Pestalozzi-Volksschule Würzburg

Unsere Schule

 

Home
Schwerpunkte
Name
Rundgang
Pestalozzi-Mitteilungen

So findet ihr uns: Karte

 

Zur Entstehung unserer Schule (Auszug aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum)
 

Die Pestalozzischule hat im Laufe ihrer 100-jährigen Geschichte, bedingt durch die Wirren der Zeit, dem Wechsel gesellschaftlicher und religiöser Orientierungen und der Umschichtung des Sozialgefüges im Berufsspektrum mehrfache Wandlungen erfahren. Um 1900 war Grombühl ein expandierender Stadtteil. Handwerker, Fabrikarbeiter und Bahnbedienstete ließen sich hier nieder und prägten das Viertel, Kinder mussten beschult werden. Die 1894 einge­weihte Josephschule konnte die dadurch erforderlichen Kapazitäten nicht bereitstellen. Ein Schulneubau war notwendig.

Der Magistrat der Stadt Würzburg kaufte daher bereits vor der Jahrhundertwende ein 14.140 qm großes Grundstück am „Unteren Sandpfad“ (heute Robert-Koch-Str.) für 3,50 Mark pro qm. Gute 7000 qm sollten für den Neubau des zweiten Grombühl-Schulhauses einschließlich des schon geplanten Erweiterungs­baus verwendet werden. Die Bau­kosten wurden inklusive des Grundstücks auf 587.000 Mark veranschlagt. Damals wie heute legte man darauf Wert, dass hie­sige Baufirmen die Aufträge be­kamen. Jedoch wurde „die Ver­wendung der in Heidingsfeld her­gestellten Steine nach längerer Diskussion vom Polizei- und Ver­waltungssenat gestattet.“

Schließlich wurde das neue Grombühler Schulhaus am 18.September 1902 „ohne besondere Feier seiner Bestimmung übergeben. Es war auch höchste zeit, daß eine Mehrung der Schulen in Grombühl erfolgte; denn gerade Grombühl stellt einen sehr beträchtlichen Theil der Schulkinder (rund 2000) und das alte Grombühler Schulhaus war schon lange völlig ungenü­gend. Das neue Schulhaus ... enthält 12 schöne, geräumige Klassensäle. Wenn es gewiss auch kein „Palast“ ist, so ist das neue, dem Anblick sehr exponierte Gebäude doch hübsch aus­staffiert worden, und sein Äußeres, wenn auch etwas bunt, macht einen netten Eindruck ... Das Innere des Schulhauses zeichnet sich bei aller gebotenen Einfachheit durch schmucke, hübsche Ausstattung aus; außer den Lehrsälen, Wohnung des Hausmeisters ec. enthält die neue Schule auch Bäder zur Benutzung durch die Schulkinder. Der einzige Fehler an dem neuen Schulgebäude ist der, daß es schon wieder nicht genügen dürfte.“

Tatsächlich wurden im Jahre 1902/03 im zweiten Grombühlschulhaus 15 Klassen unterge­bracht. Der Stadtteil Grombühl stand in der zu beschulenden Kinderzahl in Würzburg an ers­ter Stelle. „Auf die einzelnen Schulbezirke vertheilen sich die künftigen 152 Schulklassen mit ihren 7878 Kindern wie folgt: 1.Grombühlbezirk: 31 Klassen mit 928 Knaben, 878 Mädchen und 101 Kindern beiderlei Geschlechts in zwei gemischten Klassen ...“

Im November 1902 genehmigte der Magistrat die Zuschläge für einen Erweiterungsbau, für das dritte Grombühlschulhaus. Die Kosten wurden mit 349.000 Mark beziffert. Am 18.September 1903, also zehn Monate nach Vergabe der Bauaufträge konnte man im Gene­ralanzeiger lesen:

In die Pestalozzischule, bzw. deren Erweiterungsbau, von dem man im Gemeindekollegium befürchtete, daß seine Beziehung nicht rechtzeitig erfolgen könne, sind am 18.d.Mts. 1418 Kinder (davon 250 Protestanten) eingezogen und in 28 Klassen absolut einwandfrei unterge­bracht.“

 

Luftbild, 1958

Textfeld: Luftbild, 1958
Außerdem war die Pestalozzischule auch Turnzentrum und verfügte sogar über eine Badeanstalt (Brausebad für 22 Kinder).

Doch schon der 1.Weltkrieg zweckent­fremdete die Schule. Vom August 1914 bis zum Herbst 1916 diente das Schulhaus als Kaserne, von November 1918 bis Ja­nuar 1919 wurde es Massenquartier für obdachlose Würzburger und Flüchtlinge.

Auch im 2.Weltkrieg erfuhr die Pestaloz­zischule eine notwendige andere Nutzung. Sie wurde ab 1039 bis nach Kriegsende großteils als Lazarett benötigt. Nach dem Krieg wurden dem Schimmel-Verlag mehrere Säle für seine Druckerei zur Verfügung gestellt. Die Turnhalle diente als Gotteshaus, da die Jo­sefskirche von Bomben getroffen war. Ein ordentlicher Schulbetrieb war nur eingeschränkt möglich.

In den 50er Jahren war wieder alles eingespielt. Es gab in der Pestalozzischule eine katholi­sche Knabenschule, eine katholische Mädchenschule, eine evangelische Schule, eine Gemein­schaftsschule und Klassen, die in der Zentralschule ausgelagert waren – alles konfessionell, räumlich und teilweise auch nach Geschlechtern getrennt. Bis es im September 1954 zum „Grombühler Religionskrieg“ kam. Da gingen die Eltern evangelischer Kinder der 7.Klasse auf die Barrikaden, weil mit nur 31 Schülern keine evangelische Klasse ge­bildet werden konnte. Dazu der damalige Stadtschulrat: „Da wir in Bayern eine Konfessionsschule haben, können nicht Kinder verschiedener Konfessionen zu­sammengefasst werden. Auch Knaben und Mädchen könne man nicht zusam­mennehmen, weil der Unterricht in der 7.Klasse für beide Geschlechter zu spezi­alisiert wäre“

Schuljahr 1963/64, Klasse 1-2

Textfeld: Schuljahr 1963/64, Klasse 1-2

1979 zwangen sinkende Schülerzahlen zum Umdisponieren – besonders an der Pestalozzischule. Eine Neuordnung von Schulsprengeln, des Grund- und Hauptschulverbun­des und die Umlagerung der Städtischen Wirtschaftsschule waren damals brisante Diskussi­onsthemen.

Die Grundschule der Pestalozzischule wurde in das Gebäude der Josefschule verlegt, die Städtische Wirtschaftsschule zog in das Rückgebäude ein. Die Hauptschüler aus Unter- und Oberdürrbach zählen seitdem zum Sprengel der Pestalozzi-Hauptschule. Zunächst waren aus Platzgründen noch zwei Klassen an die Grundschule Dürrbachgrund ausgelagert. Heute sind alle Klassen wieder im „Mutterhaus“, eine Klasse jedoch im Rückgebäude in der Wirtschafts­schule untergebracht.

100 Jahre Pestalozzischule – wie wird es mit diesem ehrwürdigen Gebäude weitergehen? Si­cher ist, dass die Schule nach ihrer Renovierung wieder in neuem Glanz erstrahlt und mit der Ansiedelung einer Praxisklasse im Schuljahr 2003/04 wieder elf Klassen das Schulhaus besuchen. So scheint ihr Fortbestand wenigstens noch einige Jahre gesichert!  

 

[nach oben]