Zur Praxis des Gefängnisses im Alten Orient liefern die Josefserzählung im Buch Genesis und die Geschichte des Propheten Jeremia wichtige Hinweise.
Gen 39-41 erzählt davon, wie Josef von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft wird und schließlich zu Potifar, einem Beamten am Hofe des Pharaos gelangt. Nach einem Zwischenfall mit Potifars Frau, muß Josef ins Gefängnis. Dort macht er sich beim Gefängnisaufseher schnell unentbehrlich und kommt schließlich frei, als der Pharao auf seine ungewöhnliche Fähigkeit Träume zu deuten aufmerksam wird.
Jeremias Kritik an der Bündnispolitik König Zidkijas bringt ihn mehrfach ins Gefängnis: Zunächst wird er im Haus des Staatsschreibers Jonatan eingekerkert (Jer 37,11-21), danach in eine Zisterne geworfen (Jer 38,1-6) und schließlich im Wachhof des Königspalastes festgehalten (Jer 38,7-39,18) bis Nebukadnezzar Jerusalem erobert.