Fachlehrplan für Mathematik an bayerischen Gymnasien KWMBl So.-Nr. 8/1991 |
Grundkurs | (3) | |
Jahrgangsstufe 13 | ||
Infinitesimalrechnung | (ca. 16 Std.) | |
4 Rationale Funktionen | (ca. 16 Std.) | ||
Mit den gebrochenrationalen Funktionen lernen die Schüler Funktionen kennen, welche in Naturwissenschaft und Technik interessante Anwendungen haben. Die Schüler erhalten damit einen sinnvollen Abschluss ihrer Ausbildung auf dem Gebiet der Infinitesimalrechnung. | |||
| - | rationale Funktionen und ihre Eigenschaften; |
Definitionsmenge; | |
Analytische Geometrie | (ca. 54 Std.) | ||
1 Rechnen mit Vektoren im Anschauungsraum | (ca. 6 Std.) | ||
Der Vektorbegriff ist bereits in der ebenen Geometrie der Mittelstufe anschaulich eingeführt worden und hat auch in der Physik gute Dienste geleistet. Daran anknüpfend soll er nun im Anschauungsraum erklärt werden. Hier sollen die Schüler auch den sicheren Umgang mit Vektoraddition und S-Multiplikation lernen. | |||
| - | Vektorbegriff |
Vektor als Menge aller parallelgleichen Pfeile im Anschauungsraum, Repräsentanten eines Vektors, Deutung eines Vektors als Translation; | |
| - | Vektoraddition, S-Multiplikation; |
anschauliche Motivation durch Verkettung von Translationen bzw. durch die zentrische Streckung; | |
| - | reeller Vektorraum |
Hinweis auf ein nichtgeometrisches Beispiel eines reellen Vektorraums | |
2 Lineare Abhängigkeit und Unabhängigkeit von Vektoren | (ca. 10 Std.) | ||
Die Verbindung von Vektoraddition und S-Multiplikation führt zu Linearkombinationen von Vektoren. Von dort gelangt man weiter zum Begriff der linearen Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit von Vektoren und zu den Begriffen Basis und Dimension eines Vektorraums. Beim Versuch, einen Vektor als Linearkombination von Vektoren zu schreiben, ergeben sich in natürlicher Weise lineare Gleichungssysteme. Die Schüler sollen die neuen Begriffe sachgerecht verwenden und die Lösungsmengen linearer Gleichungssysteme mit zwei oder drei Unbekannten sicher bestimmen lernen. | |||
| - | Linearkombination von Vektoren; |
Veranschaulichung durch kollineare bzw. komplanare Vektoren; | |
| - | Basis und Dimension eines Vektorraums |
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| - | lineare Gleichungssysteme |
homogene und inhomogene Systeme mit zwei oder drei Unbekannten | |
3 Koordinatendarstellung von Vektoren und von Punkten | (ca. 5 Std.) | ||
Nach Wahl eines Bezugspunktes kann man die Lage eines jeden Punktes im Anschauungsraum durch einen Vektor eindeutig beschreiben. Die Schüler sollen den Zusammenhang zwischen dem seit langem vertrauten Begriff des Koordinatensystems in der Ebene bzw. im Anschauungsraum und dem neuen Begriff der Basis des Vektorraums | |||
| - | Koordinaten eines Vektors bezüglich einer Basis |
Eindeutigkeit der Basisdarstellung; | |
| - | Punkte und ihre Ortsvektoren, |
Unterscheidung zwischen Vektorraum und Punktraum | |
| - | Teilverhältnis |
innere und äußere Teilung einer Strecke; | |
4 Geraden- und Ebenengleichungen | (ca. 7 Std.) | ||
Vektoren ermöglichen die einfache Beschreibung von Geraden und Ebenen des Anschauungsraums durch Gleichungen in Parameterform. Eliminieren der Parameter führt zur Koordinatendarstellung von Geraden in der Ebene und von Ebenen im Raum. Die Schüler sollen lernen, anschaulich zu argumentieren und die Darstellungsformen sorgfältig zu unterscheiden. Sie sollen auch Sicherheit in der zeichnerischen Darstellung einfacher räumlicher Situationen gewinnen. | |||
| - | Geraden- und Ebenengleichungen in vektorieller Parameterform |
Hinweis auf Nichteindeutigkeit der Darstellung; | |
| - | Geraden- und Ebenengleichungen in Koordinatenform |
Gewinnen der Koordinatenform durch Eliminieren der Parameter; auch umgekehrt Aufstellen einer Parameterform aus einer Koordinatenform;
Zusammenhang mit der Geradengleichung aus der Mittelstufe; | |
5 Lagebeziehungen zwischen Punkten, Geraden und Ebenen | (ca. 7 Std.) | ||
Die Schüler sollen lernen, Lagebeziehungen von Punkten, Geraden und Ebenen rechnerisch zu untersuchen, Schnittpunkte bzw. Schnittgeraden sicher zu bestimmen und sich die gegenseitige räumliche Lage der geometrischen Objekte vorzustellen. Dabei wird auf die Kenntnisse über lineare Gleichungssysteme zurückgegriffen. | |||
| - | Lagebeziehungen von Punkten und Geraden in der Ebene |
auch geometrische Deutung von linearen (2,2)-Systemen | |
| - | Lagebeziehungen von Punkten, Geraden und Ebenen im Raum |
geometrische Interpretation rechnerischer Ergebnisse; | |
6 Skalarprodukt von Vektoren, | (ca. 10 Std.) | ||
Bisher fehlen in der Analytischen Geometrie die Mittel für Längen- und Winkelberechnungen. Diese Lücke wird nun mit dem Skalarprodukt geschlossen, für das man etwa mit dem Begriff der physikalischen Arbeit Interesse wecken kann. Die Schüler sollen Längen und Winkel sicher berechnen können und an einigen Beispielen den Zusammenhang mit der Elementargeometrie erkennen. | |||
| - | Skalarprodukt zweier Vektoren |
Beschränkung auf das Standardskalarprodukt; | |
| - | Längen- und Winkelberechnungen |
Betrag eines Vektors, Winkel zweier Vektoren; | |
7 Normalenformen von Geraden- bzw. Ebenengleichungen, | (ca. 9 Std.) | ||
Die Schüler sollen verstehen, dass man die Koordinatenform von Geraden- und Ebenengleichungen mit Hilfe des Skalarprodukts als Normalenform auffassen kann. Sie sollen weiter die Bedeutung der Hesseschen Normalenform einsehen und Sicherheit in ihrer Anwendung bei Abstandsproblemen gewinnen. | |||
| - | Normalenvektor einer Geraden bzw. einer Ebene; |
orthogonale Geraden und Ebenen; | |
| - | Hessesche Normalenform; |
Abstand eines Punktes von einer Geraden bzw. von einer Ebene | |
Lehrplanalternative Mathematik (Informatik) | |||
Mathematische Grundlagen | (ca. 31 Std.) | ||
1 Folgen | (ca. 13 Std.) | ||
Bei einer Vielzahl von Problemen erfolgt die numerische Lösung durch schrittweises Berechnen von Näherungswerten, meist durch die Auswertung einer rekursiv dargestellten Folge. Die Schüler lernen, verschiedene Folgentypen zu unterscheiden und Glieder einer Folge zu berechnen, sie müssen aber auch in der Lage sein, Bildungsgesetze zu erkennen und zu formulieren. Die Vollständige Induktion dient dabei im wesentlichen zum Nachweis der Übereinstimmung der expliziten mit der rekursiven Darstellung einer Folge und sollte nicht zu sehr vertieft werden. | |||
| - | arithmetische Folgen erster und höherer Ordnung;
geometrische Folgen |
explizite und rekursive Darstellung einer Zahlenfolge; | |
| - | Vollständige Induktion |
Erklärung an einfachen Beispielen; | |
2 Differenzengleichungen | (ca. 18 Std.) | ||
Mit Hilfe von Differenzengleichungen lassen sich unter anderem Wachstums- und Abklingvorgänge sowie Angebots- und Nachfragezyklen untersuchen und Zins- und Rentenberechnungen durchführen. Beim Aufstellen und Lösen von Differenzengleichungen sollen die Schüler einerseits Praxisnähe erfahren, andererseits typische Vorgehensweisen bei der Modellbildung kennenlernen. | |||
| - | numerische Lösung einer Differenzengleichung erster Ordnung mit konstanten Koeffizienten und konstanter Inhomogenität |
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| - | die Lösungsfälle der Tilgungsgleichung |
Ermittlung der geschlossenen Lösung; | |
| - | lineare Differenzengleichung zweiter Ordnung |
Beschränkung auf die verallgemeinerte Fibonacci-Gleichung | |
| - | Modellbildung mit Differenzengleichungen |
Diskretisierung dynamischer Prozesse, z. B. beim Räuber-Beute-Problem oder bei der Bewegung im Gravitationsfeld ( | |
Projektarbeit | (ca. 39 Std.) | ||
Phasen eines Projekts | (ca. 5 Std.) | ||
Die immer komplexer werdenden Aufgaben in Naturwissenschaft und Technik führen dazu, dass die Projektarbeit zur vorherrschenden Arbeitsform in diesen Bereichen wird. Projektarbeit als Verfahren zum Erstellen eines Software-Produkts wird zunächst als Lerngegenstand thematisiert. Hierbei lernen die Schüler, wie man ein Projekt in Phasen gliedern kann. Anschließend sollen sie an zwei der drei beschriebenen Projekte die Methode der Projektarbeit als Mittel zur Bewältigung inhaltlich und organisatorisch komplexer Aufgaben begreifen und lernen, Teile eines Projekts selbst durchzuführen. | |||
| - | Konzeptionsphase |
Ist-Analyse, Soll-Konzept, Durchführbarkeitsstudie, Projektplanung | |
| - | Realisierungsphase |
Modularisierung, Modulerstellung, Systemintegration, Installation, Funktionsüberprüfung | |
| - | Bewertungsphase |
Qualitätskriterien nach DIN 66 234; | |
Es werden zwei der folgenden Projekte behandelt: | |||
1 Stochastische Prozesse | (ca. 17 Std.) | ||
Besonderes Gewicht soll bei diesem Projekt auf die Konzeptionsphase gelegt werden. | |||
| - | stochastische Beschreibung von Zufallsprozessen |
Wiederholung der Begriffe Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit; | |
| - | Nachbildung eines stochastischen Prozesses auf dem Computer mit Hilfe von Pseudozufallszahlen |
Erzeugen und Prüfen von Pseudozufallszahlen in Gruppenarbeit;
graphische Darstellungen | |
| - | Konzeption eines Programms zur Simulation von Zufallsprozessen mit Hilfe von Markow-Ketten |
Beschränkung auf endliche homogene Markow-Ketten; | |
Hinweise zur Projektdurchführung: | |||
2 Lineare Optimierung | (ca. 17 Std.) | ||
Besonderes Gewicht soll bei diesem Projekt auf die Realisierungsphase gelegt werden. | |||
| - | lineare Optimierungsprobleme, |
Mathematisieren einfacher Aufgaben zur Optimierung, z. B. Produktions-, Transport-, Mischungs- oder Verschnittprobleme | |
| - | Realisierung eines Programms zum Lösen linearer Optimierungsprobleme |
Erläuterung des regulären Simplexverfahrens; | |
| - | Lösen linearer Optimierungsprobleme mit dem erstellten Programm |
Lösen eines Optimierungsproblems mit mindestens drei Variablen; | |
Hinweise zur Projektdurchführung: | |||
3 Differentialgleichungen | (ca. 17 Std.) | ||
Besonderes Gewicht soll bei diesem Projekt auf die Bewertungsphase gelegt werden. | |||
| - | numerische Verfahren zum Lösen linearer Differentialgleichungen erster und zweiter Ordnung |
Mathematisieren geeigneter Situationen, z. B. radioaktiver Zerfall, begrenztes Wachstum oder gedämpfte Schwingungen ( | |
| - | Erstellen einer Prozedurbibliothek für die behandelten Iterationsverfahren |
Formulieren eines Iterationsalgorithmus für Differentialgleichungen erster Ordnung, Umsetzen in ein Programm | |
| - | Einsatz, Bewertung und Dokumentation eines Programms zum Lösen linearer Differentialgleichungen erster Ordnung |
Prüfung der Qualität und der Effizienz des Programms; | |
Hinweise zur Projektdurchführung: | |||
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