In diesem Sommer gibt es sie 20 Jahre und wesentlich wurde die Erfolgsgeschichte der Burgfestspiele Freudenberg am Main von zwei Würzburgern geschrieben: Paul und Dr. Gerda Pagel. Der theaterbegeisterte Germanist vom Mozart-Schönborn-Gymnasium und seine Frau, die mehrere Jahre am Abendgymnasium des Mozart-Gymnasiums unterrichtete, zählen nicht nur zu den Initiatoren des Sommertheaters auf der Burgruine Freudenberg. So waren sie vor zwei Jahrzehnten, im Jahre 1987, auch die Autoren des regionalgeschichtlichen Premierenstückes "Graf Asmus". Alle zwei Jahre folgen bei den Festspielen Themen und Stoffe aus der fränkischen Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, angesiedelt im lokalen und regionalen Umfeld des Untermaingebietes, die in zeitgemäßer Interpretation auf die Bühne gebracht werden. Das Spektrum reicht vom mittelalterlichen Historiendrama "Süßkind" (2001), über frühneuzeitliche Religionswirren in "Pfeiferhannes" (1989) bis in die jüngste Zeitgeschichte mit dem auch Würzburg berührenden Exorzismus in "Fremde Stimmen" (2005).
Für das Jubiläumsjahr 2007 bieten Paul und Gerda Pagel mit "Aufruhr" pralles Theater fürs Volk, wie Manfred Kunz (MP/VB 08.06.2007) schreibt. Das Stück, unter der professionellen Leitung von Prof. Dominik Neuner (früher Oberspielleiter des Stadttheaters Würzburg) in Szene gesetzt, führt in die Zeit der Glaubenskonflikte zwischen Katholiken und Protestanten und des 30jährigen Krieges (1618-1648). Für "Aufruhr" griff das Autoren-Duo auf die literarische Vorlage des in Fürth geborenen Schriftstellers Jakob Wassermann (1873-1934) zurück. Manfred Kunz schreibt über die Inszenierung bei den Burgfestspielen Freudenberg: " In ihrer Dramatisierung tragen die Pagels dieser Bühnenwirksamkeit Rechnung und präsentieren einmal mehr ein gleichermaßen unterhaltsames wie nachdenkenswertes Stück, das die Vergangenheit immer auch auf unsere Gegenwart bezieht." wohu