Fachlehrplan für Mathematik an bayerischen Gymnasien KWMBl So.-Nr. 8/1991 |
Jahrgangsstufe 9 | (3, MNG 4) | ||
Algebra | (ca. 40 Std.) | ||
1 Dritte Erweiterung des Zahlenbereichs: die reellen Zahlen | (ca. 16 Std.) | ||
| |||
| - | Unvollständigkeit der Menge der rationalen Zahlen |
z. B. Nachweis, dass die Länge der Diagonalen des Einheitsquadrats nicht rational ist | |
| - | irrationale Zahlen; |
Intervallschachtelung ( | |
| - | Rechnen mit Quadratwurzeln und Wurzeltermen |
auch teilweises Radizieren und Rationalmachen des Nenners | |
Beim Aufstellen eines einfachen Algorithmus zur näherungsweisen Berechnung einer Quadratwurzel und beim Ausführen des Verfahrens mit Hilfe eines Taschenrechners lernen die Schüler die strukturierte Aufbereitung eines Problems kennen. Mit Hilfe eines fertigen Programmtextes zur Wurzelberechnung werden ihnen der grundlegende Aufbau und die Gliederung von Computerprogrammen vermittelt. | |||
2 Quadratische Gleichungen | (ca. 13 Std.) | ||
Quadratische Gleichungen kommen in vielen Anwendungen der Mathematik vor. Das Lösen quadratischer Gleichungen gehört zum unentbehrlichen Grundwissen. Die Schüler sollen daher die Lösungsverfahren sicher beherrschen. | |||
| - | Lösungsmethoden für quadratische Gleichungen
|
Sonderfälle; | |
| - | Satz von Vieta und seine Anwendungen
|
auch Faktorisieren eines quadratischen Polynoms | |
| - | Gleichungen, die sich auf quadratische Gleichungen zurückführen lassen
|
insbesondere biquadratische Gleichungen; | |
| - | Sachaufgaben |
Hier bietet sich auch eine Verbindung mit den Themen des Geometrieunterrichts an (z. B. Satzgruppe des Pythagoras, Goldener Schnitt). | |
3 Quadratische Funktionen und ihre Graphen | (ca. 11 Std.) | ||
Mit den quadratischen Funktionen lernen die Schüler eine Klasse von nichtlinearen Funktionen kennen, die auch in außermathematischen Bezügen immer wieder vorkommen und deren Graphen, die Parabeln, bemerkenswerte Regelmäßigkeit aufweisen. Die quadratischen Funktionen sind wesentlicher Teil des Funktionenvorrats für die Infinitesimalrechnung in der Oberstufe. Mit ihrer Behandlung geht auch eine Vertiefung des Funktionsbegriffs einher. | |||
| - | quadratische Funktionen |
Entwicklung der Graphen aus der Normalparabel; | |
| - | die Wurzelfunktion als Umkehrfunktion von |
keine systematische Behandlung der Umkehrbarkeit einer Funktion | |
| - | Anwendungen
|
auch einfache Extremwertprobleme; | |
1 Strahlensatz | (ca. 11 Std.) | ||
Anhand des Strahlensatzes sollen die Schüler erfahren, wie die Geometrie durch die Verwendung algebraischer Methoden für praktische Zwecke verfügbar wird. Andererseits eröffnen sich damit auch weitere Erkenntnisse in der Figurenlehre. | |||
| - | Streckenverhältnisse |
Teilung einer Strecke in n gleiche Teile; | |
| - | Strahlensatz |
Der Strahlensatz kann z. B. mit der Teilungskonstruktion begründet werden.
Hinweis auf das Problem inkommensurabler Strecken | |
| - | mathematische Anwendungen |
Mittelparallelen im Dreieck; | |
| - | Sachaufgaben |
z. B. Vermessungsaufgaben; | |
2 Maßstäbliches Verkleinern und Vergrößern: | (ca. 10 Std.) | ||
Mit Hilfe der zentrischen Streckung wird maßstäbliches Verkleinern und Vergrößern mathematisch erfasst, die Kongruenzgeometrie wird zur Ähnlichkeitsgeometrie erweitert. Die Schüler sollen ähnliche Figuren erkennen und einschlägige Schlussfolgerungen ziehen können. | |||
| - | zentrische Streckung |
Zentrum, Streckungsfaktor; | |
| - | Ähnlichkeit |
ähnliche Figuren; | |
3 Satzgruppe des Pythagoras | (ca. 12 Std.) | ||
Der Satz von Pythagoras steht ebenso wie der Goldene Schnitt in interessanten kulturhistorischen Zusammenhängen. Den Schülern soll die Bedeutung der Satzgruppe des Pythagoras für Längenberechnungen in vielfältigen Situationen in der Mathematik und auch in den Naturwissenschaften und der Technik einsichtig werden. | |||
| - | Satz von Pythagoras, Katheten- und Höhensatz |
Formulierung auch als Flächensätze; | |
| - | mathematische Anwendungen; |
Berechnungen an geometrischen Figuren, insbesondere am gleichseitigen Dreieck und am Kreis; | |
| - | Goldener Schnitt |
goldenes Rechteck, reguläres Fünfeck | |
4 Fortführung der Raumgeometrie: Pyramide | (ca. 11 Std.) | ||
Mit der Pyramide lernen die Schüler einen weiteren Körper kennen, an dem geometrisches Wissen ergänzt und vertieft, neu erworbene mathematische Kenntnisse (z. B. Strahlensatz, Satz von Pythagoras) eingesetzt sowie die Raumvorstellung weiter geschult werden können. Zur Volumenberechnung wird als neues Hilfsmittel das Prinzip von Cavalieri eingeführt. Es wird in Jahrgangsstufe 10 wieder aufgegriffen und bereitet auf den Grenzwertbegriff vor. | |||
| - | Pyramide |
Grundfläche, Mantelfläche, Netz; | |
| - | Rauminhalt der Pyramide; |
Das Prinzip von Cavalieri soll plausibel gemacht werden. | |
Im Zusammenhang mit der Behandlung des regulären Tetraeders wird ein Überblick über die Platonischen Körper gegeben. | |||
Wahlpflichtgebiete für die mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildungsrichtung | |||
Darstellende Geometrie | (ca. 28 Std.) | ||
1 Grund-Aufriss-Darstellungen | (ca. 11 Std.) | ||
Das Hauptanliegen des Unterrichts in Darstellender Geometrie ist die Förderung des Raumvorstellungsvermögens. Anhand von Grund-Aufriss-Zeichnungen einfacher Körper sollen die Schüler die Einsicht gewinnen, dass räumliche Objekte durch zwei Normalrisse in zueinander senkrechten Bildebenen nach Lage und Größe festgelegt werden können. | |||
| - | Abbilden durch senkrechte Parallelprojektion |
Normalrisse einfacher ebenflächig begrenzter Körper | |
| - | Darstellung von Punkten und Strecken durch Normalrisse in zueinander senkrechten Ebenen |
Grundriss, Aufriss, Rissachse; | |
| - | Darstellung von Geraden und Ebenen |
sich schneidende, parallele und windschiefe Geraden; | |
| - | Darstellung einfacher Körper |
| |
2 Konstruktionen | (ca. 17 Std.) | ||
Neben das Darstellen räumlicher Objekte tritt als wichtige Anwendung des Grund-Aufriss-Verfahrens das Konstruieren von Strecken und Winkeln in wahrer Größe sowie von Schnitten und Durchdringungen. An dieser Stelle bietet sich eine gute Gelegenheit, die Schüler zu präzisem Arbeiten zu erziehen und auch ihr ästhetisches Empfinden anzuregen. | |||
| - | wahre Größe von Strecken und ebenen Figuren |
Stützdreieck einer Strecke; | |
| - | Schnittpunkt einer Geraden mit einer Ebene; |
Verwendung von projizierenden Hilfsebenen | |
| - | ebene Schnitte an Prismen und Pyramiden |
eventuell Verwendung von Seitenrissen zur Vereinfachung der Konstruktionen | |
| - | Durchdringungen bei Prismen und Pyramiden |
Beschränkung auf einfache Beispiele | |
Informatik (Grundlagen) | (ca. 28 Std.) | ||
1 Grundbegriffe | (ca. 5 Std.) | ||
Die Schüler sollen an einem einfachen Beispiel den Ablauf einer Problemlösung von der Aufgabenstellung über das Entwickeln eines Algorithmus bis zum fertigen Programm kennenlernen. Zur Realisierung des Programms müssen sie Einblick in den prinzipiellen Aufbau eines Rechners gewinnen und in die Handhabung des vorhandenen Rechners sowie in den Umgang mit einem Programmiersystem eingeführt werden. Wesentlich dabei ist, dass sich die Schüler beim Dialog mit der Maschine die für den Umgang mit den Informations- und Kommunikationstechniken unerlässliche Fähigkeit des Lernens durch eigene Aktivität aneignen ( | |||
| - | Ablauf einer Problemlösung | Algorithmus, Programm, Prozessor | |
| - | Aufbau einer EDV-Anlage | Zentraleinheit, Massenspeicher, Ein- und Ausgabegeräte | |
| - | Handhabung eines Programmiersystems | Betriebssystem, Editor, Compiler bzw. Interpreter | |
2 Grundlegende Kontroll- und Datenstrukturen | (ca. 12 Std.) | ||
Jede algorithmische Problemlösung lässt sich durch nur drei grundlegende Kontrollstrukturen und dem Problem angepasste Daten beschreiben. Die Übersetzung einfacher Algorithmen in eine Programmiersprache gibt Gelegenheit aufzuzeigen, dass auch komplexe Programme in einer sehr einfachen und überschaubaren Sprache formuliert sind. Auf die beschränkten Ausdrucksmöglichkeiten einer solchen normierten Sprache im Vergleich zur natürlichen Sprache sollte eingegangen werden. | |||
| - | Kontrollstrukturen | Sequenz, Auswahl, Wiederholung | |
| - | einfache Datenstrukturen | Zahlen, Zeichen, Zeichenketten, Wahrheitswerte; Variable, Konstante | |
| - | Einführung in die Syntax einer Programmiersprache | Programmieren der drei Kontrollstrukturen und einfacher Datenstrukturen | |
3 Mathematische Algorithmen | (ca. 11 Std.) | ||
Das Entwickeln von Algorithmen fördert die Fähigkeit zu strukturellem und konstruktivem Denken ( | |||
| - | Entwickeln algorithmischer Lösungen von mathematischen Problemen | auch Schachtelung von Wiederholungen und Auswahlen | |
| - | Formulieren algorithmischer Problemlösungen als Computerprogramm | Beachtung der Gesichtspunkte des strukturierten Programmierens | |
| - | Testen und Verbessern von Programmen |
z. B. Vergleich verschiedener Abbruchkriterien | |
![]() | ![]() | ![]() | |