Philipp Franz von Siebold

soko wa nihongo de

Mittler zwischen Europa und Japan

Japanforscher

Philipp Franz von Siebold Insel Deshima
Der Japanforscher Philipp Franz von Siebold, geboren am 17. Februar 1796 in Würzburg, verstorben am 18. Oktober 1866 in München, Doktor der Medizin, Chirurgie und Entbindungskunst, trat 1822 als Stabsarzt in die Dienste der Niederländisch- Ostindischen Companie. Über Batavia (heute Jakarta) kam er 1823 als Faktoreiarzt in die holländische Handelsniederlassung auf die kleine künstliche Insel Deshima im Hafen von Nagasaki, Japan.

Schnell erlangte von Siebold einen hervorragenden Ruf als Arzt, machte Krankenbesuche und hielt Vorlesungen über westliche Medizin. Im Rahmen dieser Tätigkeit gelang es ihm auch, einen umfangreichen Einblick in Sprache, Kultur und Wissenschaften Japans zu gewinnen. Aus der Verbindung mit der jungen Taki Kusumoto ("Sonogi") entstammte 1827 die gemeinsame Tochter Ine, die später als erste japanische Frauenärztin, ausgebildet in westlicher Medizin, auch am Kaiserhof tätig werden sollte.

Der Besitz streng geheimer Landkarten wurde von Siebold zum Verhängnis. Seine wissenschaftlichen Forschungen wurden darauf hin als Spionage angesehen und Anklage gegen ihn erhoben. Trotz seiner Verdienste wurde er 1829 "für ewige Zeiten" aus Japan verbannt.

Sieboldpflanze 'Otaksa'
In den Niederlanden begann von Siebold mit der Veröffentlichung seiner Hauptwerke "Nippon", "Fauna Japonica" und "Flora Japonica". Nach Aufhebung seiner Verbannung reiste er 1859 erneut nach Japan und nahm seine Arbeit als Forscher, Lehrer und Arzt wieder auf.

Schon zu Lebzeiten wurde von Siebold von zahlreichen wissenschaftlichen Institutionen und Universitäten des In- und Auslandes hoch geehrt und ausgezeichnet. Zeit seines Lebens hat er sich für das friedliche, gleichwertige Mit- und Nebeneinander unterschiedlicher Kulturen ausgesprochen und war damit schon vor Generationen beispielhaft für unsere Zeit.

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