hatten, sind wir schließlich, mit teilweise gemischten Gefühlen, in den Eurocity gestiegen, der uns nach Prag bringen sollte. Die Fahrt war ziemlich lang, wir saßen bis etwa 17.00 Uhr in diesem einen Zug, aber es war zum Glück nie langweilig. Außerdem hatte Herr Roth seine Gitarre dabei, und so konnten wir wieder eine Stunde mit Singen rumbringen.
Beim Umsteigen in Prag mussten wir uns ziemlich beeilen, weil wir Verspätung hatten, aber wir haben unseren Anschlusszug gekriegt und sind dann noch einmal in Pardubice umgestiegen. In Königgrätz trafen wir zum ersten Mal unsere tschechischen Partner, von denen wir sehr freundlich empfangen worden sind. Spätestens jetzt wurde mir wirklich klar, dass ich mich in einem ganz anderen Land befand. Sprachlich wäre ich hier ohne mein Englisch aufgeschmissen und auch die Unterschiede zu unseren Wohnungen und Einrichtungen sind enorm, aber man hatte sich doch ein wenig darauf eingestellt. Für jeden ging der Tag in der Gastfamilie zu Ende, und den ersten Abend dort hat sicherlich jeder anders erlebt.
Samstag, 19.9.98
An diesem Tag erkundeten wir auf eigene Faust mit unseren jeweiligen Partnerinnen die Stadt Hradec Králové. Am Vormittag traf ich Julia und Victoria mit ihren jeweiligen Partnerinnen, außerdem noch Chris, einen von den englischen Schülern. Die Tschechen zeigten uns u.a. den "Weißen Turm", in dem wir 233 Treppenstufen (Danke fürs Zählen Julia!) erst hoch und später wieder runtergelaufen sind. Durch Zufall trafen wie danach Hannes, der wirklich sehr gut gelaunt war. Etwa eine Stunde sind wir irgendwo in der Nähe der Stadt rumgelaufen und haben uns unsere ersten Erfahrungen in den verschiedenen Familien erzählt. Am Nachmittag sind wir alle zusammen ins Schwimmbad gegangen und am Abend gab es noch die Möglichkeit zur Eisdisco zu gehen. Nur, wie wir später festgestellt haben, konnte man sich dort keine Schlittschuhe ausleihen und so saßen wir bis 21.00 Uhr in der Sporthalle, haben den anderen zugesehen und Musik gehört. Der erste Tag war also vorbei!
Sonntag, 20.9.98
Heute haben wir uns nur kurz in der Stadt getroffen, diesen Tag sollten wir nämlich ganz in der Familie verbringen. Mit meinen Gasteltern fuhr ich am Nachmittag zu einem kleinen Schloss in Hrádek, indem wir eine Führung mitmachten. Danach wollten wir eigentlich mit den anderen Minigolf spielen gehen, aber als wir am Treffpunkt ankamen war keiner zu sehen, und dann haben wir festgestellt, dass der Platz gar nicht geöffnet hatte. Na super, jetzt durften wir den ganzen Weg wieder zurücklaufen (Busse fahren dort Sonntags noch schlechter als bei uns)!
Am Abend bin ich mit Milena zu einer Freundin von ihr gegangen, die all ihre Deutsch-Kenntnisse an mir testete, indem sie mich Sachen fragte wie: Wie heißt du, wie alt bist du, wie geht es dir oder wie gefällt es dir hier? Es hat mir echt riesig Spaß gemacht, diese Fragen zu beantworten! Später packten wir unsere Sachen, weil wir ja morgen nach Chrudim fahren würden.
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