Regierungserklärung
des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber am 6. November 2003
„Perspektiven
für Bayern schaffen
Sparen
– reformieren – investieren“
-
Manuskriptfassung -
Herr
Präsident, meine Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und
Mitbürger!
Mit
einem überragenden Votum haben die bayerischen Wählerinnen und
Wähler der Staatsregierung erneut das Vertrauen ausgesprochen.
Dieses
Vertrauen gründet auf der Erfahrung, dass es in Bayern mehr Arbeit, mehr
Sicherheit, mehr Lebensqualität und mehr Heimatverbundenheit gibt als
anderswo.
Dieses
Vertrauen gründet aber auch auf der Erwartung, dass die Staatsregierung in
schwieriger Zeit mit mutigen politischen Entscheidungen Bayern in eine gute
Zukunft führt.
Dies gilt umso
mehr, als die Anzeichen einer tief gehenden Krise in Deutschland mit
Händen zu greifen sind. Von Woche zu Woche, ja von Tag zu Tag mehren sich
besorgniserregende Schlagzeilen:
„Die
Beschäftigung bricht weg“ (Handelsblatt, 20.8.2003), „Keine Chance für die
Jugend“ (Die Zeit, 18.9.2003) , „Schuldenrekord: Deutschland treibt in den
Staatsbankrott“ (Mittelbayer. Zeitung, 24.10.2003 ).
Das ist die
Realität in Deutschland. Dem kann sich auch Bayern nicht entziehen. Noch
geht es uns besser als den anderen Ländern in Deutschland:
Unsere
Wirtschaftsleistung hat von 1993-2002 mit real 20,3 % stärker zugenommen
als in allen anderen alten Ländern.
Bayern ist das
einzige Land in Deutschland, das heute mehr Arbeitsplätze hat als vor zehn
Jahren.
Bayern
gehört zu den forschungsintensivsten Standorten der Welt. Jede vierte
Patent-Anmeldung in Deutschland kommt aus Bayern.
Wir haben die
höchste Selbständigenquote unter den Flächenländern in
Deutschland und die meisten Existenzgründer im Jahr 2002.
Aber: Bayern
gehört zum „Konzern Deutschland“. Wenn es dem Gesamtkonzern
schlecht geht, dann geht es über kurz oder lang auch uns in Bayern
schlecht. Das unflexible deutsche Arbeitsrecht vertreibt in Bayern
Unternehmen und Arbeitsplätze ebenso wie anderswo. Steuerliche Belastungen
treffen Bürger und Unternehmen in Bayern genauso wie alle anderen in
Deutschland. Über 3,5 Mrd. Euro, das sind gut 10 % des bayerischen
Landeshaushalts, überweist Bayern in den Länderfinanzausgleich (Anm.: Zahlen 2002;
einschließlich Umsatzsteuervorwegausgleich) . Sozialversicherungsbeiträge sind nicht geringer als
anderswo und fließen über den Risikostrukturausgleich auch in die
anderen Länder. An diesen bundeseinheitlichen Rahmenbedingungen
können wir alleine mit den Mitteln der Landespolitik überhaupt nichts
ändern.
Und dennoch: Wir
wollen, dass Bayern der wirtschaftliche Motor in Deutschland bleibt.
Deshalb werden
wir alles daransetzen, dass Deutschland sich aus dem Abwärtsstrudel
herauskämpft. Wer die Lage in Deutschland zum Besseren wenden will, wer
will, dass Bayern stark bleibt, der muss die Wirklichkeit und Wahrheit
über den Zustand Deutschlands zum Ausgangspunkt aller politischen
Anstrengungen machen.
Wahrheit und
Wirklichkeit sind:
Seit Jahren ist
Deutschland Wachstumsschlusslicht in Europa. Die Wirtschaft ist im
dritten Jahr in Folge eingebrochen. Das ist in der Nachkriegsgeschichte
beispiellos.
Erschreckend
ist die hohe Arbeitslosigkeit: Über 4 Millionen Menschen sind heute
arbeitslos. Die Arbeitsplätze, die in Krisenzeiten verloren gingen, wurden
auch in Boomzeiten nicht wieder vollständig ersetzt. Die
Dauerarbeitslosigkeit ist seit 1970 von Rezession zu Rezession gestiegen. Das
Alarmierende daran: keine Wachstumsprognose eines Wirtschaftsforschungsinstitutes
lässt uns irgendeine Hoffnung auf den Abbau der Arbeitslosigkeit. Wir
haben bestenfalls die trostlose Aussicht auf eine Stagnation der
Dauerarbeitslosigkeit.
Wir müssen
eine erschreckenden Abbau von Arbeitsplätzen bilanzieren: Deutschland hat
2003 rund 600.000 Erwerbstätige weniger als 2002 (Anm.: Herbstgutachten).
Die Zahl der
Unternehmensinsolvenzen sprengt von Jahr zu Jahr neue Rekorde.
Deutschland -
Jahrzehnte Stabilitätsanker in Europa - versinkt in einer
öffentlichen Verschuldung ohnegleichen: mit der höchsten
Neuverschuldung des Bundes von rund 43,4 Mrd. Euro seit Bestehen der
Bundesrepublik, und mit 37,9 Mrd. Euro nur an Zinsausgaben des Bundes im Jahr
2003 – das ist mehr als das bayerische Haushaltsvolumen. Pro Tag muss
der Bund über 100 Mio. Euro nur an Zinsen zahlen!
Die
Steuerschätzer müssen heute – bereits zum 6. Mal in Folge
– ihre Prognosen deutlich nach unten revidieren.
Mit der
Wirtschaftsleistung pro Kopf sind wir Deutsche laut Ifo-Institut hinter
Großbritannien, Frankreich, Österreich, Holland und Irland
zurückgefallen. Noch Anfang der neunziger Jahre lagen wir vor diesen
Ländern. Und vor 30 Jahren haben wir noch fast doppelt soviel
erwirtschaftet wie die Briten!
Die Reihe der
Indikatoren, die den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands anzeigen,
ließe sich - leider - fast beliebig fortsetzen.
Wir
müssen den Mut haben, die Menschen mit dieser harten Wirklichkeit zu
konfrontieren und danach zu handeln. Deshalb habe ich schon im
Frühjahr, mitten im Landtagswahlkampf, einen Sanierungsplan für
Deutschland vorgelegt mit einschneidenden und unpopulären
Reformvorschlägen. Dafür wurde ich heftig kritisiert. Auch meine
deutlichen Worte im Bundestagswahlkampf zum „Schlusslicht
Deutschland“ hat Rot-Grün als Schwarzmalerei diffamiert.
Viele weigern
sich, diese Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Viele, die diese Fakten zwar zur
Kenntnis nehmen, verweigern sich jedoch den notwendigen Konsequenzen, z. B.
wenn es um Leistungskürzungen oder Ämterauflösungen geht.
Die Wahrheit
ist: Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in der tiefsten Krise seit
ihrem Bestehen. Das erfasst auch Bayern.
Deutschland
steigt ab. Wir sind nicht mehr die prosperierende, wirtschaftlich starke und
technologisch führende Nation, die uns über Jahrzehnte Sicherheit und
Selbstvertrauen gegeben hat. Das sichere und starke Deutschland ist zum
Trugbild geworden, an das sich viele Menschen noch allzu gerne klammern.
Deutschland
war das Sinnbild von Wirtschaftswachstum und Leistungsfähigkeit. Heute ist
es das Sorgenkind Europas, das Mitleid erregt statt Bewunderung.
Meine Damen und
Herren! Was ist geschehen? Was hat sich verändert?
1. Unsere
Nachbarn und Konkurrenten haben aufgeholt und uns zum Teil überholt.
Ganze Branchen
sind aus Deutschland abgewandert: Bekleidung, Leder, Schuhe, Optik,
Unterhaltungselektronik.
Die meisten PCs
oder Handys, die bei uns in Gebrauch sind, kommen schon lange nicht mehr aus
Deutschland – selbst wenn sie noch deutsche Markennamen tragen.
Selbst für
die Vorzeigebranche Automobilbau gilt: Audi-Fahrzeuge laufen heute in gleicher
Qualität in Ungarn vom Band wie in Ingolstadt. Produkte aus dem VW-Konzern
werden in der Slowakei, in Tschechien und in Spanien in gleicher Güte produziert
wie in Wolfsburg.
Und dies alles
wird dort mit Arbeitskosten produziert, die zum Teil nur ein Zehntel der
Arbeitskosten hier betragen. Unser großer technologischer Vorsprung vor
den Schwellenländern ist dahingeschmolzen. Was wir können,
können die anderen in der Zwischenzeit auch – und sogar noch
billiger. Mit der Osterweiterung erreicht dieser Wettbewerb eine neue
Qualität. Deshalb können wir uns höhere Arbeitskosten nicht mehr
leisten. Nur wenn wir umso viel besser sind, als wir teurer sind, wird die
deutsche Industrie bei uns wieder Arbeitsplätze schaffen. Wir Deutsche
müssen uns alle mehr anstrengen, um international wieder einen
Spitzenplatz zu erreichen.
2. Deutschland
ist im Erfolg bequem und unbeweglich geworden.
Das gilt sicher
nicht für jeden Einzelnen, trifft aber für die Gesamtheit zu. Aber
wir haben uns in langen Jahren ständigen Wachstums an so manche
Annehmlichkeit gewöhnt. Viele glauben, dass es uns immer weiter so gut
geht wie bisher.
Westdeutschland
hat die höchsten Lohnzusatzkosten und nach Norwegen die zweithöchsten
Industriearbeitskosten der Welt - aber leider keine großen Ölfelder
in der Nordsee. Gleichzeitig haben wir mit den Niederlanden und Norwegen die
niedrigsten Arbeitszeiten weltweit, z. B. jährlich 350 Arbeitsstunden
weniger als in den USA.
Absurd wird es
dann, wenn die IG Metall im Osten Deutschlands versucht, die 35-Stunden-Woche
herbeizustreiken, gerade dort, wo die Arbeitslosigkeit am Höchsten und die
Produktivität am Geringsten ist.
Nicht mehr zur
gegenwärtigen Situation passen auch die zum Teil absurd hohen
Managergehälter und Abfindungen, über die jetzt auch Prozesse
geführt werden. Unter der verheerenden öffentlichen Wirkung für
das Unternehmerbild leiden auch mittelständische Unternehmer oder
Handwerker, die hart arbeiten, um zu überleben.
Unser überzogener
Kündigungsschutz, der aus Zeiten des Wirtschaftsbooms stammt, wird
heute zur existenziellen Bedrohung für Unternehmen, denen die
Aufträge wegbrechen und die ihre Personalkosten nicht der Auftragslage
anpassen können. Und deshalb ist er eine Einstellungshürde. Unseren
Kündigungsschutz gibt es nicht bei unseren Wettbewerbern, nicht in den
USA, nicht in Asien, ihn gibt es nicht einmal in Österreich.
Genehmigungsverfahren,
Raumordnungsverfahren, Planfeststellungsverfahren, Widerspruchsverfahren,
Gerichtsverfahren, die in guten Zeiten zu den aufwändigsten
Abwägungen verleitet haben, sind heute ein bürokratisches
Nadelöhr, das die Wirtschaftsschlagadern verstopft. Die Tschechische
Republik hat an der A 6 schon Jahre gebaut, während bei uns viele Jahre
geplant und prozessiert wurde. Teure Wartezeiten auf verstopften
Transitstraßen und überlasteten Grenzübergängen sind die
Folge.
Auch im
deutschen Föderalismus ist die Kompetenz der deutschen Länder durch
eine Allkompetenz des Bundes auf den Kopf gestellt. Der Bund hat durch die
Sucht nach Detailregelung in Verfahren und Organisation aus ursprünglich
10 % zustimmungspflichtigen Gesetzen heute 60 % gemacht. Deutschland krankt
nicht am Föderalismus, sondern an zentraler Regelungswut.
Dass es in
Deutschland für viele gesunde, erwerbsfähige Menschen zum Lebensstil
geworden ist, auf Dauer von der Sozialhilfe zu leben, ist ein Skandal!
Von 2,7
Millionen Sozialhilfeempfängern sind 1,3 Millionen arbeitsfähig.
Sozialhilfe und Schwarzarbeit bringen unter dem Strich häufig mehr ein als
ein reguläres Arbeitsverhältnis. Noch schlimmer ist, dass es die
Bundesregierung nicht schafft, dem einen Riegel vorzuschieben und endlich einen
angemessenen Abstand zwischen dem niedrigsten Tariflohn und der Sozialhilfe
herzustellen!
3. Die
demografische Zeitbombe droht den Generationenvertrag zu sprengen.
Die
Errungenschaft Bismarck’scher Sozialpolitik war: individuelle
Kinderlosigkeit führt nicht zu Altersarmut. Die Erfahrung heute ist: Wenn
alle zusammen zu wenig Kinder haben und die Gesellschaft altert, sprengt das
unser Sozialsystem. Eine neue Bescheidenheit in allen Phasen des Lebens ist
notwendig. Und für uns Ältere gilt besonders:
Wir dürfen
mit unseren Unterhaltslasten unsere Kinder und Enkel nicht erdrücken.
Die meisten
asiatischen Staaten wie Indien oder Malaysia, aber auch unsere Nachbarn wie Polen,
das sind junge Gesellschaften mit unbändigem Willen zur Leistung und zum
Aufstieg. Dagegen drohen wir zu einer vergreisenden Gesellschaft ohne
Innovation und Dynamik zu werden.
4. Deutschland
trägt schwer an den Kosten der Wiedervereinigung
Allein im Jahr
2003 fließen Finanzhilfen von rund 83 Milliarden Euro in den Osten
Deutschlands, davon 53 Milliarden an Sozialleistungen (Anm.: Institut f.
Wirtschaftsforschung Halle) . Das
sind riesige Summen, die auch zu Wohlstandsverlusten im Westen führen. Die
Dauer und die Kosten für den Aufbau Ost haben wir alle unterschätzt.
Er ist eine historische Aufgabe und ein Akt der Solidarität gegenüber
den Bürgerinnen und Bürgern in Ostdeutschland. Wir müssen den
Solidarpakt bis 2019 fortführen. Hier bitte ich auch die Kommunen, nicht
aus der Solidarität auszuscheren.
Meine Damen und
Herren! Wenn wir diese Tatsachen sehen, dann müssen wir uns schon für
uns und unsere Kinder die Frage stellen und beantworten: Wovon wollen wir
leben? Was ist morgen und übermorgen die Quelle von Wohlstand und sozialer
Sicherheit ?
Weiter so? Das
wäre fatal! Wir dürfen nicht mit ansehen, dass die Arbeit aus
Deutschland auswandert! Wir müssen aufwachen: die Jahrzehnte des für
selbstverständlich gehaltenen Aufschwungs und Wirtschaftswunders sind
vorbei .
Wenn wir auch
nur einen Augenblick schwanken sollten, ob wir uns in unser Schicksal
fügen und als Wirtschaftsnation zurückfallen oder ob wir uns dagegen
aufbäumen, sollten wir an unsere Enkel und an unsere Kinder denken.
Unsere Enkel
werden in ein grenzenloses Europa geboren. Sie erleben von Kindesbeinen an eine
offene Welt. Das, was sie heute an Freiheit, an Möglichkeiten erleben und
was sie an Hoffnungen haben, wollen sie auch für ihr Leben behalten und
entwickeln.
Unsere Kinder
sind Kinder des
Wohlstands. Sie haben Krieg und Nachkriegsentbehrungen Gottlob nicht erleben
müssen und wir haben sie verwöhnen können. Aber heute haben sie
oft einen schwierigeren Start ins Berufsleben und ungewissere Berufswege vor
sich als viele, die heute auf die Rente zugehen. Sie sind oft weit gereist,
haben viele Vergleichsmöglichkeiten in der Welt . I ch bin sicher: sie wollen unsere Sicherheit, unseren
Wohlstand behalten und dafür sind sie auch bereit, viel zu leisten.
Und was wollen
wir, die Älteren? Wir wollen doch das Gleiche! Wir wollen in sozialer
Sicherheit und Wohlstand leben! Und wir wollen natürlich auch, dass unsere
Nachkommen keine schlechtere Zukunftsperspektiven haben, als wir sie für
uns hatten und für uns selbst noch wünschen.
Für unsere
Enkel, für unsere Kinder, aber auch für unsere eigene Zukunft
müssen wir uns im harten Wettbewerb behaupten. Deshalb müssen wir uns
aufbäumen gegen den schleichenden Abstieg! Wir müssen mehr leisten.
50 Jahre lang haben wir uns daran gewöhnt, dass die Arbeitszeiten immer
kürzer werden. Jetzt brauchen wir einen Paradigmenwechsel:
Nur wenn wir
alle in ganz Deutschland mehr leisten als bisher, nur wenn wir bereit sind, uns
mit aller Kraft und aller Leidenschaft an die Arbeit zu machen, dann wird
Deutschland auch wieder einen Spitzenplatz in Europa und der Welt einnehmen.
Nur wenn wir mehr arbeiten, können wir uns unseren Lebensstil und die
gewohnte soziale Sicherheit in Deutschland weiterhin leisten. Ich appelliere
deshalb auch an die Tarifpartner, diese neue Wirklichkeit zur Grundlage ihrer
Tarifverhandlungen zu machen.
Wir
müssen unsere Kräfte sammeln und den Staat auf das Wesentliche
konzentrieren! Wir
müssen von der Rundumversorgung in allen Bereichen Abschied nehmen. Wir
müssen das Verhältnis Bürger - Staat erneuern. Wir können
und dürfen uns den Ressourcen und Wachstum verschlingenden deutschen
Versorgungs-, Kontroll- und Rechtswegestaat nicht mehr leisten. Wir brauchen
eine Neujustierung des Staates.
Auch die
Politik hat zu diesem Zustand ihren Beitrag geleistet. Über Jahre hinweg
waren es auch wir, die politisch Verantwortlichen, die in guten Zeiten und in
gutem Glauben mit immer mehr staatlichen Leistungen den falschen Eindruck
vermittelt haben, als könne und würde der Staat alles auffangen und
leisten.
Jetzt
müssen wir die eigenen Kräfte der Menschen wieder aktivieren. Wir
brauchen eine Erneuerung des bürgerlichen Selbstbewusstseins in
Deutschland, die Entfesselung der Kräfte, die schon einmal das
„Wirtschaftswunder“ bewirkt haben. Wir dürfen uns nicht nur
als Steuerzahler und Empfänger staatlicher Leistungen sehen. Wir
müssen uns wieder als Staatsbürger verstehen.
Es wäre
für uns politisch bequemer, Schulden zu machen statt zu sparen. Gegen Schulden hat bisher noch
niemand in diesem Land demonstriert.
Es wäre
für uns politisch bequemer, Verwaltung und Bürokratie so zu belassen, wie sie seit Jahrzehnten
arbeitet. Gegen den Verbleib von Behörden hat noch nie ein
Abgeordneter oder ein Bürgermeister demonstriert.
Es wäre
für uns politisch bequemer, den Menschen all das weiterhin zu geben, was
sie bisher vom Staat erhalten, und Verbänden und Institutionen all das
weiter zu zahlen, woran sie sich über Jahre und Jahrzehnte gewöhnt
haben. Dagegen gäbe es keine Demonstrationen.
Und dennoch
wäre dies alles grundfalsch . Die Bedingungen haben sich grundlegend geändert. Deshalb
geht heute vieles nicht mehr, was in der Vergangenheit richtig war. Wir
müssen umdenken .
Die Wähler haben uns den Auftrag gegeben, die politischen Weichen auf Aufstieg
zu stellen, nicht
auf Abstieg . Daraus
müssen wir Konsequenzen ziehen.
Es wäre
ein politischer Betrug an den Bürgerinnen und Bürgern, wenn wir
diesem Auftrag nicht entsprechen würden. Wir würden uns an der
Zukunft unserer Jugend versündigen, wenn wir über Schulden heute das
aufzehren und verbrauchen würden, was unsere Kinder und Enkel erst noch
erarbeiten müssen.
Die Bayerische
Staatsregierung und die CSU entscheiden sich anders: Wir gehen nicht den Weg
des bequemen, aber leisen Abstiegs, wir gehen den unbequemen, schmerzhaften -
und wahrscheinlich auch demonstrationsreichen - Weg, der uns und unseren
Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft verspricht .
Wir laden alle
dazu ein, die nicht leben wollen nach dem Motto: Nach uns die Sintflut!
Wir wollen die
Bürgerinnen und Bürger überzeugen, dass wir zusammen
leistungsstark sind, dass wir so gut sind wie andere auf der Welt, und dass wir
uns und unseren Kindern eine gute Zukunft sichern können. Wer, wenn nicht
wir in Bayern, kann mit Hoffnung, Tatkraft und Zuversicht diesen Kurs einschlagen
und diesen Weg gehen?
Wir haben nach
wie vor die beste Ausgangslage.
Wir haben nach
wie vor ein intakte Bürgerschaft , die leistungswillig und leistungsfähig ist.
Wir leben in
einer Gesellschaft, ich denke, man kann ruhig sagen: Gemeinschaft , in der es ein
Zusammengehörigkeitsgefühl und Gemeinsinn gibt, der uns Kräfte -
und vielleicht auch manchmal Flügel - verleiht!
Wir werden
diese große Gemeinschaftsanstrengung unternehmen . Und wir in Bayern werden es schaffen!
Meine Damen und
Herren! Unser Credo in dieser Legislaturperiode lautet:
Wir
sparen. Wir reformieren. Wir investieren.
Wir wollen,
dass jeder mehr für seine eigene Zukunft tut und dass wir damit alle
gemeinsam mehr für unser Land leisten.
Wir sparen,
weil wir unseren Kindern nicht erdrückende Schulden und Zinslasten
vererben wollen. Wir wollen nicht das Konto unserer Kinder und Enkel
plündern.
Wir
reformieren, weil wir mit einem schlanken Staat, geringerer Regelungsdichte
und schlagkräftigerer Verwaltung Bürgern und Unternehmen die
notwendige rechtliche Sicherheit, aber auch die größtmögliche
unternehmerische Freiheit geben wollen. Recht und Verwaltung sollen dem
nachhaltigen Wohlstand dienen, ihn nicht verhindern.
Wir
investieren, weil wir gerade jungen Menschen Perspektiven für ihre
Zukunft in Bayern geben wollen. Sparen und reformieren, das schafft
Freiräume für Zukunftsinvestitionen. Prioritäten setzen
wir für Bildung, für die Familien, für Wissenschaft, Forschung
und Technologie und damit für Arbeitsplätze . Das ist das Leitmotiv für unsere
Politik in den nächsten Jahren.
1. Wir
sparen.
Wir bleiben
trotz schwieriger Haushaltslage dabei: Wir wollen ab 2006 im Staatshaushalt
als erstes Land in Deutschland keine neuen Schulden mehr machen. Das haben wir
angekündigt. Daran halten wir fest . Wir wollen
unseren Kindern und Enkeln nicht Schuldenberge hinterlassen. Wir wollen, dass
auch unsere Kinder noch in ihre Zukunft investieren können . Deshalb führen wir die Neuverschuldung konsequent
zurück. Dies setzt voraus eine solide Finanzierung des Vorziehens der
Steuerreform.
Bayern ist der
stabile Fels in einem Meer von Schulden. Die solide Finanzpolitik der
Staatsregierung ist bayerisches Markenzeichen. Bayern muss nicht wie
Nordrhein-Westfalen fast 13 % der Steuereinnahmen für Zinszahlungen
ausgeben. In Bayern sind es dank der jahrzehntelangen soliden Finanzpolitik nur
4 % - deshalb können wir uns mehr leisten für bessere Schulen,
modernere Universitäten, exzellente Forschung und für unsere Kinder
und Enkel. Ohne solide Finanzpolitik der bayerischen Ministerpräsidenten
und Finanzminister wäre der Aufstieg Bayerns nicht möglich gewesen. Wer
dagegen auf Verschuldung setzt, programmiert den Abstieg!
Wir werden die
Ausgaben im Staatshaushalt zurückführen. Gemessen am Jahr 2003
wollen wir bis zum Jahr 2008 insgesamt 15 % einsparen. Für 2004
streben wir Einsparungen in Höhe von 10 % an. Ein Teil unserer
Sparbeschlüsse wird, vor allem im Personalsektor, erst mittelfristig
kassenwirksam werden, d. h. nicht schon voll im Jahr 2004. Wir werden schon in
diesem Nachtragshaushalt schmerzliche Einsparentscheidungen treffen, die bei
freiwilligen und auch bei gesetzlichen Leistungen zu zweistelligen prozentualen
Kürzungen führen werden. Damit ergibt sich ein grundsätzliches
Einsparziel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.
Derzeit sind
annähernd 42 % des bayerischen Haushalts, das sind rund 14 Milliarden
Euro, durch Personalkosten gebunden. Wir müssen trotz steigender
Pensionslasten einen weiteren Anstieg verhindern. Wir haben schon
Sparmaßnahmen eingeleitet u. a. mit der Kürzung von Weihnachts- und
Urlaubsgeld für die Beamten. Der Gesetzentwurf ist auf dem Weg und wird
dem Landtag noch dieses Jahr zugehen.
Die
Staatsregierung muss von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des
öffentlichen Dienstes einen weiteren Konsolidierungsbeitrag verlangen, wie
ihn auch viele Mitarbeiter in privaten Unternehmen leisten müssen und wie
ihn auch die Länder Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen
und Berlin verlangen. Deshalb fordere ich ver.di auf, in substanzielle
Verhandlungen über eine Verlängerung der Arbeitszeit einzutreten . Wir wollen mit der Tarifgemeinschaft der Länder den
Tarifvertrag über die 38,5-Stunden-Woche kündigen. Unser Ziel ist
die Verlängerung der Arbeitszeiten der Angestellten, Arbeiter und Beamten
auf 42 Stunden pro Woche.
Die bayerische
Verwaltung hat einen hervorragenden Ruf und leistet gute Arbeit. Den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gilt dafür meine Anerkennung und mein
herzlicher Dank. Es fällt mir weiß Gott schwer, dieser sehr guten
bayerischen Verwaltung diese Einsparungen aufzuerlegen . Aber es gibt dazu keine Alternative.
Meine Damen und
Herren! Die Bundesregierung hat ein Rekord-Staatsdefizit zu verantworten. Deutschland
wird zum dritten Mal in Folge die Drei-Prozent-Grenze des europäischen
Stabilitätspakts brechen! Und das nennt der Bundeskanzler zynisch den
Pakt „flexibel interpretieren “ . Das
ist eine Wurstigkeit, eine Rücksichtslosigkeit und
Verantwortungslosigkeit, die ihresgleichen sucht!
Wir
halten am Stabilitäts- und Wachstumspakt fest. Das fordern wir auch von
der Bundesregierung. Für eine verantwortungsbewusste Haushaltspolitik in
Deutschland brauchen wir einen Nationalen Stabilitätspakt.
Die
Staatsregierung wird alles tun, in ihrem Verantwortungsbereich den
Maastricht-Referenzwert auch weiterhin zu unterschreiten. Rechnet man die
soliden bayerischen Daten auf eine Maastricht-Defizit-Zahl hoch, dann ergibt
sich für Bayern lediglich ein Defizit von 1,5%! Ohne Bayern wäre
das bundesdeutsche Staatsdefizit prozentual noch trostloser. Deshalb
akzeptieren wir nicht, dass Bayern für die Schulden des Bundes und anderer
Länder haften soll. Wir werden uns daher an eventuellen Strafzahlungen
für die Überschreitung der Maastricht-Defizitgrenze nicht beteiligen.
Wenn wir die
EU-Defizitgrenze einhalten wollen, müssen auch die Kommunalfinanzen
auf eine solide Grundlage gestellt werden. Wir brauchen leistungsfähige
und starke Kommunen.
Wir fordern die
rasche Umsetzung des Sofortprogramms zur finanziellen Entlastung der
Kommunen mit einer Absenkung der Gewerbesteuerumlage auf 20 % im Jahr 2004
und die Anhebung des kommunalen Umsatzsteueranteils im gleichen Jahr. Wir sehen
trotz aller Diskussionen bisher keinen gleichwertigen Ersatz für die
Gewerbesteuer. Es ist uns wichtig, dass die Kommunen eine verlässliche,
stabile Einnahmequelle erhalten. Die von Rot-Grün jetzt beschlossene Erweiterung
der Gewerbesteuer ist Gift für die Wirtschaft. Für mehr als
700.000 Freiberufler bedeutet sie in verfassungsrechtlich bedenklicher Weise
eine neue steuerliche Belastung mit einem gigantischen bürokratischen
Aufwand.
Gleichzeitig
verweigert der Bund aber eine Entlastung der Kommunen von
gesetzlichen Aufgaben, deren Kosten in den letzten Jahren kontinuierlich
gestiegen sind. Die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe muss
zu einer spürbaren Entlastung der Kommunen führen.
Meine Damen und
Herren! Diese aktuellen Sparanstrengungen sind nur der Einstieg in die
Konsolidierung unseres Staatswesens. Strukturelle Sparanstrengungen müssen
folgen. Unser zweites großes Ziel heißt:
2. Wir
reformieren Staat und Verwaltung.
Der Rechtsstaat
ist ein hohes Gut. Aber in Deutschland haben wir ihn durch
Überperfektionierung deformiert . Es gibt den
Drang, jede noch so kleine Regelungslücke mit Gesetzen, Verordnungen oder
letztendlich per Gerichtsurteil auszufüllen. So ist Deutschland
unweigerlich bei einer Regulierungsdichte gelandet, die die Bürger
bevormundet, die Wirtschaft stranguliert und Arbeitsplätze vernichtet. Die
Unternehmen werden einer Studie der Weltbank zufolge in Deutschland
stärker durch Bürokratie und Regulierung belastet als in den meisten
anderen Industrieländern. Hier müssen wir umkehren!
In der
Globalökonomie stehen auch staatliche Strukturen und Verwaltungen im
Wettbewerb . Flexibilität und Schnelligkeit sind
die Maximen. Deshalb müssen wir unseren Rechtswegestaat auf einen
schlanken Rechtsstaat zurückschneiden. Wir brauchen den Mut zur
Lücke, den Mut zum Entscheidungsfreiraum. Und wir müssen wieder
lernen, Entscheidungen zu akzeptieren - nicht erst in 3. oder 4. Instanz. Das gilt nicht nur für Deutschland,
das gilt auch für die Europäische Union . Denn
unsere Bemühungen um Deregulierung und Entbürokratisierung
dürfen nicht konterkariert werden durch immer mehr und immer
detailliertere Regulierungen aus Brüssel.
Maßstab
für staatliche Betätigung wird künftig nicht mehr die
Nützlichkeit und Wünschbarkeit sein, sondern die strikte
Notwendigkeit und Unerlässlichkeit. Viele Dinge, die früher sinnvoll
oder wünschenswert waren, können wir uns nicht mehr leisten. Der
Staat muss nicht mehr vorhalten, was heute von einer Vielzahl Privater
angeboten wird. Aufgaben, die der Staat nicht selbst erledigen muss, werden
deshalb abgebaut oder auf Private übertragen.
Wir werden
Aufgaben abbauen und damit eine Verschlankung auf allen staatlichen Ebenen
herbeiführen. Das führt auch bei den Ministerien zum Abbau von
Vollzugsaufgaben und entsprechend von Planstellen.
Wir ziehen
uns aus staatlichen Beratungsangeboten zurück. Alle Ressorts
müssen die in ihrem Geschäftsbereich bereitgehaltenen Angebote
staatlicher Beratung auf ihre Verzichtbarkeit prüfen. Die staatliche
Ernährungsberatung wird abgeschafft. Die staatliche Beratung der
Privatwaldbesitzer wird schrittweise auf die Selbsthilfeeinrichtungen der
Waldbesitzer übertragen .
Die Landesplanung
wird auf das bundesrechtlich notwendige Maß reduziert. Dazu wird das
Bayerische Landesplanungsgesetz überarbeitet. Die Gültigkeit des
jetzigen Landesentwicklungsprogramms wird begrenzt. Bis Ende 2004 werden wir
ein neues, schlankes LEP aufstellen. Die Regionalen Planungsverbände
werden in ihrer bisherigen Struktur abgeschafft. Unser Ziel ist, die
Regionalplanung radikal zu vereinfachen und die rasche Entscheidung lokaler
Konflikte sicherzustellen.
Die
Staatsregierung wird mit dem Projekt „Verwaltung 21“ die Strukturen der bayerischen
Verwaltung modernisieren. Darunter fallen auch liebgewordene bayerische
Eigenheiten. Unser Ziel ist eine straffe und dienstleistungsorientierte
Verwaltung und Justiz mit geringer Regelungsdichte. Die dazu erforderlichen
Maßnahmen werden sozialverträglich umgesetzt.
Mit der Zusammenlegung
der Ministerien für Umwelt sowie für Gesundheit und Verbraucherschutz
haben wir einen ersten Schritt getan.
Technische
Prüfungen werden privatisiert. Dies gilt z. B. für die Beschussverwaltung.
Was heute TÜV, DEKRA oder andere Private zur Zufriedenheit der Bürger
können, muss nicht eine Bürokratie vollziehen. Für die Privatisierung
der Eichverwaltung starten wir eine Bundesratsinitiative.
Sonderbehörden
werden wir zusammenfassen und hoheitliche Aufgaben weitestgehend in die innere
Verwaltung eingliedern. Dort, wo es möglich ist, werden wir sie in
ressort- und gebietsübergreifend organisierten Ämtern bündeln.
Das betrifft
Aufgaben und Organisation insbesondere von Wasserwirtschaftsämtern,
Straßen- und Hochbauämtern, Vermessungsämtern, der
Forstverwaltung, der Ämter für Versorgung und Familienförderung,
der Gewerbeaufsicht und der Direktionen für ländliche Entwicklung.
Wir werden die nötigen Entscheidungen im Jahr 2004 treffen. Sie werden
sozialverträglich und mit den notwendigen Übergangsfristen umgesetzt.
Wir werden
die Polizeiorganisation massiv straffen und die Verwaltungsabläufe auf
drei Stufen konzentrieren. Der Verwaltungsaufwand wird um 25 % reduziert. Verschlanken
und ebenfalls auf drei Stufen reduzieren werden wir die Schulverwaltung.
Außenstellen der Behörden und Gerichte müssen
grundsätzlich mit den Hauptstellen zusammengefasst werden. Die Ressorts werden
dazu in Bälde Umsetzungskonzepte vorlegen. Überprüft werden Selbständigkeit und
Aufgabenzuschnitt der Landesämter. Neu organisieren werden wir das Immobilienmanagement
des Freistaats Bayern.
Abgeschafft
wird das Bayerische Oberste Landesgericht. Seine Aufgaben werden auf die
Oberlandesgerichte verlagert.
Regelungen,
die wir uns über längere Zeit geleistet haben, uns heute aber nicht
mehr leisten können, werden wir abbauen. Sonderregelungen beim Pensionsalter,
wie z. B. von Polizei und Justizvollzug, wollen wir differenziert abbauen.
In einer älter werdenden Gesellschaft ist es unausweichlich, dass die
Menschen länger arbeiten. Dies muss auch für den öffentlichen
Dienst gelten.
Der
öffentliche Dienst muss insgesamt schlanker werden und in einigen Bereichen
aber leistungsorientiert besser bezahlt werden. Deshalb wollen wir einen Teil
der Einsparungen, die sich aus den Reformen des Projekts „Verwaltung
21“ ergeben, für strukturelle Verbesserungen im öffentlichen
Dienst einsetzen.
Wir
werden die Vorschläge der „Henzler-Kommission“ konsequent
umsetzen. Mit Deregulierung wollen wir weniger Bürokratie, mehr Service
und eine spürbare Entlastung für Bürger und Wirtschaft.
Erste
Umsetzungsschritte haben wir im September bereits beschlossen. Jetzt setzen wir
weitere Schwerpunkte für mehr Service und weniger Reglementierungen:
Wir werden
ein Drittel der Verwaltungsanweisungen ersatzlos streichen.
Wir wollen
Verwaltungsleistungen aus einer Hand und damit eine Anlaufstelle für die Bürgerinnen und
Bürger.
Wer heute eine
Firma gründen will, für den bedeutet das: Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde.
Auszug aus dem
Handelsregister vom Gericht. Beglaubigung beim Notar . Genehmigungen von Landratsamt oder Fachbehörden . Unternehmensgründung in
Deutschland – das ist Lauferei, Warten, Kosten – Buchbinder
Wanninger –Erfahrungen eingeschlossen. Moderne Verwaltung muss vom Bürger aus gedacht und für den Bürger organisiert werden!
Wir wollen
Existenzgründungen erleichtern und beschleunigen. Für Existenzgründer
werden wir Anlaufstellen einrichten, bei denen sie beraten werden und alle
rechtlichen Formalitäten erledigen können.
Wir wollen
Genehmigungen aus einer Hand und möglichst schnell. Wer eine
Genehmigung beantragt, soll es nur mit einer Anlaufstelle zu tun haben
und eine umfassende Genehmigung erhalten. Wir werden die Behörden
verpflichten, geeignete Genehmigungsverfahren innerhalb gesetzlicher Fristen
verlässlich abzuwickeln. Andernfalls soll die Genehmigung als erteilt
gelten.
Bauen in
Bayern wird noch schneller, noch einfacher, noch unbürokratischer.
Seit der Bauordnungsnovelle 1994 konnten in Bayern fast ein Drittel aller neu
errichteten Wohngebäude ohne Baugenehmigung gebaut werden. Außer
für Sonderbauten wie Hochhäuser wird künftig in beplanten
Gebieten keine Baugenehmigung mehr erforderlich sein. Soweit fachgesetzliche
Genehmigungen erforderlich sein sollten, werden sie in einem einheitlichen
Bescheid gebündelt.
Wir
bringen Dienstleistung und Service der Verwaltung online .
Bürgern
und Wirtschaft sollen so viele Verwaltungsleistungen wie möglich online
zur Verfügung stehen. Deshalb bauen wir eGovernment als umfassendes
Angebot aus. Mit der elektronischen Verwaltung können wir das
Dienstleistungsangebot des Staates rund um die Uhr bereitstellen. Unser Prinzip
ist: die Daten laufen, nicht die Bürger.
Für die
Anliegen der Bürgerinnen und Bürger steht ab Mitte Januar 2004 die
„Gemeinsame Servicestelle der Bayerischen Staatsregierung“
telefonisch oder per e-mail als zentrale Anlaufstelle zur Staatsregierung zur
Verfügung.
Meine Damen und
Herren! Erst unsere aktuellen Sparanstrengungen und die grundlegende
Restrukturierung unseres Rechtsstaates und unserer Verwaltung wird uns
finanziellen Gestaltungsraum für neue politische Prioritäten geben.
Ein Teil der Mittel, die wir mit Sparen und Reformieren freischaufeln, wollen
wir für die Kinder, für ihre Bildung und Ausbildung, für
Innovationen und Kreativität nutzen. Dafür lohnt es sich zu sparen. Deshalb
sind sie unerlässlich für unser Hauptanliegen:
3. Wir
investieren in die Zukunft.
Prioritäten
setzen wir für Familien und Betreuung, für Schulen und Hochschulen,
für Wissenschaft, Forschung und Technologie und damit für
Arbeitsplätze.
Wir
investieren in die Familien. Bayern soll Familienland Nr. 1 werden.
Deutschland ist
in einer demografischen Krise – auch weil wir ein kinderunfreundliches
Land geworden sind. Das haben wir zu lange verdrängt, das verdrängen
immer noch zu viele. Im Jahr 2030 werden 26,6 % der Bevölkerung älter
als 65 Jahre sein, heute sind es schon 16,6 %, 1970 waren erst 13,8% (Anm.: Statistisches
Bundesamt) .
Diejenigen, die
soziale Leistungen in Zukunft erarbeiten müssen, werden immer weniger .
Diejenigen, die
Leistungen bekommen ,
werden immer mehr .
Die aktuelle
Reformdiskussion bei den Renten ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf
zukünftige Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen den
Generationen, wenn wir nicht gegensteuern.
Nach der
Shell-Studie 2002 wollen über zwei Drittel der Jugendlichen eigene Kinder.
Wir müssen alles tun, damit dieser Kinderwunsch auch verwirklicht wird.
Denn Kinder sind unsere Zukunft und die Familie der Ort, wo sich Einstellungen,
Wertorientierung, Bindungsfähigkeit und Verlässlichkeit ausbilden. In
der Familie werden grundlegende Werte vermittelt: Liebe, Geborgenheit, Zuverlässigkeit,
Leistungsbereitschaft, Vertrauen und Selbstvertrauen, Hilfe des Stärkeren
für den Schwächeren . Das gibt es nur in der Familie und nur dort.
Wir wollen
deshalb Familien mehr fördern als bisher. Wir wollen mehr und
bessere Möglichkeiten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Oberster Grundsatz ist die Wahlfreiheit der Eltern.
Zur echten
Wahlfreiheit gehört für uns auch die finanzielle Förderung der
Erziehung und Betreuung in der Familie. Deshalb bleibt das Landeserziehungsgeld
trotz der schwierigen Haushaltslage erhalten. Wir werden es aber nach der
Kinderzahl ansteigend stärker staffeln. Damit werden Familien mit
mehreren Kindern noch stärker unterstützt.
Wir werden
die Finanzierung der Kinderbetreuungsangebote sichern. Wir wollen
verlässliche Betreuung sicherstellen. Bis Ende 2008 wollen wir auch in
Partnerschaft mit den Kommunen Bedarfsdeckung bei allen
Kinderbetreuungsangeboten erreichen. Für Schulkinder werden wir mit den
Kommunen bis 2006 jährlich 5.000 Plätze in Horten und Ganztagsangeboten,
für Kinder unter drei Jahren jährlich 1.000 Plätze finanzieren.
In den
Kindergärten führen wir den Bildungs- und Erziehungsplan ein.
Wir wollen damit verlässliche Kriterien geben z. B. für sprachliche
Förderung und musikalische Erziehung.
Die Demographie
lehrt uns: die Leistungen der Familien müssen im Generationenvertrag
anerkannt werden. Junge Familien müssen in der aktiven Zeit der
Kindererziehung besonders unterstützt werden. Wir fordern daher einen Kinderbonus
beim Rentenbeitrag von 50 Euro für jedes Kind bis zum 12. Lebensjahr.
Meine Damen und
Herren! Was unserem
Land in den nächsten Jahren und Jahrzehnten am meisten fehlen wird, sind
Kinder und kreative, bestens ausgebildete junge Menschen. Deshalb kann unser
nächstes Ziel nur sein:
Wir
investieren in exzellente Bildung auf internationalem Niveau. Bayern soll mit
seinen Schulen in zehn Jahren unter den ersten fünf Spitzenländern in
der Weltrangliste stehen.
Das ist ein
ehrgeiziges Ziel. Aber die PISA-Studie hat Bayern bestätigt, dass wir auf
einem guten Weg sind. Für ganz Deutschland gilt leider etwas anderes!
Bereits jetzt
sind Bestrebungen der EU-Kommission erkennbar, in einem sog.
„Einheitlichen Raum des Lernens und der Bildung“ Benchmarks
für Bildung zu setzen. In ähnlicher Richtung versucht die
Bundesregierung beginnend mit dem 4-Milliarden-Euro-Programm sich der
Bildungszuständigkeiten der Länder zu bemächtigen. Das
bedeutet letztendlich Zentralisierung und Vereinheitlichung des Bildungssystems
und den Verlust einer wichtigen Länderhoheit. Dem werden wir
entschiedenen Widerstand entgegensetzen, weil Bayern bewiesen hat, dass hier
die größere Kompetenz der Lehrer, der bessere politische Weitblick
und auch deshalb die besseren Schüler beheimatet sind.
Deshalb setzt
die Staatsregierung auf Qualität und Leistung genauso wie auf
Eigenverantwortung und Disziplin. Wir wollen die Unterrichtsqualität
weiter steigern. Die Qualitätsüberprüfung unserer Schulen
durch externe Evaluationsteams und die Ausweitung der Orientierungsarbeiten und
Jahrgangsstufentests sind das Fundament für ein in Deutschland bisher
einmaliges Bildungsmonitoring.
Den innovativen
Köpfen, der Leistungselite und ihrer Förderung gilt unsere besondere
Aufmerksamkeit. Denn ohne die Besten werden wir im internationalen Wettbewerb
zurückfallen. In gleicher Weise wollen wir die individuellen Hilfen
für schwächere Schüler verbessern, um die Zahl der Wiederholer
zu verringern und die Zahl von Schülern ohne Schulabschluss zu senken.
Das deutsche
Bildungssystem raubt den Jugendlichen im europäischen Vergleich wertvolle
Zeit, die sie für Familiengründung, Beruf und den Aufbau ihrer
Altersversorgung nutzen könnten. Wenn deutsche Akademiker im Durchschnitt
erst mit 28 Jahren ins Berufsleben eintreten, ist das eine Vergeudung von Ressourcen
für die Sozialversicherungssysteme und letztendlich für das gesamte
Gemeinwesen. Deshalb muss gelten: früher in die Schule und früher
in den Beruf.
Deshalb
senken wir das Schuleintrittsalter ab. Zum Schuljahr 2005/2006 wird der
Stichtag für die Einschulung auf den 30. September festgelegt. Danach wird
er jährlich um einen Monat bis auf den 31.12. eines Jahres vorgezogen. Wer
im Kalenderjahr sechs Jahre alt wird, für den beginnt dann ab September
die Schule. Die Rückstellungsmöglichkeiten bleiben erhalten.
Unsere
Jugendlichen sollen die bestmögliche Ausgangsposition für ihren Start
in das Leben haben. Sie sollen hervorragend ausgebildet werden. Aber sie sollen
auch mit Jugendlichen aus anderen Ländern mithalten können, die
früher in das Berufsleben einsteigen und damit in unserer globalen Welt
bessere Chancen haben. Deshalb werden wir das Gymnasium auf acht Jahre
verkürzen.
Die
Entscheidung für das achtjährige Gymnasium hat sich die
Staatsregierung nicht leicht gemacht. Aus den Diskussionen der Bildungskommission
kennen wir das Für und Wider. Wir sind heute überzeugt, dass das G
8 den Jugendlichen mehr Vorteile und Chancen bietet. Das künftige
achtjährige Gymnasium wird den gleichen Qualitätsstandard bieten wie
das bisherige neunjährige Gymnasium. Moderne Unterrichtsmethoden,
begabungsgerechte Förderung und Persönlichkeitsbildung werden auch
weiterhin prägende Merkmale des bayerischen Gymnasiums sein. Die
Umstellung wird ab dem Schuljahr 2004/2005 beginnen. Auch Schüler, die bereits
am Gymnasium eingeschult sind, sollen die Möglichkeit der kürzeren
Ausbildung haben. Die Modalitäten der Umstellung werden wir
baldmöglichst entscheiden.
Mit einem neuen
Bewertungssystem, das derzeit erprobt wird, wollen wir den Entwicklungs-
und Leistungsstand der Kinder präziser wiedergeben. Wir führen schon
in der 2. Grundschulklasse Noten ein, die durch ein Wortgutachten
erläutert werden. Allen Kindern, auch Hochbegabten, soll schon in der
Schule der Weg zu bestmöglicher Ausbildung eröffnet werden. Sie
sollen alle Chancen für ihr Leben haben. Deshalb werden wir für
bestmögliche Förderung sorgen und auf Persönlichkeit und
Begabung der Schüler besonders eingehen.
Wir wollen
die Schulen noch mehr als bisher tatsächlich zum Lern- und Lebensraum
machen für Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Ich weiß,
dass die Lehrerinnen und Lehrer in Bayern sich mit Herz und Leidenschaft
für die Zukunft ihrer Schüler einsetzen. Dieser Lern- und Lebensraum
erfordert aber mehr Begegnungsmöglichkeiten, mehr
Gesprächsmöglichkeiten und mehr aufeinander Zugehen. Schon jetzt sind
viele Lehrkräfte am Nachmittag in der Schule anwesend, zum Unterricht,
für Arbeitsgemeinschaften, für gemeinsame Aktivitäten mit den
Schülern, oder für Fortbildungen und Besprechungen. Jede Lehrkraft
soll im Rahmen der bestehenden Arbeitszeitregelung grundsätzlich an zwei
Nachmittagen je Woche an der Schule für schulische Aufgaben zur
Verfügung stehen. Die Schulen präzisieren diese Vorgabe in
eigener Verantwortung unter Berücksichtigung der örtlichen
Gegebenheiten.
Ich bin sicher,
dass das zu einem besseren Klima, zu mehr Miteinander zwischen Schülern
und Lehrern und weniger Konflikten führt. Dieses Engagement der
Lehrerinnen und Lehrer für die ihnen anvertrauten Kinder wird sich
auszahlen im Schulklima und in der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.
Auf dieses Engagement setzen wir.
Die
Ganztagsschulangebote werden wir an Hauptschulen und anderen
weiterführenden Schulen ausbauen. Unser Ziel sind Ganztagsklassen
an insgesamt 100 Schulen, zusätzlich zu den
Ganztagsbetreuungsangeboten an rund 1.000 Schulen überall in Bayern.
Wir
investieren in unsere Hochschulen. Sie sollen international in der ersten Liga
spielen.
Der Bedarf an
hoch qualifizierten Fachkräften steigt. In den nächsten Jahren wird
sich der internationale Wettbewerb um die besten Studierenden und
Nachwuchswissenschaftler weiter verschärfen: die deutschen Leistungseliten
wandern aber immer stärker ab. Fast jeder dritte deutsche Wissenschaftler
im Ausland kommt nicht zurück. Die deutschen Nobelpreisträger der
letzten Jahre waren alle in Diensten ausländischer
Forschungseinrichtungen. Damit verlieren wir Know-How und Innovationskraft. Im
weltweiten Wettbewerb um Köpfe und Wissen fällt Deutschland
zurück.
Diese
schwerwiegende Fehlentwicklung wird in Deutschland verschwiegen. Der Exodus der
Eliten wird hingenommen. Dagegen werden wir uns stemmen. Umbau und
Neuorganisation der Hochschulen, verstärkte Förderung der Eliten und
noch mehr internationale Ausrichtung sind das Gebot der Stunde.
Wir werden ein neues,
grundlegend modernisiertes bayerisches Hochschulrecht vorlegen. Die Hochschulverwaltung
wird neu geordnet:
Wir wollen
entscheidungsfähige und tatkräftige Hochschulleitungen.
Der Verwaltungsrat
aus Senats- und Hochschulratsmitgliedern wird Aufsichtsratsfunktionen erhalten.
Der Senat
wird verkleinert, die Dekane werden gestärkt.
Wir setzen auf
konkrete und überprüfbare Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarungen. An Hochschulen, die bereits jetzt über
das notwendige Instrumentarium verfügen, erproben wir Globalhaushalte.
Wir wollen,
dass die Hochschulen durch Konzentration auf Schwerpunkte ihr Profil
schärfen. Internationale Spitze werden wir nur durch Konzentration
unserer Ressourcen erreichen. Entscheidend für die Zukunft Bayerns wird
nicht sein, dass an allen Hochschulen alles angeboten wird Entscheidend wird
sein, dass wir in allen Fachrichtungen internationale Spitzenqualität in
Bayern haben.
Ausbauen werden
wir auf internationale Nachfrage zugeschnittene Studienangebote mit international
üblichen Abschlüssen, wie z. B. dem Master. Mit internationalem
Benchmarking wollen wir die Qlität von Lehre und Studium steigern. Das
Leistungsprinzip wird auch mit Professuren auf Zeit und Leistungszulagen
für exzellente Forschung und Lehre gestärkt.
Wir wollen
neben einer fundierten akademischen Ausbildung für alle Studenten die
Betreuung der Studenten verbessern . Dazu
werden wir Standards für Beratung und Betreuung festlegen.
Sichergestellt werden soll damit vor allem eine ausreichende Präsenz der
Professoren an den Hochschulen. Das stärkt die Lehre und ist auch ein
Beitrag zur Bewältigung des Studentenbergs.
Wir wollen
die Leistungselite unter den Studenten fördern. Wir führen Elitestudiengänge
mit hoher Betreuungsintensität und exzellentem Lehrangebot ein. Mit
„Internationalen Doktorandenkollegs“ wollen wir die
Leistungsbesten in Deutschland halten und zusätzlich auch aus dem Ausland
gewinnen. Besonders herausragende wissenschaftliche Potenziale an den
Universitäten werden wir in einem Elitenetzwerk bündeln.
Wir treten
dafür ein, Studiengebühren zuzulassen . Studiengebühren sind für uns untrennbar verbunden
mit leistungsabhängigen Stipendien, sozial ausgewogenen Studiendarlehen
sowie einem Mehrwert für die Studenten durch verbesserte Studienbedingungen.
Für die Überschreitung der Regelstudienzeiten werden künftig
Gebühren erhoben.
Meine Damen und
Herren! Wenn wir unsere Jugend bestens bilden und ausbilden, muss sie
anschließend auch die modernsten Arbeitsplätze in unserem Land
finden. Der letzte Baustein dieser Zukunftsstrategie für Wohlstand kann
deshalb nur sein:
Wir
investieren in Forschung und Technologie.
Deutschland hat
Defizite im Bereich der Spitzentechnologie. Bisher hat sich Bayern von diesem
Bundestrend absetzen können. Aber Globalisierung und EU-Osterweiterung
verschärfen den Wettbewerb. Wir können bei den Arbeitskosten nicht
mit den billigen Standorten in Osteuropa oder Asien konkurrieren. Deshalb
müssen wir als Wirtschafts- und Technologiestandort um soviel besser sein,
als wir teurer sind.
Wir treiben
die Bildung von Wachstums-Clustern in Bayern voran.
Moderne
Arbeitsplätze, moderne Industrien sind ohne wissenschaftlichen Background
nicht mehr vorstellbar. Es ist Aufgabe moderner regionaler Wirtschaftspolitik,
Unternehmen und wissenschaftliche Forschung in den Schlüsseltechnologien
der Zukunft zu vernetzen. Was wir mit der High-Tech-Offensive entwickelt haben,
führt jetzt zu einer neuen Qualität unserer Wirtschaftspolitik.
Wirtschaft und
Wissenschaft arbeiten bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen
oder der Verbesserung von Produktionsprozessen zusammen. Beide profitieren vom
Austausch an Know-How. Cluster sind das Tor zur Hochtechnologiewirtschaft.
Damit schaffen wir technologisch hochkarätige Arbeitsplätze und
sichern bestehende in Traditionsbranchen.
Unsere
Hochschulen und Fachhochschulen werden sich künftig noch stärker am
Bedarf der Wirtschaft orientierten und in die Clusterbildung eingebunden.
Bayernweit profitieren wir bereits von Clustern in den Bereichen Automobil- und
Elektroindustrie, Maschinenbau, Umwelt- und Medizintechnik. Schwerpunkte
für künftige Cluster wollen wir jetzt gezielt identifizieren und
ausbauen.
Wir
fördern Spitzenforschung in Bayern.
Unser Ziel ist,
den Anteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung auf 3 % des
Bruttoinlandsprodukts zu steigern.
Die exzellente
Forschung an den bayerischen Hochschulen wollen wir mit
Forschungsverbünden stärker vernetzen. Ab 2004 werden
Kompetenzzentren aus ganz Bayern in einem Genomforschungsnetzwerk
zusammenarbeiten. Verstärkt werden soll die Zusammenarbeit von
Universitäten mit Großforschungseinrichtungen.
Als bundesweit
erste Forschungsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft wird an der Universität
Erlangen-Nürnberg das Zentrum für Optik, Information und Photonik
aufgebaut.
Die aktuellen
technologischen Entwicklungen z.B. in der Nanotechnologie, der Satellitennavigation,
der Mikrosystemtechnik, der Informationstechnik oder der Genomforschung werden
wir aufgreifen. Wir entwickeln dafür maßgeschneiderte Projekte.
Mit der
High-Tech-Offensive und der Offensive Zukunft Bayern haben wir in wichtige
Schlüsseltechnologien investiert und damit neues Tafelsilber erworben.
Auch deshalb ist Bayern heute Synonym für Modernität, Innovation und
Technologie. Auch deshalb ist Bayern für so viele Firmen der
Hochtechnologie attraktiv. Aber Stillstand ist Rückschritt.
Wir
investieren für Arbeitsplätze. Bayern soll Gründer- und
Unternehmerland Nr. 1 bleiben.
Die
wirtschaftliche Situation wird durch die EU-Osterweiterung noch verschärft
werden: die Kosten der Arbeit sind in den Beitrittsländern geringer, die
Arbeitszeiten länger ,
die Menschen sind
leistungswillig und gut ausgebildet. Besonders betroffen sein werden die
Grenzregionen auch in Bayern. Wir wollen die Chancen der Osterweiterung mit
ihren neuen Märkten nutzen.
Mit dem Ertüchtigungsprogramm
Ostbayern unterstützt die Staatsregierung Unternehmensansiedlungen und
damit neue Arbeitsplätze. Stärken wollen wir damit die
Konkurrenzfähigkeit von Mittelstand und Handwerk. Auf unser Drängen
haben sich die Länder darauf verständigt, dass das Grenzgebiet zu den
Beitrittsländern einen besonderen Förderrahmen erhalten soll. Im
Gegensatz zur Bundesregierung lässt die Staatsregierung die Grenzregionen
nicht im Stich.
Unternehmen
und Existenzgründer sollen in Bayern bessere Voraussetzungen finden als
anderswo in Deutschland.
70 % der
Arbeitsplätze und rund 80 % der Ausbildungsplätze sind im Mittelstand
konzentriert. Diesen Jobmotor Mittelstand wollen wir weiter stärken.
Das Mittelstandsförderungsgesetz wird novelliert und den aktuellen
Bedürfnissen mittelständischer Betriebe angepasst.
Bayern soll
Gründerland Nr. 1 bleiben. Deshalb unterstützen wir
Existenzgründer aus den Hochschulen, im Hochtechnologiebereich ebenso
wie im Handwerk. Die Business-Plan-Wettbewerbe in München und
Nürnberg werden ausgebaut. Wir wollen den Meisterbrief als
Qualitätssiegel des Handwerks erhalten.
Wir wollen den
Jugendlichen auch weiterhin Perspektiven bieten. Jeder ausbildungsfähige
und ausbildungswillige bayerische Jugendliche soll einen Ausbildungsplatz
bekommen. Die Ausbildungsordnungen müssen den Anforderungen der
Wirtschaft angepasst werden. Für weniger Leistungsfähige muss der
Bund endlich einfachere Ausbildungsgänge einführen. Die Bundesregierung
fordern wir auf, bei der anstehenden Novellierung des Berufsbildungsgesetzes
die Arbeitgeber von ausbildungshemmenden Vorschriften zu entlasten. Die Tarifparteien
fordern wir auf, Ausbildungsvergütungen in einer Höhe zu vereinbaren,
die der Produktivität von Auszubildenden entspricht und Betriebe
motiviert, Ausbildungsplätze anzubieten.
Eine Ausbildungsplatzabgabe
lehnen wir ab. Damit werden die Lohnnebenkosten weiter erhöht und die
Unternehmen zusätzlich belastet.
Wir wollen
die Beschäftigungschancen älterer Menschen verbessern, denn wir
können es uns nicht mehr leisten, auf das Wissen ,die Erfahrung und die
Leistungsfähigkeit der Älteren zu verzichten. Die Menschen
müssen länger im Beruf bleiben. Deshalb fordern wir die
Beseitigung von Anreizen für den Vorruhestand. Frühpensionierung
darf nicht mehr attraktiv sein. In diesem Zusammenhang muss auch die
Altersteilzeit im gesamten öffentlichen Dienst noch einmal auf den
Prüfstand.
Meine Damen und
Herren!
Es war stets
Politik der Bayerischen Staatsregierungen in den vergangenen vier Jahrzehnten,
den Wandel bewusst und zielgerichtet zu gestalten. Diese Politik hat Bayern
nach vorn und nach oben gebracht. Diese Politik hat dem Wohl der Menschen
gedient und ihren Wohlstand gemehrt.
Der Wandel der
vergangenen Jahre hat – und das ist ja das Spezifische an Bayern –
die Identität unseres Landes nicht berührt. Im Gegenteil: Er hat das
Selbstbewusstsein der Menschen gestärkt, er hat Bayern Profil in
Deutschland, in Europa, ja in der Welt gegeben. Vor allem aber blieb der
notwendige Wandel stets eingebettet in das Lebensgefühl und in das
Heimatbewusstsein der Menschen. Es ist uns immer gelungen, Wandel und
Kontinuität in der Balance zu halten. Das soll auch künftig so
bleiben.
Das Profil
und die Stärke Bayerns beruhen auf seiner Leistungsfähigkeit auf
vielen Gebieten, nicht nur auf dem wirtschaftlichen Feld.
Deshalb
bleibt es unser Ziel, das soziale Bayern zu stärken.
Junge
Menschen wollen wir unterstützen und sie vor Gewalt schützen. Mit
der Jugendsozialarbeit an Schulen wollen wir soziale Benachteiligungen auch
leistungsschwächerer junger Menschen ausgleichen. Wir setzen uns für
konsequenten gesetzlichen Jugendschutz in den Medien ein.
Wir setzen
uns ein für die Chancengleichheit von Frauen und Männern. Den
Frauenanteil in der Wissenschaft wollen wir erhöhen. Wir werden erstmals
im Jahr 2004 eine Auszeichnung für das beste Konzept einer Hochschule
bei der Umsetzung des Gleichstellungsauftrags vergeben.
Politik
für Menschen mit Behinderung ist für uns eine Daueraufgabe mit
hoher Priorität. Wir fordern eine Reform des Rechts der
Geschäftsfähigkeit für geistig Behinderte.
Wir wollen
die Qualität der pflegerischen Versorgung auch in schwieriger Zeit
gewährleisten. Alte Menschen müssen darauf vertrauen können,
dass sie gepflegt werden, wie es Mitmenschlichkeit und Menschenwürde
verlangen.
Auch weiterhin
werden wir uns dafür einsetzen, Zuwanderung zu steuern und zu
begrenzen. Wir halten daran fest: Deutschland ist kein klassisches
Einwanderungsland. Dem rot-grünen Zuwanderungsgesetz werden wir nicht
zustimmen.
Für die Integration
von Ausländern in Bayern wollen wir bestmögliche Rahmenbedingungen
schaffen. Einen Rahmen für die künftige Integrationspolitik der
Staatsregierung geben Integrationsleitlinien. Integration ist wichtig.
Aber sie kann nicht so organisiert werden, dass der Bund großzügig
anschafft und Länder und Kommunen dafür zahlen müssen.
Integration
ist nicht nur eine Bringschuld des Staates, sondern auch eine Holschuld der
Ausländer, die bei uns dauerhaft und rechtmäßig leben. Wer
nach Deutschland kommt, der muss sich darauf einstellen, dass er hier in einer
christlich-abendländischen Gesellschaft lebt. Deshalb wollen wir auch an
den öffentlichen Schulen im Freistaat keinen Unterricht durch
Lehrkräfte, die mit dem Kopftuch eine gänzlich andere Wertordnung
dokumentieren und propagieren, als sie in Grundgesetz und Bayerischer
Verfassung vorgegeben ist.
Wir
unterstützen die bäuerliche Landwirtschaft.
Die zunehmende
Internationalisierung des Warenverkehrs und die EU-Osterweiterung stellt die
bayerische Landwirtschaft vor gewaltige Herausforderungen. Sie muss den
Wettbewerb mit Ländern, die unter weniger anspruchsvollen Umwelt- und
Sozialstandards arbeiten, bestehen. Erhebliche Auswirkungen wird vor allem die Reform
der Gemeinsamen Agrarpolitik haben.
In der
Bayerischen Staatsregierung haben die bayerischen Landwirte einen
zuverlässigen Partner. Die Staatsregierung kämpft weiterhin für
regionale Spielräume und mehr Eigenverantwortung bei der Umsetzung der Gemeinsamen
Agrarpolitik sowie für faire Bedingungen für die Land- und
Ernährungswirtschaft im europäischen und internationalen Wettbewerb.
Wir
wollen hohe Lebensqualität durch intakte Umwelt, bestmögliche
Gesundheitsvorsorge und bürgernahen Verbraucherschutz.
Unser Ziel ist
die nachhaltige Entwicklung Bayerns.
2004 starten
wir das „Forum für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz“.
Den Umweltpakt mit der Wirtschaft werden wir um neue Themenfelder
erweitern . Wir setzen auf freiwillige
Vereinbarungen mit Herstellen und dem Handel, um die Qualität der Lebens-
und Futtermittel zu optimieren.
Das Aktionsprogramm
zum Hochwasserschutz 2020 setzen wir weiter nach unseren
Haushaltsmöglichkeiten um. Auch der Klimaschutz wird weiterhin ein
Schwerpunkt sein. Anfang nächsten Jahres legen wir ein energiepolitisches
Gesamtkonzept vor.
Wir
wollen hohe Lebensqualität durch Sicherheit.
Bayern ist
ein Land der Sicherheit. Gegen Kriminalität aller Art wird konsequent
eingeschritten. Hier gibt es keinen Platz für Extremisten von rechts und
links. Der bayerischen Polizei danke ich für ihren hervorragenden
Einsatz für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Gerade im
Hinblick auf die Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum in
München am Sonntag möchte ich ihr noch einmal meine besondere
Anerkennung für ihr schnelles und präzises Handeln aussprechen, mit
dem sie ein geplantes Attentat Rechtsradikaler verhindert hat.
Die Planungen
zu einem Attentat - möglicherweise genau während der Grundsteinlegung
- haben uns alle tief erschüttert. Zu aller erst sollten jüdische
Einrichtungen und jüdische Menschen getroffen werden. Ihre Angst
können wir verstehen und ihre Sorge teilen wir. Aber getroffen werden
sollten wir alle. Wir werden diesen verbrecherischen Wahnsinn auch weiterhin
mit allen rechtsstaatlichen Mitteln energisch bekämpfen!
Die Menschen in
Bayern können darauf vertrauen, dass ihre Sicherheit und die ihrer Kinder
in guten Händen sind. Das bestätigt einmal mehr der erfolgreiche
Schlag der Polizei gegen die abscheulichen Banden, die Kinder für
Pornografie missbrauchen.
Ich
fordere für diese Täter deutlich härtere Strafen! Polizei und Justiz brauchen bessere
Instrumente gegen Kinderpornografie. Sexueller Missbrauch von Kindern darf
nicht länger nur als Vergehen geahndet, sondern muss endlich als Verbrechen
härter bestraft werden können. Bereits das Anbieten von Kindern muss
unter Strafe gestellt werden. In allen Fällen von Kinderpornografie und
sexuellem Missbrauch müssen Telefone und e-Mails überwacht werden.
Bisher geht das nur in schweren Fällen. Ich fordere Rot-Grün auf,
hier endlich ihre Blockadehaltung aufzugeben!
Bayern soll das
sicherste Land in Deutschland bleiben. Dazu werden die DNA-Analyse
nutzen, denn mit ihr wird die Aufklärung von Verbrechen oft erst
möglich. Die Bundesregierung fordern wir auf, den Einsatz dieses so
wirkungsvollen Instruments zu erleichtern!
Gegen Kinder-
und Jugendkriminalität werden wir in einer Doppelstrategie aus
Prävention und entschlossener Bekämpfung vorgehen. Erfolgreiche
Präventionsprojekte wie das „Schulschwänzerprogramm“
werden wir fortführen.
Wir
fördern Kunst und Kultur in ganz Bayern.
Bayern ist
international auch ein Synonym für Kunst und Kultur. Kultur gehört
zur bayerischen Lebensqualität. Hier haben wir in den letzten Jahren neue
Leuchttürme gesetzt. Auch in Zeiten schwieriger Finanzen bleiben Kunst und
Kultur Teil der bayerischen Lebensqualität. Aber sie bleiben auch nicht
verschont von dem Zwang, das Gleiche wirtschaftlicher und mit weniger Mitteln
zu leisten – auch im staatlichen Bereich. Wir werden unseren Ansatz der
breiten Kulturförderung im ganzen Land wie die Förderung der
Kulturarbeit der Vertriebenen auch unter schwierigen Bedingungen
weiterführen.
Meine Damen und
Herren!
Bayern
– das ist Lebensqualität und Lebensfreude, das ist Modernität
und High-Tech, das ist Gemeinschaft und Solidarität. Mit einem Wort:
Bayern – das ist menschlich und modern. Wir alle leben in einem liebenswerten
und lebenswerten Land. Wir wollen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
Die Staatsregierung
wird in und für Bayern konsequent alles das umsetzen und anstoßen,
was notwendig ist, damit Bayern auch in Zukunft stark bleibt. Der
wirtschaftliche Motor Bayern soll auch in Zukunft rund laufen. Aber dazu
braucht es auch die richtigen Rahmenbedingungen auf Bundesebene.
Deutschland
muss grundlegend reformiert und saniert werden. Denn nur damit sichern wir in ganz
Deutschland eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und Enkel.
Unsere
Vorschläge liegen vor. Mit dem „Sanierungsplan Deutschland“
haben wir ein
umfassendes Gesamtkonzept für mehr Arbeit und eine wettbewerbsfähige
Wirtschaft vorgelegt. Jetzt ist die Bundesregierung in der Pflicht.
Deutschland ist
sanierungsbedürftig nicht nur im Bereich der Wirtschaft, am Arbeitsmarkt,
den Finanzen oder in der Sozialversicherung. Deutschland ist
sanierungsbedürftig auch in seinem Staatsaufbau.
Der
europäische Einigungsprozess macht die Schwachstellen sichtbar:
Entscheidungsprozesse sind nahezu undurchschaubar, sind mühsam, dauern zu
lange. Verantwortlich gemacht wird dafür der deutsche
Föderalismus. Verantwortlich dafür ist aber in Wahrheit das
Zentralisierungsstreben des Bundes. Der Bund hat nahezu jede
Gesetzgebungskompetenz für sich in Anspruch genommen. Dadurch haben die
Länder und die Landtage viel von ihrem ursprünglichen
Gestaltungsspielraum verloren. Dadurch sind auch die Abstimmungsprozesse
mühsamer geworden. Wir haben kein Föderalismusproblem, sondern
wir haben ein Zentralismusproblem.
Deutschland
insgesamt muss schneller und flexibler werden, um im Geleitzug der anderen
europäischen Staaten mithalten zu können. Wir brauchen eine Reform
der bundesstaatlichen Ordnung. Für diese Forderung bin ich jahrelang
angegriffen worden. Dieses Hohe Haus hat mit seiner Enquete-Kommission zur
Reform des Föderalismus mehr Weitsicht bewiesen als viele andere in
Deutschland. Jetzt endlich, nach jahrelangen Diskussionen, gibt es einen
allgemeinen Konsens. Jetzt endlich haben wir mit der Gemeinsamen
Kommission zur Föderalismusreform die einmalige Chance, den deutschen
Föderalismus zu revitalisieren und zu stärken.
Wir werden
unsere Forderungen mit Nachdruck einbringen: Dazu gehören mehr
Länderkompetenzen im Bereich der Gesetzgebung und mehr Steuerautonomie
für die Länder. Wir werden die Schaffung eines Zugriffsrechts
für die Länder vorschlagen. Den Ländern soll es in bestimmten
Rechtsbereichen möglich sein, ganz oder teilweise vom Bundesrecht
abweichendes Recht zu schaffen. Das stärkt die Landtage!
Wir wollen die Gemeinschaftsaufgaben
zurückführen, die dem Bund erheblichen Einfluss auf
Länderaufgaben geben. Das stärkt die Landtage!
Wir wollen eine
Stärkung der Steuerautonomie der Länder. Dann könnten die
Länder wenigstens teilweise über Bestand und Umfang ihrer
Steuerquellen selbst entscheiden. Auch das stärkt die Landtage!
Als
Gegenleistung sind wir bereit, mit dem Bund über eine Reduzierung der
Mitbestimmungsmöglichkeiten des Bundesrates und damit der Länder zu
sprechen. Wir wollen weniger Beteiligungsföderalismus, sondern mehr
Gestaltungsföderalismus. Ich bin sicher: Gemeinsam werden wir den
Föderalismus und damit Deutschland in Europa stärken.
Meine Damen und
Herren!
Die
Föderalismuskommission zeigt: Wir können etwas bewegen und eine gute
Zukunft für unser Land gestalten, wenn alle bereit sind zu Reform und
Veränderung. Auch in Bayern müssen wir alle an einem Strang
ziehen: Bürgerinnen und Bürger, Unternehmer, Schüler, Studenten
und Rentner, und alle, die politische Verantwortung tragen. Es ist unsere Aufgabe, die
Bürgerinnen und Bürger von der Notwendigkeit von Reformen für
eine bessere Zukunft zu überzeugen. Nur so schaffen wir Vertrauen und
Erfolg. Das ist eine gewaltige Aufgabe.
Meine Damen und
Herren, hier kommt es besonders auf sie, auf die Mitglieder dieses Hohen Hauses
an. Denn sie, meine Damen und Herren, haben den engsten Kontakt zu den
Bürgerinnen und Bürgern. Die Menschen vertrauen ihnen. Ich
bitte sie um ihre Unterstützung für die vor uns liegende gewaltige
Aufgabe.
Bayern besitzt
ein ungeheures Potenzial an gut ausgebildeten und leistungswilligen Menschen. Nutzen
wir dieses Potenzial .
Und an die
Bürgerinnen und Bürger im Lande appelliere ich:
Krempeln wir
gemeinsam die Ärmel auf!
Packen wir
gemeinsam an!
Gemeinsam werden wir es auch schaffen !