Dachaufahrt 2007


Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau


Die 10. Klassen mit den Lehrkräften Herrn Dr. Englmaier, Herrn Dr. Steidle, und Herrn Dr. Weber besuchten am 6. März 2007 die KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Besuch begann mit einer Führung unter der Leitung dreier Geschichtslehrer des örtlichen Gymnasiums, die je einer Klasse zugeteilt wurden.

Unsere Führung startete in einer nachgebauten Wohnbaracke, die 100 Meter lang und 10 Meter breit war. Nachdem wir die Baracke durchlaufen hatten, bekamen wir einige Informationen zur allgemeinen Situation im KZ während der Zeit von 1933-1945. Besonders einprägsam für alle waren die "3 B`s". Zum einen war das der Bunker, in dem die Gefangenen völlig isoliert schwerste Misshandlungen ertragen mussten, zum anderen der Bock, auf dem die Häftlinge verprügelt wurden. Das dritte B stand für Baum. Es war sehr still und einigen sah man den Schrecken in den Augen an, als unser Führer sehr detailliert schilderte, wie man Häftlinge mit auf den Rücken gebundenen Armen stundenlang aufhängte und ruckartig das Seil nachließ, so dass man hören konnte wie die Knochen brachen und die Muskeln rissen.

Dann suchten wir außerhalb des eigentlichen Geländes das Krematorium, auch Baracke X genannt, auf. Der Anblick der Öfen und die gleichzeitige Vorstellung, dass darin Menschenleichen verbrannt wurden, ließen uns begreifen, wie wertlos in den Augen des SS jeder einzelne Häftling war. Da dem Krematorium die Gaskammer angrenzte, beschäftigten wir uns mit dem Einsatz und Gebrauch dieser. Unstrittig ist, dass sie zur Desinfektion der Leibwäsche benutzt wurde und nicht zur Massentötung von Menschen, wie von Zeitzeugen belegt ist. Vermutlich war die Nähe zur Großstadt München ein Grund dafür, dass die SS auf diese entsetzliche Form des Massenmordes in Dachau verzichtete.

Da wir leider den Dokumentationsfilm verpassten, konnten wir uns noch im Museum umsehen, in dem andere Ereignisse während des Zweiten Weltkrieges dokumentiert sind. Allerdings haben wir die Betrachtung des Films in der Schule nachgeholt. Abschließend lässt sich sagen, dass viele von uns geschockt waren, welche Grausamkei-ten Menschen einander zufügen können. Besonders eindrucksvoll und für viele unvorstellbar war die Wohnsituation, zusammengepfercht wie Tiere zu leben, kaum mit Luft zum Atmen.

Der Sinn der Exkursion lag vor allem darin, dass die heutige Jugend über die Vergangenheit ihres Landes Bescheid weiß. Vor allem soll dadurch der Sinn geschärft werden, dass so etwas nie wieder passieren darf. In diesem Zusammenhang ist es umso unverständlicher, dass es durchaus heute wieder Rechtsradikale besonders unter den jungen Leuten gibt. Wer die Dokumentationsstätte Dachau besucht hat, kann dies noch weniger als zuvor verstehen

Moritz Kestler und Maximilian Steppau, beide 10b