Waltraud Meier


Wir möchten in diesem Artikel auf eine der bekanntesten Würzburgerinnnen, welche überdies auch noch an unserer Schule, dem damaligen Schönborngymnasium, ihr Abitur gemacht hat, hinweisen: Waltraud Meier.
Nachfolgend finden Sie einen aus der Mainpost übernommmenen Artikel. Ferner können Sie hier auch noch ein Interview mit Frau Meier einsehen, durchgeführt von unserer derzeitigen Schülersprecherin, Theresa Gessler, im Rahmen eines Schülerzeitungsartikels.

"Fett klingt nicht" witzelte sie als Gast von Frank-Markus Barwassers kabarettistischer Talkshow "Pelzig unterhält sich". Getreu diesem Motto ist Waltraud Meier schon rein äußerlich alles andere als das Klischee einer Operndiva, die man sich gerne als füllige Damen vorstellt: Die gefeierte Mezzosopranistin -neben Basketballstar Dirk Nowitzki einer der bekanntesten Würzburger "Exportartikel"- ist drahtig, sportlich, durchtrainiert. Bis in die Stimmbänder. Die 50-Jährige treibt täglich Sport: zu Hause am Cross-Trainer; wenn sie unterwegs ist, im Fitnessraum des Hotels. Weil Oper eine auch körperlich unglaublich anstrengende Sache ist. Gerade wenns um Wagneropern geht. Mag Waltraud Meier ihr Repertoire auch erweitert haben (seitdem sie auch Sopran-Partien singt) -mit dem Namen Waltraud Meier verbindet man vor allem Rollen aus Richard Wagners Musikdramen.
    Erwin Pelzig veräppelte sie denn auch als "Würzburger Wagner-Wally". Sie selbst drückte es im Gespräch mit der MAIN-POST so aus: "Die Faszination ist nach wie vor da. Das Tolle an Wagner ist, dass er nie zu Ende erforscht, oder interpretiert werden kann. Wagner zu singen und zu spielen ist immer wieder neu und immer spannend."
    Nach ihren Anfängen am Würzburger Stadttheater (sie debütierte 1976 als Lola in Pietri Mascagnis "Cavalleria Rusticana") startete sie 1980 ihre internationale Karriere in Buenos Aires. Dort sang sie die Fricka in Wagners "Die Walküre". In der Folge eroberte sie die Bühnen zwischen Bayreuth und New York vor allem als Kundry (in Wagners "Parsifal").

Triumphe feierte die Mezzosopranistin später auch in der Sopranpartie der Isolde. Meier und Siegfried Jerusalem, der mit ihr in Bayreuth den Tristan in Heiner Müllers legendärer Inszenierung sang, galten jahrelang als Opern-Traumpaar. Beide entzweiten sich später mit der Bayreuther Festspielleitung. Waltraud Meier ist nicht nur eine Ausnahmeerscheinung als Sängerin. Sie ist auch eine Vollblut-Darstellerin und somit der Idealfall für die Opernbühne. Und doch: Immer stärker entdeckt sie den Liedgesang, wo sie, ohne darstellerische Mittel, Emotionen nur mit ihrer Stimme erzeugen muss. "Hellauf begeistert" sei sie von Richard Strauss -mit Liederabenden gastiert die Sängerin auch immer wieder beim Kissinger Sommer.
    Waltraud Meier einen Weltstar zu nennen ist nicht übertrieben. Wie eine zickige Diva wirkt sie indes nicht -auch da erfüllt sie das Klischee nicht. Ganz pragmatisch sieht sie den Glamour, der die Stars bei Premieren der großen Opernhäuser umgibt -sei es an der "Met", oder der "Scala". Wichtig sei nicht die Show bei der Premierenfeier, sondern das hohe Niveau, auf dem sie arbeiten könne. "Den Glamour legen Sie schnell ab." Ab und an entkommt ihr im lockeren Gespräch sogar noch das eine oder andere fränkisch ausgesprochene Wort.


aus der Mainpost