Bilanz des Schulleiters 2007


Rückblick des Schulleiters Im 4. Elternbrief des zu Ende gehenden Schuljahres hatte ich am 9. November 2006 den Eltern unserer Schule u. a. Folgendes mitgeteilt: "Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken hat ein neues Konzept für die Gymnasien in Würzburg entworfen und zusammen mit dem neuen Schulreferenten der Stadt Würzburg, Herrn Al Ghusain, am 24. Oktober im Kultusministerium in München erörtert. Sicher haben Sie in den Medien verfolgt, welche Änderungen geplant sind. Ich will sie aber noch einmal aufzählen: Das Friedrich-König-Gymnasium verliert seinen sprachlichen Zweig, das Wirsberg-Gymnasium gewinnt einen naturwissenschaftlich-technologi-schen Zweig, das Mozart- und Schönborn-Gymnasium soll keine Eingangsklassen mehr erhalten, dafür die des Siebold-Gymnasiums aufnehmen, welches um unseren wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig erweitert wird. In die im Siebold-Gebäude frei werdenden Räume soll das Riemenschneider-Gymnasium nachrücken, das seine Auslagerungen in der Hauger-Schule aufgeben muss, um der Jenaplan-Schule Platz zu machen. Für unsere Schülerinnen und Schüler bleibt es bei dem schon seit Jahren gegebenen Versprechen: Wer bei uns angemeldet ist, macht - die nötigen Leistungen vorausgesetzt - im Mozart- und Schönborn-Gymnasium sein Abitur. Eventuelle "Durchfaller" des letzten, also derzeitigen 5. Jahrgangs werden von den nachrückenden Klassen des Siebold-Gymnasiums aufgefangen..."

Was ist aus dieser geplanten Neuordnung der Würzburger Gymnasiallandschaft geworden, bei der im Ergebnis jede Schule zwei Zweige haben und unsere Schule auslaufen sollte? Nur eine Maßnahme wurde umgesetzt: Das Wirsberg-Gymnasium erhielt den naturwissenschaftlich-technologischen Zweig, was sich prompt in einer dort noch nicht dagewesenen Anmeldungszahl niederschlug. Alles andere scheiterte daran, dass die Eltern des Siebold-Gymnasiums eine Zweigerweiterung und eine Übersiedlung in unser Haus ablehnten, wahrscheinlich wegen der Verquickung dieser beiden Änderungen.

So durften bei uns wieder Kinder für Eingangsklassen angemeldet werden. Es kamen 66, wovon nach dem Probeunterricht noch 60 übrig blieben. Damit ist der Rahmen der uns gestatteten zwei Eingangsklassen ausgeschöpft, und wir freuen uns, dass wir im Herbst wieder das Vergnügen haben werden, eine neue Generation hoffnungsvoller kleiner Mädchen und Buben unsere Aula beleben zu sehen. Da uns andererseits ein durch die 2001 vollzogene Fusion der beiden städtischen Gymnasien überdurchschnittlich großer Abiturjahrgang von etwa 138 Absolventen verlässt, setzt sich der Schrumpfungsprozess unserer Schule fort. Gleichzeitig verlässt uns nach der Abschlussprüfung der letzte Jahrgang unserer Realschule. Daher ist es kein Wunder, dass wir, obwohl mehrere Lehrkräfte den Ruhestand oder die sogenannte Freistellungsphase der Altersteilzeit antreten, auch ohne Neueinstellung noch über genug Lehrerstunden verfügen. So werden wir, wenn nicht noch Unerwartetes passiert, unser Unterrichtsangebot auf hohem Niveau halten können. Denn obgleich nach den Grundsätzen des G8 Intensivierungsstunden und das Fach Natur und Technik in halbierten Klassen angeboten werden sollten, ist dies bayernweit leider keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr werden die wünschenswerten Gruppenteilungen im ganzen Lande auch 2007/2008 wieder sehr häufig am Personalengpass scheitern ("…in Mangelfächern voraussichtlich keine Verbesserung der Unterrichtsversorgung möglich…", KMS vom 10.04.2007, S. 6).

Wir leben in schulisch unruhigen Zeiten. Ab 1. August 2007 tritt eine neue gymnasiale Schulordnung in Kraft, meines Erachtens entbehrlich, und das neu eingeführte achtjährige Gymnasium kommt nicht aus der Diskussion und wird durch Änderungswünsche irritiert. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was ich als Rahmen pädagogischer Arbeit wünsche: Ruhe und Verlässlichkeit. Umso mehr danke ich allen, die sich im Schuljahr 2006/2007 für die uns anvertrauten jungen Menschen eingesetzt haben.


R. Loho, Oberstudiendirektor