Bericht der Nürnberger Nachrichten vom 20.3.01

Basis 01

Bayerisches SchülerInnen Symposium 2001

Presse


NÜRNBERGER NACHRICHTEN, 20.3.2001:

Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) schlägt auf einem Jugendforum neue Töne an

Schüler dürfen künftig mitbestimmen

Das Schulforum, bisher ein beratendes Gremium für den Direktor, soll bindende Beschlüsse fassen

MÜNCHEN (Eig. Ber./pa) - Nur eine Woche nach einem landesweiten Schülerkongress in Nürnberg greift Kultusministerin Monika Hohlmeier wichtige Forderungen, die in der Frankenmetropole erhoben worden waren, nun selbst auf.

Bei einem Jugendforum der Hanns-Seidel-Stiftung sagte die Politikerin am Abend in München, die Rolle der Schüler bei der Entwicklung des Bildungswesens müsse erheblich gestärkt werden. Die Ministerin verwendete sogar den Begriff "Schülermitbestimmung". Offiziell war über viele Jahre in der bayerischen Schulpolitik nur von Mitverwaltung oder Mitverantwortung die Rede, nie aber von einer echten Mitbestimmung.

Das Schulforum, so Hohlmeier, könne durchaus mehr Kompetenzen erhal ten. "Warum sollte es nicht möglich sein, in diesem Gremium mitzureden und Beschlüsse zu fassen, die auch eine bindende Wirkung haben"? Damit könne das Schulforum eine lebendige Institution "echter demokratischer Entscheidung an den Schulen werden". Bisher ist das Schulforum (das aus drei Lehrern, drei Eltern und drei Schülern besteht) lediglich ein beratendes Organ für den Schulleiter.

Die Ministerin kündigte auch an, die Bezirksschülersprecher besser finanziell auszustatten. Sinnvoll sei in jedem Fall ein Budget für Telefonkosten und Porto, auch ein Faxgerät und ein Laptop müssten zu einer vernünftigen Arbeit wohl zur Verfügung gestellt werden.

Vor gut einer Woche hatten in Nürnberg über 400 Schülervertreter aus ganz Bayern einen großen Kongress abgehalten. Teilnehmer der Versammlung waren auch sämtliche Bezirksschülersprecher. Eine Hauptforderung war, die bisher nur als eingetragener Verein und ohne staatliche Unterstützung arbeitende Landesschülervertretung als Gesprächspartner ernst zu nehmen und anzuerkennen. Begriffe wie "demokratische Entscheidung" an den Schulen, die Monika Hohlmeier jetzt selbst verwendet, spielten eine wesentliche Rolle. Die Ministerin hatte ebenso wie ihr Staatssekretär Karl Freller wegen einer parallel laufenden Kabinettsklausur in Wildbad Kreuth abgesagt. Die Einladung an Hohlmeier und Freller hatten die Schüler aber schon Monate vor Festlegung der Klausur ausgesprochen. Inoffiziell räumte auch das Ministerium ein, dass hier einiges unglücklich gelaufen ist.

20.3.2001