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Spätschicht
am 11. April 2001
Einstieg:
Oft wird das Leben mit einer Reise verglichen – ständig unterwegs
sein, den Lebensweg beschreiten, gerade Wege, krumme Wege. Das Leben
bringt auch Veränderungen mit sich, Hindernisse erschweren das
weiterkommen. Was soll man auf den Lebensweg mitnehmen? Was muss man
zurücklassen?
Lied:
Wegzeichen (Troubadour 720)
Aktion:
Aufbruch – Rucksack packen
Wir wollen uns nun auf eine Reise durch unser Leben machen. Wie sich auf
einer Reise die Landschaft und die Orte um uns veränder, gibt es auch
Veränderungen in unserem Leben. Manche Dinge kommen neu hinzu, andere
müssen zurückgelassen werden, schließlich kann in unserem »Lebensrucksack«
nicht Platz für alles sein. Wir wollen uns jetzt Gedanken machen, was
uns auf unserer Lebensreisewichtig ist: Was nehme ich mit? Worauf
möchte ich nicht verzichten? Was brauche ich?
Die Teilnehmer sind aufgefordert, je einen Stichpunkt auf
die bereitgelegten Zettel zu legen und diese dann auf den Rucksack in
der Mitte legen.
Zusammenfassung:
Nicht nur das Gepäck, sondern auch die richtigen Wegbegleiter
sind wichtig. Freundinnen und Freunde, die mich stützen. Mir bei der
Orientierung helfen. Die da sind. Nicht alleine unterwegs zu sein, gibt
Mut und Kraft, Unsicherheiten und Schwierigkeiten durchzustehen. Ein
Wegbegleiter ist uns sicher. Jesus, der sagt: »Ich bin bei euch alle
Tage eures Lebens.« Ihm können wir unsere Sorgen, unseren Ballast, aber
auch unsere Notwendigkeiten, unsere Wegbegleiter anvertrauen.
Meditation
»Stein« Zurücklassen, Neues finden
Jeder Teilnehmer bekommt einen größeren Flusskiesel,
der gut in der Hand liegt
Reise heißt vorwärtskommen, heißt sich zu verändern. maches müssen
wir auf unseren Lebenswegen zurücklassen, Gutes und Schlechtes. Die
Geschichte vom Stein kann dies verdeutlichen
Lassen wir nun den Stein zu uns sprechen: »Ich bin nur ein Stein, einer
von vielen, aber ich bin einmalig in meiner Größe in meinem Aussehen,
in meiner Form. Ich bin an manchen Stellen abgerundet, woanders habe ich
spitze Kanten und Ecken, an denen man sich stoßen kann. Ich habe raue
Oberflächen, an denen man sich reiben kann, an anderen Stellen bin ich
glatt und sanft. Ich bin unverwechselbar un habe mein eigenes Profil:
Ja, da bin ich. Ich muss oft hart sein, Gefühle verachten, mich mit
anderen Steinen zu Wällen und Mauern türmen, die tennen, durch die
niemand hindurchsieht, über die niemand hinüberklettern kann; Ja, das
bin ich! Muss ich das? Kann ich das? Will ich das? Ich kann den kleinen,
unscheinbaren Lebewesen Schatten und Schutz bieten vor der brennenden
Sonne, vor zerstörender, erdrückender Gewalt. Ich kann, weil ich der
bin, der ich bin. Ich kann ein Stein sein, der ins Rollen kommt. Ich
kann weich sein, mich von den Wogen des Wassers tragen und umspielen
lassen, meine Form dadurch verändern. Aufbrechen, vergänglich sein,
das weiche Wasser bricht den Stein.
Mich verändern und meine Form suchen: das kann ich! Ich will mich
be-greifen lassen, nicht nur von Wind und Wasser, sondern von sanften
Kinderhänden, die mich aufnehmen, mich ergreifen, die über meine
Kanten genauso streicheln wie über meine glatten Flächen; die Bewegung
in meine Lebensreise bringen. Sie lassen mich über das Wasser gleiten,
lassen mich Wellen und Wogen überspringen und landen; einen neuen Ort,
eine neue Welt finden, in den und die ich mich hineinfallen lasse, an
dem und in der ich meinen Grund, meine Tiefe suchen kann. Ins Wasser
fallen und Kreise ziehen: Ja, das will ich! Ich, ein Stein, der die
Fingerabdrücke seines Schöpfers tragen darf: Ich möchte ergriffen
sein, ergriffen werden, in Bewegung sein, landen und eintauchen
indieTiefen eines neuen Lebens: Ja, das werde ich.
(Dieter Barth)
Auf einer Reise muss man Sachen zurücklassen, Sachen die zu schwer
werden, Sachen, die ihren Sinn verloren haben, Dinge, die einem die
Weiterreise verhindern würden: Menschen und Freunde Mancher Gegenstand,
der einem lieb geworden ist, z. B. beim Aufräumen im Zimmer
Kleidungsstücke, die zu klein werden oder abgetragen sind.
Lied: Selig seid ihr (Troubadour 622)
Auch Jesus hat uns immer wieder gesagt, was wir für unseren
Lebensweg im Gepäck haben sollten: Dinge, die das eigene Leben und das
der Mitmenschen lebenswert machen. Auch Jesus ist mit uns auf unserem
Weg, auch wenn wir es nicht wahrnehmen oder wahrnehmen wollen. Er ist
bei uns, hat immer ein offenes Ohr.
Kreuz zum Rucksack legen
Text: Spuren im Sand
Fürbittenaktion:
Gott hat immer ein offenes Ohr, ist immer da, zu
ihm können wir mit unseren Anliegen, Sorgen und Wünschen kommen.
Fürbitten können laut ausgesprochen werden oder in Gedanken formuliert
werden, zu jeder Fürbitte wird einen Kerze angezündet und um das Kreuz
gestellt.
Fürbittruf: Geh’ mit uns... (Troubadour 724)
Gemeinschaft:
Brotbrechen
Brot ist etwas ganz wichtiges in unserem
Leben. Es ist zum einen ein Sinnbild für Nahrung, die für uns
überlebenswichtig ist. Eine Reise ohne Rast ist nicht vorstellbar. Es
bedeutet aber noch mehr: Brot als Zeichen für Gemeinschaft. Wenn wir
miteinander Essen ist das viel mehr, als wenn jeder »sein eigenes
Süppchen« kocht. Morgen ist Gründonnerstag, dieser Tag erinnert uns
an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gegessen hat. Als
Zeichen seiner Verbundenheit mit allen Menschen hat er dabei das Brot
geteilt.
Ein Brot wird herumgegeben, jeder brich sich ein Stück ab
Vater unser
Lied: Wo Menschen... (Troubadour 790)
Abschluss
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