Auf dem 1. Bayerischen SchülerInnen- Symposium (BASIS '98) machten sich über zweihundert Schülerinnen und Schüler über IHRE TRAUMSCHULE Gedanken. Ganz oben auf der Liste der Forderungen standen Demokratie und Mitbestimmung, die für die Entwicklung von Verantwortungsgefühl und Eigeninitiative als unbedingt notwendig angesehen werden.
Wir fordern den Bayerischen Landtag auf, unsere Ideen und Träume wahr werden zu lassen, damit Schule zur Traumschule werden kann!
a. Mitgestaltungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern an ihrer Schule
Aktive Demokratie muss auch in den Schulen gelebt werden; wir Schülerinnen und Schülern wollen nicht mehr nur Statisten sein. Wir haben viele Ideen und Lösungsvorschläge für eine bessere Schule und sind bereit, bei der Gestaltung des Lebensraums Schule eine tragende Rolle zu spielen. Zu Lehrerkonferenzen und Elternbeiratssitzungen sollen Vertreterinnen und Vertreter der Schülermitverantwortung (SMV) als Gäste mit Rederecht geladen werden. Außerdem sollen sie die Möglichkeit erhalten, eigene Tagesordnungspunkte einbringen zu können. Wir fordern, dass das Schulforum höchstes beschlussfassendes Gremium wird. Dies ist notwendig, um echte Demokratie zu erreichen und mitreden zu können.
b. Mitspracherechte von Schülerinnen und Schülern auf überregionaler Ebene
"Demokratie heißt Entscheidung durch die Betroffenen" (Carl Friedrich von Weizsäcker) - in anderen Bundesländern ist man sich dieser Tatsache bewusst und hat schon seit vielen Jahren eine landesweite Schülervertretung in der Schulordnung verankert. In Bayern wurden Anträge zur Einrichtung eines solchen Gremiums regelmäßig abgelehnt. Wir Schülerinnen und Schüler fordern eine Landesschülervertretung, die ihrem Namen gerecht werden kann. Dazu gehört, dass diese bei allen grundlegenden bildungspolitischen Entscheidungen gehört und ihre Meinung ernst genommen wird.
c. Regelmäßige Kontakte und Aussprachen der bayerischen Schülerinnen und Schüler auf Landesebene
BASIS '98 darf kein Einzelfall bleiben! BASIS muss selbstverständlich werden! Wir Schülerinnen und Schüler fordern regelmäßige Kontakt- und Aussprachemöglichkeiten auf Landesebene, die vom bayerischen Staat finanziert werden. Ein Schülerkongress darf nicht nur von Wirtschaft und Verbänden abhängig sein.
d. Freie und unabhängige Meinungsäußerung für Schülerinnen und Schüler
Zensur findet in Bayern nicht statt? Richtig, weil wir Schülerinnen und Schüler gar kein eigenes Medium besitzen - die Schülerzeitung ist in Wahrheit eine Schulzeitung. Wir fordern die Möglichkeit, selbständig und ohne "Aufpasser" eine eigene, echte Schülerzeitung herausgeben zu können.
Nürnberg, den 19. Juli 1998