| :.. Gemeinschaft | ||
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Alle Früh- u. Spätschichten:
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Begrüßung Lied: In deinem Haus bin ich gern, Vater Einstieg: Geschichte: »Brot in Deiner Hand« An der Jakobstraße in Paris liegt ein Bäckerladen; da kaufen viele hundert Menschen ihr Brot. Der Besitzer ist ein guter Bäcker. Aber nicht nur deshalb kaufen die Leute des Viertels dort gern ihr Brot. Noch mehr zieht sie der alte Bäcker an: der Vater des jungen Bäckers. Meistens ist nämlich der alte Bäcker im Laden und verkauft. Dieser alte Bäcker ist ein spaßiger Kerl. Manche sagen: Er hat einen Tick. Aber nur manche; die meisten sagen: Er ist weise, er ist menschenfreundlich. Einige sagen sogar: Er ist ein Prophet. Aber als ihm das erzählt wurde, knurrte er vor sich hin: »Dummerei ...« Der alte Bäcker weiß, daß man Brot nicht nur zum Satt essen brauchen kann, und gerade das gefällt den Leuten. Manche erfahren das erst beim Bäcker an der Jakobstraße, zum Beispiel der Autobusfahrer Gerard, der einmal zufällig in den Brotladen an der Jakobstraße kam. »Sie sehen bedrückt aus«, sagte der alte Bäcker zum Omnibusfahrer. »Ich habe Angst um meine kleine Tochter«, antwortete der Busfahrer Gerard. »Sie ist gestern aus dem Fenster gefallen, vom zweiten Stock.« »Wie alt?« fragte der alte Bäcker. »Vier Jahre«, antwortete Gerard. Da nahm der alte Bäcker ein Stück vom Brot, das auf dem Ladentisch lag, brach zwei Bissen ab und gab das eine Stück dem Busfahrer Gerard. »Essen Sie mit mir«, sagte der alte Bäcker zu Gerard, »ich will an Sie und Ihre kleine Tochter denken.« Der Busfahrer Gerard hatte so etwas noch nie erlebt, aber er verstand sofort, was der alte Bäcker meinte, als er ihm das Brot in die Hand gab. Und sie aßen beide ihr Brotstück und schwiegen und dachten an das Kind im Krankenhaus. Zuerst war der Busfahrer Gerard mit dem alten Bäcker allein. Dann kam eine Frau herein. Sie hatte auf dem nahen Markt zwei Tüten Milch geholt und wollte nun eben noch Brot kaufen. Bevor sie ihren Wunsch sagen konnte, gab ihr der alte Bäcker ein kleines Stück Weißbrot in die Hand und sagte: »Kommen Sie, essen Sie mit uns: Die Tochter dieses Herrn liegt schwer verletzt im Krankenhaus - sie ist aus dem Fenster gestürzt. Vier Jahre ist das Kind. Der Vater soll wissen, daß wir ihn nicht allein lassen.« Und die Frau nahm das Stückchen Brot und aß mit den beiden. So war das oft in dem Brotladen, in dem der alte Bäcker die Kunden bediente. Aber es passierte auch anderes, über das sich die Leute noch mehr wunderten. Da gab es zum Beispiel einmal die Geschichte mit Gaston: An einem frühen Morgen wurde die Ladentür aufgerissen, und ein großer Kerl stürzte herein. Er lief vor jemandem fort; das sah man sofort. Und da kam ihm der offene Bäckerladen gerade recht. Er stürzte also herein, schlug die Tür hastig hinter sich zu und schob von innen den Riegel vor. »Was tun denn Sie da?« fragte der alte Bäcker. »Die Kunden wollen zu mir herein, um Brot zu kaufen. Machen Sie die Tür sofort wieder auf.« Der junge Mann war ganz außer Atem. Und da erschien vor dem Laden auch schon ein Mann wie ein Schwergewichtsboxer, in der Hand eine Eisenstange. Als er im Laden den jungen Kerl sah, wollte er auch hinein. Aber die Tür war verriegelt. »Er will mich erschlagen«, keuchte der junge Mann. »Wer? Der?« fragte der Bäcker. »Mein Vater«, schrie der Junge, und er zitterte am ganzen Leibe. »Er will mich erschlagen. Er ist jähzornig. Er ist auf neunzig!« »Das laß mich nur machen«, antwortete der alte Bäcker, ging zur Tür, schob den Riegel zurück und rief dem schweren Mann zu: »Guten Morgen, Gaston! Am frühen Morgen regst du dich schon so auf? Das ist ungesund. So kannst du nicht lange leben. Komm herein, Gaston. Aber benimm dich. Laß den Jungen in Ruh! In meinem Laden wird kein Mensch umgebracht.« Der Mann mit der Eisenstange trat ein. Seinen Sohn schaute er gar nicht an. Und er war viel zu erregt, um dem Bäcker antworten zu können. Er wischte sich mit der Hand über die feuchte Stirn und schloß die Augen. Da hörte er den Bäcker sagen: »Komm, Gaston, iß ein Stück Brot; das beruhigt. Und iß es zusammen mit deinem Sohn; das versöhnt. Ich will auch ein Stück Brot essen, um euch bei der Versöhnung zu helfen.« Dabei gab er jedem ein Stück Weißbrot. Und Gaston nahm das Brot, auch sein Sohn nahm das Brot. Und als sie davon aßen, sahen sie einander an, und der alte Bäcker lächelte beiden zu. Als sie das Brot gegessen hatten, sagte Gaston: »Komm,
Junge, wir müssen an die Arbeit.« Brotteilaktion: Lied: Wenn das Brot, das wir teilen
Gebet: »Zwei oder Drei in deinem Namen« Zwei oder drei, das ist nicht viel, bestimmt nicht, wenn der eine blind, der andere taub und ein Dritter lahm ist. Zwei oder drei, das ist unendlich mehr als einer allein, bestimmt wenn der eine blind, der andere taub und ein Dritter lahm ist. Denn der Blinde wird das Ohr für den Tauben, und der Taube wird das Auge für den Blinden, und gemeinsam tragen sie den Lahmen, und so gehn sie alle drei, wohin einer allein nicht kommen kann. »Zwei oder drei in meinem Namen«, das ist deine Hoffnung, Gott, für die Kinder der Menschen, und überall, wo Menschen, zu zweit oder dritt, ihre Stärke miteinander teilen und ihre Schwäche gegenseitig tragen, da bist du in ihrer Mitte. Zu zweit oder dritt kannst du es mit der ganzen Welt aufnehmen. Zu zweit oder dritt traust du dir das Wunder zu: Steine werden zu Brot, Wasser wandelt sich zu Wein, Einzelgänger werden zu verschworenen Freunden. Zwei oder drei, die miteinander das Brot teilen wollen, lassen wiederaufleben den Hunger nach Gerechtigkeit Zwei oder drei, die den Kelch erheben auf eine Zukunft mit allen, halten lebendig den Durst nach Frieden. Diethard Zils aus: Beten durch die Schallmauer, Impulse und Texte; Bundesleitung der Katholischen Jungen Gemeinde (Hsg.); KJG Verlagsgesellschaft mbH, Düsseldorf 1992; 7. Auflage, S. 209 Zettelaktion Vater
Unser Lied: Wo zwei oder drei
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01.
Mai 2000 |