"Hermann Zilcher hinterlässt Würzburg ein großes Erbe, das kontinuierlich gepflegt zu werden verdient. So beendete Therese Gaillard ihren Vortrag über den Begründer des Würzburger Mozartfestes und Direktor des "Bayerischen Staatskonservatoriums". In der Tat atmete die vollbesetzte Aula des Mozart- und Schönborn-Gymnasiums - darunter die Familie Zilcher - Geist und Genius dieses vielseitigen Künstlers. Eine Ausstellung zu seinem Leben und Werk, dazu von Schülern gemalte "Zilcher-Kreationen" und die Bronzebüste des Jubilars, die Tochter Helga 2004 modelliert hatte, nahm die Gäste gefangen.
Auf dem Programm standen Werke Zilchers aus seiner Würzburger Schaffenszeit. Zu Beginn die Suite für Streichquartett G-Dur, op. 77 (1934/35). In dem auf sieben Sätze angelegten Werk wechseln nachdenklich, verharrende Passagen mit heiteren Momenten bei zunehmender Forcierung in Lautstärke und Tempo, wobei der elegische Grundcharakter erhalten bleibt. Das Quartett in der Besetzung Tomas Hajek und Sara Birringer (Violine), Makato Sudo (Viola) und Matthias Steinkrauß (Violoncello) bestach durch sensibles Konzertieren.
In den "Marienliedern", op. 52a verwendet Zilcher schlichte gläubige Texte aus Passionsliedern des Mittelalters. Anke Endres (Sopran) überzeugte mit guter Artikulation, schönem Wohlklang und nuancierter Gestaltung, die vom Piano bis zum Forte der Karfreitagspassion reichte.
Als Hommage an Zilcher endete der Abend mit W. A. Mozarts Streichquartett d-Moll, KV 173, das die elegische Grundstimmung beibehielt, wenn auch das Heitere bisweilen aufblitzte und die Facetten des menschlichen Lebens durch die Tonkunst verdeutlichte.
Gemäß Zilchers Credo "Wenn sie mich nun fragen, wie Musik beschaffen sein muß: begabt, erlebt, ehrlich und gekonnt." Die Zuhörer stimmten ihm und seinen Interpreten zu.