Im Schuljahr 2006/2007 sahen wir uns mit einem gravierenden Beschluss aus dem Würzburger Rathaus konfrontiert. Dieser hieß "Neuordnung der Gymnasial-Landschaft" und hätte für unser Gymnasium das "Aus" bedeutet, weil wir keine Eingangsklassen mehr bekommen sollten. Diesen unerträglichen und politisch wenig verantwortlichen Signalen der Verantwortlichen konnte entweder mit Resignation begegnet oder mit einem ausgesprochen vehementen und geschlossenen Kampf entgegengetreten werden.
Wir haben uns den erhofften Erfolg im Kampf versprochen und haben alles Erdenkliche nicht unversucht gelassen. Es ist erneut der Stadt und dem Stadtrat nicht gelungen, unsere Schule als Ganzes zu verstaatlichen. Über ein Mogelpaket hat sich der Freistaat Bayern nicht in seiner Politik beirren lassen. Diese Konfrontation mit allen Gremien hat letztlich dazu geführt, dass wir in diesem Jahr sogar stattliche 60 Neuanmeldungen zu verzeichnen haben. Es ist uns auch gelungen, den Stadtratsbeschluss über die Reduzierung unserer Zweige auf Sozial- und Wirtschaftswissenschaften aufheben zu lassen. Nunmehr werden alle im vergangenen Jahr eingeschulten, aber auch zukünftige Kinder in den Genuss der Wahlfreiheit zwischen dem Sozialzweig, dem Wirtschaftszweig oder auch dem Naturwissenschaftlich-Technologischen Zweig gelangen.
Trotz aller vom Würzburger Rathaus ausgehenden Irritationen kam das Schulleben selbstverständlich nicht zum Erliegen. Ich danke allen, die trotz der Irritationen ihrem pädagogischen Auftrag, oft über das normale Maß hinaus, gerecht wurden. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass unser Lehrerkollegium immer noch der Ansicht ist, dass zum Schulleben auch Schulfahrten gehören. Unsere Fahrten fanden uneingeschränkt statt, dafür ein großes Lob an die Veranstalter.
Unser großes Augenmerk galt selbstverständlich auch unserem Sorgenjahrgang - die letzten G9-Schüler aus dem 9. Jahrgang. Bisherige Politik des Kultusministeriums machte es leider nicht einfach, den Eltern, den Pädagogen, aber auch den Kindern in der sehr schweren Situation gerecht zu werden. Dieser Jahrgang darf nicht alleine gelassen werden! Sicherlich tut es der Diskussion um diese Jugendlichen nicht gut, wenn behauptet wird, sie bekämen den Freifahrtschein für das Abitur. Dies entspricht nicht der Wahrheit! Die letzten Jahre wurden sie mitgezogen, jetzt kommt die Phase in ihrem Leben, welche unweigerlich dazu führt, dass sie ihre Defizite, durch die Pubertät unterstützt, nicht mehr alleine bewältigen können. Der Elternbeirat plädiert für Chancengleichheit aller Gymnasiasten in Würzburg. Das Kultusministerium hat zusätzliche Förderstunden bereitgestellt und die neue gymnasiale Schulordnung (GSO) soll bei der Vorrückungsregelung in diesem Jahr bereits gelten. Somit sollen Vorrücken auf Probe und großzügige Ermessensentscheidung der Lehrerkonferenz dazu beitragen, dass kein Kind unnötigerweise durch das Raster fallen muss. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses stand leider noch nicht abschließend fest, wie effektiv diese Maßnahmen griffen.
Eine weitere Tatsache stimmte uns traurig. Eine traditionsreiche und erfolgreiche Schule beendet in diesem Sommer ihre Ära, unsere letzten beiden Realschulklassen absolvieren die Mittlere Reife. Wir bedauern sehr, dass wieder einmal eine Schule, nämlich die Schönborn-Realschule, nach über 50-jährigem Bestehen geschlossen wird.
Zum Abschluss möchte ich mich ganz herzlich bei Frau Ingrid Baldauf und Frau Ursula Öhrlein für ihre langjährige Mitarbeit im Elternbeirat bedanken. Ein ganz besonderer Dank geht von den Mitgliedern des Elternbeirats, sicherlich auch im Namen der Schulgemeinschaft, an Herrn Klaus Kluin, der in den letzten vier Jahren als Vorsitzender mit viel Geschick und außerordentlichem Engagement gewirkt und die Interessen der Schule hervorragend vertreten hat. Schließen möchte ich mit dem Wunsch, dass wir Eltern ebenso wie jeder Schüler und Lehrer auch weiterhin unser Schulleben mit Interesse, Engagement und einer positiven Einstellung unterstützen.